Panzer, Munition, Raketen: So viele Waffen hat der Westen bereits an die Ukraine geliefert
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Panzer, Munition, RaketenSo viele Waffen hat der Westen bereits an die Ukraine geliefert

Seit Wochen ruft der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski den Westen dazu auf, sein Land zu bewaffnen. 20 Minuten zeigt, welche Waffen schon im Kriegsgebiet gelandet sind.

von
Thomas Obrecht
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Der Flugabwehrkanonenpanzer Gepard 1A2, auch «Flakpanzer Gepard» genannt, ist eine allwettertaugliche deutsche Flugabwehrkanone mit Selbstfahrlafette. Der Panzer ist mit modernster Elektronik ausgerüstet und bildet einen wichtigen Bestandteil der Luftverteidigung der deutschen Bundeswehr sowie einer Reihe anderer Nato-Länder. Gewicht: 47,5 Tonnen, Mannschaft: 3 Personen, Hauptwaffe: 2x35 mm Oerlikon Zwillingskanone zur Flugabwehr, dazu 2x vierfache 76mm Rauchgranatenwerfer, Motor: 10 Zylinder Mehrstoffmotor mit 830 PS.

Der Flugabwehrkanonenpanzer Gepard 1A2, auch «Flakpanzer Gepard» genannt, ist eine allwettertaugliche deutsche Flugabwehrkanone mit Selbstfahrlafette. Der Panzer ist mit modernster Elektronik ausgerüstet und bildet einen wichtigen Bestandteil der Luftverteidigung der deutschen Bundeswehr sowie einer Reihe anderer Nato-Länder. Gewicht: 47,5 Tonnen, Mannschaft: 3 Personen, Hauptwaffe: 2x35 mm Oerlikon Zwillingskanone zur Flugabwehr, dazu 2x vierfache 76mm Rauchgranatenwerfer, Motor: 10 Zylinder Mehrstoffmotor mit 830 PS.

Wikimedia commons / Hans-Hermann Bühling / CC BY-SA 3.0
Der BMP-1P ist ein sowjetischer amphibischer Kettenschützenpanzer. Der Panzer soll die Eigenschaften eines gepanzerten Mannschaftstransportwagens (APC) und  jene eines leichten Panzers in sich vereinen, sodass die Infanterie aus der relativen Sicherheit eines gepanzerten, strahlengeschützten Innenraums operieren kann. Gewicht: 13,2 Tonnen, Mannschaft: 11 Personen, Hauptwaffe: 73 mm halbautomatische 2A28 Glattrohrkanone, dazu Maschinengewehre und ATGM (Panzerabwehrwaffen), Motor: UTD-20 6-Zylinder Diesel Motor mit 224 kW. (Bild: Bulgarische Variante im Jahr 2009)

Der BMP-1P ist ein sowjetischer amphibischer Kettenschützenpanzer. Der Panzer soll die Eigenschaften eines gepanzerten Mannschaftstransportwagens (APC) und  jene eines leichten Panzers in sich vereinen, sodass die Infanterie aus der relativen Sicherheit eines gepanzerten, strahlengeschützten Innenraums operieren kann. Gewicht: 13,2 Tonnen, Mannschaft: 11 Personen, Hauptwaffe: 73 mm halbautomatische 2A28 Glattrohrkanone, dazu Maschinengewehre und ATGM (Panzerabwehrwaffen), Motor: UTD-20 6-Zylinder Diesel Motor mit 224 kW. (Bild: Bulgarische Variante im Jahr 2009)

Wikimedia commons  / KGG1951 / CC BY-SA 3.0
Der T-72 ist ein sowjetisch/russischer Kampfpanzer. Der Panzer wurde im grossen Umfang exportiert und kam in 40 Ländern und zahlreichen Konflikten bereits zum Einsatz. Gewicht: 41,5 Tonnen, Mannschaft: 3 Personen, Hauptwaffe: 125 mm 2A46M Glattrohrkanone, dazu ein 7,62 mm Maschinengewehr und eine 12,7 mm Flugabwehrwaffe, Motor: V-12 Dieselmotor mit einer Maximalgeschwindigkeit zwischen 60 und 75 km/h. (Bild: Ukrainischer T-72 während einer Übung, 2018)

Der T-72 ist ein sowjetisch/russischer Kampfpanzer. Der Panzer wurde im grossen Umfang exportiert und kam in 40 Ländern und zahlreichen Konflikten bereits zum Einsatz. Gewicht: 41,5 Tonnen, Mannschaft: 3 Personen, Hauptwaffe: 125 mm 2A46M Glattrohrkanone, dazu ein 7,62 mm Maschinengewehr und eine 12,7 mm Flugabwehrwaffe, Motor: V-12 Dieselmotor mit einer Maximalgeschwindigkeit zwischen 60 und 75 km/h. (Bild: Ukrainischer T-72 während einer Übung, 2018)

Wikimedia commons / Ministry of Defense of Ukraine / CC BY-SA 2.0

Darum gehts

  • In Deutschland wird aktuell das Liefern schwerer Waffen an die Ukraine diskutiert.

