Von 19 bis 25 Grad: So warm ist es im Zug tatsächlich
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Von 19 bis 25 GradSo warm ist es im Zug tatsächlich

Seit Dienstag ist es in einigen Schweizer Zügen 2 Grad kühler – zumindest teilt das die SBB mit. Pendler haben nachgemessen.

von
R. Knecht
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In der Zürcher S-Bahn soll die Temperatur von 22 auf 20 Grad sinken.

In der Zürcher S-Bahn soll die Temperatur von 22 auf 20 Grad sinken.

SBB
Pendler haben für 20 Minuten nachgemessen. Während es in der S16 von Zürich HB nach Herrliberg-Feldmeilen am Abend des 9. Januar noch 22 Grad warm war ...

Pendler haben für 20 Minuten nachgemessen. Während es in der S16 von Zürich HB nach Herrliberg-Feldmeilen am Abend des 9. Januar noch 22 Grad warm war ...

20 Minuten
... lag die Temperatur auf der gleichen Linie am nächsten Morgen bei unter 20 Grad.

... lag die Temperatur auf der gleichen Linie am nächsten Morgen bei unter 20 Grad.

20 Minuten

Die SBB testet derzeit eine Temperatursenkung in einigen Zürcher S-Bahnen. Demnach soll die Innentemperatur der Züge neu statt 22 nur noch 20 Grad Celsius betragen. Pendler haben für 20 Minuten auf verschiedenen Strecken die effektive Temperatur in den Zügen gemessen.

Im Experiment kamen herkömmliche Raumthermometer aus dem Elektronikhandel für etwa 14 Franken zum Einsatz. Messungen fanden grösstenteils am Abend des 9. und am Morgen des 10. Januar statt.

Temperatursenkung bemerkbar

Die von der SBB angekündigte Temperatursenkung spiegelte sich auch prompt auf dem Thermometer wider. Dabei fällt auf, dass nicht alle S-Bahnen betroffen sind – nicht einmal alle der gleichen Linie. So herrschte am Dienstagabend in der S16 zwischen den Stationen Zürich Hauptbahnhof (HB) und Herrliberg-Feldmeilen eine Temperatur von 22 Grad, am nächsten Morgen waren es noch 19,7 Grad.

In der S11 von Zürich HB nach Winterthur war die Temperatur bereits am Abend des 9. Januar auf rund 20 Grad gesenkt. Solange man die Jacke anbehält, sei das eine angenehme Temperatur, meldet die Pendlerin, die in diesem Zug die Messung durchführte.

Anders war es am Abend im Interregio von Zürich HB nach Zug. Dort herrschten 21,8 Grad. «Sofort werden alle Jacken um mich herum ausgezogen», sagt die Pendlerin. Mehrere Pendler nahmen Unterschiede von rund 1,5 Grad auch körperlich wahr. Temperaturen um 20 Grad wurden eher als kühl empfunden, während 22 Grad vielen schon zu warm war.

Am Morgen ist es in Fernzügen kühler

Tendenziell ist die Temperatur im Fernverkehr am Morgen etwas niedriger als am Abend. Sowohl im Interregio zwischen Zürich HB und Zug als auch im Intercity zwischen Basel und Zürich HB gab es abhängig von der Tageszeit einen Unterschied von 1 Grad. Im Verlauf des Tages könne die Temperatur wegen der Sonne und durch die von Passagieren abgestrahlte Wärme etwas steigen, sagt SBB-Sprecher Reto Schärli.

Auch in einigen S-Bahnen herrschten morgens etwas niedrigere Temperaturen. Auf der Strecke zwischen Frauenfeld und Zürich HB etwa waren es in der S23 am Dienstagabend 20,6, am nächsten Morgen 19,5 Grad.

Sihltalbahn ist ein Ausreisser

Besonders warm ist es in der Sihltalbahn. In der S4 zwischen Selnau und Sihlau herrschten sowohl am Abend als auch am Morgen über 23 Grad. SZU-Sprecher Armin Hehli sagt, dass der Sollwert für diese Linie eigentlich 22 Grad sei. Es komme aber auch darauf an, wo im Zug man die Messung durchführe. Der einzige andere untersuchte Zug, in dem es noch wärmer war als in der Sihltalbahn, ist der Intercity von Zürich HB nach Bern (25,1 Grad – der höchste Wert im Experiment) und zurück (23,8 Grad).

Den niedrigsten Messwert las eine Pendlerin am Mittwochmorgen im Interregio von Olten nach Zürich vom Thermometer ab. Sie sass in einem 19,0 Grad kühlen Zug. Alle anderen Werte unter 20 Grad stammen aus den Zürcher S-Bahnen.

Sollwert von 22 Grad, Schnitt von 21,8 Grad

Aus sämtlichen Messungen resultiert ein Schnitt von 21,8 Grad. SBB-Sprecher Reto Schärli sagt, der Sollwert betrage in allen von der SBB betriebenen Zuglinien 22 Grad. Zudem erklärt er, dass die Schwankungen vorkommen, weil die Heizsysteme der Züge nicht so schnell auf wechselnde äussere Einflüsse reagieren könnten.

Einigen Pendlern ist ausserdem aufgefallen, dass es am Morgen in den Zügen zieht – vor allem in der Nähe von Treppen und Türen. Sprecher Schärli bestätigt, dass Zugluft insbesondere in S-Bahnen durch häufiges Öffnen der Türen verursacht werde.

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