  • Rund 30 andere Nationen liefern bereits Waffen und andere Kriegsgüter an die Ukraine.

  • 20 Minuten zeigt, welche Länder was schicken.

  • In der Bildstrecke erfährst du technische Details zu den gelieferten Waffen. 

Seit dem 24. Februar tobt der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Westliche Länder hüten sich vor einer direkten Konfrontation, um keinen dritten Weltkrieg zu provozieren. Diverse Länder liefern aber Waffen an die Ukraine – am Dienstag gab Deutschland die Lieferung von 50 Flugabwehrpanzern bekannt, weitere könnten folgen.

Es sind bei Weitem nicht die ersten Waffen, die die Ukraine erhält. Bisher sind Waffenlieferungen aus fast 50 Ländern bekannt. Experten des «Forum on the Arms Trade» führen Buch über die Waffenlieferungen – soweit diese bekannt und ausgewiesen sind. Einige Länder halten sich sehr bedeckt, welche Waffen schon geliefert worden sind. In der Bildstrecke oben erfährst du mehr über Feuerkraft, Geschwindigkeit und weitere technische Daten der gelieferten Waffen.

Deutschland
Deutschland lieferte bereits 56 Panzer vom Typ PbV-501 IFVs, 1000 Panzerabwehrwaffen, sowie 500 Stinger Flugabwehrsysteme. Ausserdem gaben sie ausgewählten anderen Ländern die Erlaubnis, von Deutschland kontrollierte Waffen zu senden. Am Dienstag gab Kanzler Scholz grünes Licht für die Lieferung von mindestens 50 Gepard-Flugabwehrpanzern.

USA
Die USA sind der mit Abstand grösste Waffenlieferant an die Ukraine. Nach Angaben des Pentagon-Sprechers John F. Kirby sollen täglich zwischen acht und zehn Flugzeuge mit militärischer Ausrüstung und Waffen in Osteuropa ankommen.

Unmengen an Munition und zahllose Haubitzen werden geliefert, dazu lasergesteuerte Raketensysteme, AeroVironment Switchblades, UAV RQ-20 Pumas, Systeme zur Bekämpfung unbemannter Flugzeuge, Stinger- und Javelin-Raketen, Panzerabwehrsysteme, Kleinwaffen und verschiedene Munition, Schutzwesten, fünf Mi-17 Helikopter und 70 hochmobile Mehrzweck-Radfahrzeuge (HMMWVs). Teile davon wurden bereits vor der Invasion geliefert. Insgesamt handelt es sich um Kriegsmaterial im Wert von mehr als drei Milliarden US-Dollar.

Frankreich
Frankreich liefert der Ukraine schwere Waffen, darunter zwölf Artilleriegeschütze. Wie Präsident Emmanuel Macron im Interview der Zeitung «Ouest France» sagte, werden neben Panzerabwehrraketen des Typs Milan auch die Haubitze Caesar in die Ukraine geliefert.

Türkei
Die Türkei liefert bereits seit kurz nach Kriegsbeginn bewaffnete Bakar Bayraktar TB2 Drohnen. Diese Kampfdrohnen sind besonders wichtig für die Abwehr und sollen gemäss Berichten möglicherweise die Zielkoordinaten für den Angriff auf den russischen Raketenkreuzer «Moskwa» geliefert haben.

Tschechien
Tschechien scheint das erste EU-Land zu sein, welches Anfang April mehrere Dutzend Panzer an die Ukraine schickte. Es handelte sich um Schützenpanzer vom Typ BMP-1 und schwere Kampfpanzer des russischen Typs T72. Hinzu kommen Lieferungen von nicht-leichten Waffen im Wert von 26,8 Millionen US-Dollar, darunter 160 schultergestützte MANPADS-Systeme, 20 leichte Maschinengewehre, 132 Sturmgewehre und 70 Maschinenpistolen, 4000 Mörser, 30’000 Pistolen und eine Reihe von Scharfschützengewehren.

Grossbritannien
Das Vereinigte Königreich liefert bereits 10’000 Kurzstrecken- und Panzerabwehrraketen. Premierminister Johnson hat nun der Ukraine «weitere Artilleriewaffen» zugesagt. Hinzu kommen Sächsische Panzerfahrzeuge sowie 25 Millionen Pfund an finanzieller Unterstützung.

Polen
Laut Gerüchten liefert Polen T72-Panzer an die Ukraine. Offiziell zugesagt ist die Lieferung von tragbaren Kurzstrecken-Luftabwehrsystemen. Ausserdem hat sich der polnische Verteidigungsminister bereit erklärt, der Ukraine Luftabwehrsysteme, leichte Mörser und Aufklärungsdrohnen zu liefern. Polen würde der Ukraine auch russische Kampfjets des Typs MiG-29 übergeben, doch kein Land erklärte sich bisher bereit, diese Jets an die Ukraine zu überstellen.

Kanada
Kanada hat bereits 4500 M72-Raketenwerfer, 7500 Handgranaten, Maschinengewehre, Pistolen, Karabiner, Scharfschützengewehre, eine Million Dollar für den Kauf von Satellitenbildern, verschiedene Ausrüstungsgegenstände im Wert von 7,8 Millionen Dollar sowie weitere 20 Millionen Dollar an Militärhilfe bereitgestellt, darüber hinaus hat Premierminister Justin Trudeau kürzlich Lieferungen von schweren Artillerie-Systemen zugesagt.

Ex-Sowjetstaaten, welche die Ukraine unterstützen

Estland
Unter der Erlaubnis von Deutschland wurden neun Haubitzen des Kalibers 122 mm gesendet, sowie Javelin-Panzerabwehrraketen.

Lettland
Lettland plant die Versendung von Stinger-Flugabwehrraketen.

Litauen
Von Litauen erhält die Ukraine diverse Stinger-Flugabwehrraketensysteme.

Auch neutrale Staaten liefern Waffen an die Ukraine

Finnland
Aus Finnland erhält die Ukraine 2500 Sturmgewehre, 1500 einschüssige Panzerabwehrwaffen, sowie Rationspakete.

Schweden
Von Schweden stammen 10’000 AT4-Panzerabwehrwaffen. Hinzu kommen zahllose Helme und Schutzschilder.

Weitere Länder, die die Ukraine  unterstützen

  • Australien: Flugkörper und Waffen im Wert von 51,6 Millionen US-Dollar

  • Spanien: 1370 Panzerabwehrgranaten, 20 Tonnen medizinisches Material, Verteidigungs- und persönliche Schutzausrüstung, Helme, sowie (ABC-) Schutzwesten.

  • Portugal: Granaten, automatische G3-Gewehre und andere nicht-tödliche Ausrüstung

  • Italien: Das Kabinett hat den Transfer von militärischer Ausrüstung genehmigt, aber das Parlament muss noch zustimmen.

  • Dänemark: 2700 Panzerabwehrwaffen und Schutzwesten, hinzu kommen 300 Stinger-Raketen, welche aber zuerst in die USA zurückgeschickt wurden, um diese einsatzfähig zu machen

  • Niederlande: 200 Stinger-Raketen, Kampfhelme, Splitterschutzwesten, 100 Scharfschützengewehre, 400 Panzerfäuste mit deutscher Genehmigung

  • Belgien: 200 Panzerabwehrwaffen, 5000 automatische Gewehre oder Maschinenpistolen

  • Norwegen: 4000 Panzerabwehrwaffen, Helme, Westen und sonstige Schutzausrüstung

  • Kroatien: Gewehre und Schutzausrüstung im Wert von 16,5 Millionen Euro

  • Slowakei: S-300 Luftabwehrsysteme

  • Slowenien: unbenannte Menge an Kalaschnikow-Gewehren und Helmen

  • Griechenland: tragbare Raketenwerfer und Kalaschnikow-Gewehre

  • Irland: Schutzwesten, medizinisches Material, Treibstoff sowie andere nicht-tödliche Hilfsgüter

  • Luxemburg: 100 leichte Panzerabwehrwaffen der nächsten Generation (NLAW), Jeep Wrangler 4x4-Fahrzeuge, 15 Militärzelte und zusätzliche nicht-tödliche Ausrüstung

  • Nord-Mazedonien: nicht spezifizierte militärische Ausrüstung

  • Japan: Westen, Helme und andere nicht-tödliche Hilfsmittel

  • EU: nicht spezifizierte Waffen im Wert von 500 Millionen Euro, sowie Kampfjets

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