Aktualisiert 18.01.2019 14:07

4 Jahre vor der Fussball-WMSo weit ist Katar mit dem Bau der WM-Stadien

Am 21. November 2022 wird die Fussball-WM in Katar angepfiffen. 20 Minuten hat sich in Doha ein Bild der Entwicklung gemacht.

von
wed
18.1.2019
Der Bau des Al Bayt-Stadions in der Stadt Al Chaur ist schon sehr weit fortgeschritten. Die Architektur soll einem Zelt aus der Wüste Katars gleichen.

Der Bau des Al Bayt-Stadions in der Stadt Al Chaur ist schon sehr weit fortgeschritten. Die Architektur soll einem Zelt aus der Wüste Katars gleichen.

Supreme Committee for Delivery & Legacy
Und so wird das Al Bayt aussehen, wenn es komplett fertiggestellt ist.

Und so wird das Al Bayt aussehen, wenn es komplett fertiggestellt ist.

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Hier sollen schon bald 60'000 Zuschauer Platz finden.

Hier sollen schon bald 60'000 Zuschauer Platz finden.

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Die weltweite Aufregung war gross, als das rund 12'000 Quadratkilometer kleine Emirat Katar den Zuschlag für die Fussball-WM 2022 erhielt. Insbesondere, weil der Zeitpunkt der Weltmeisterschaft wegen der Temperaturen in die Monate November und Dezember verschoben wurde. Doch wie sieht die Entwicklung im Land aus? Wie weit ist man mit dem Bau der Infrastruktur? Und bestätigen sich die kulturellen Vorurteile gegenüber dem Wüstenstaat?

Alles auf Kurs

Im Gegensatz zu den vergangenen Austragungsorten muss man sich in Katar keinerlei Sorgen machen, dass die Stadien nicht rechtzeitig fertig werden. Von den acht Spielstätten werden sieben neu gebaut, die Arbeiten sind auf Kurs. Einige der Neubauten stehen gar schon kurz vor dem Abschluss.

Für scharfe Kritik sorgten die «menschenunwürdigen» Arbeitsbedingungen auf den Baustellen der Stadien. Beim Ausbau der Infrastruktur würden in Katar tausende Arbeitsmigranten aus Bangladesch, Indien oder Nepal ausgebeutet, sagt etwa Amnesty International. Angesprochen auf diese Vorwürfe, heisst es bei den Einheimischen: «Die Arbeiter erhalten einen Lohn, mit dem sie in ihrer Heimat beispielsweise ein Haus für die Familie bauen können. Ausserdem erhalten sie eine Unterkunft und Verpflegung.»

Für Fussball-Fans

Ebenfalls kurz vor Abschluss steht die erste Phase der neuen Doha Metro. Das Multi-Milliarden-Projekt verbessert nicht nur den öffentlichen Verkehr in der Hauptstadt Doha. Fussballfans werden mit der neuen Metro sieben der acht Stadien erreichen – und dies, obwohl nur vier Stadien in der Hauptstadt selbst liegen.

Regulierte Preise

Auch in der Hotellerie tut sich hinsichtlich der Fussball-WM viel. Mehrere Dutzend Hotels in unterschiedlichen Preisklassen sind in der Bauphase oder bereits fertiggebaut. Glaubt man den Insidern vor Ort, wird die Regierung die Preise für alle Hotels während der WM festlegen, damit die Fussballfans keine überrissenen Preise zahlen müssen. Die Fifa soll ihr Quartier bereits im Four Seasons, einem der luxuriösesten Hotels in Doha, gebucht haben.

Kaum Kriminalität

Katar gilt als sicher und das fühlt sich auch so an. Kriminalität ist laut den Einheimischen so gut wie inexistent. Besonders dabei: Man sieht kaum Polizisten. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) schreibt in seinem Reisehinweis für Katar aber, dass man unbekannten Geschäftspartnern nicht blind vertrauen sollte und dass für Frauen Zurückhaltung gegenüber Männern angebracht sei.

Gute Gastgeber

Beim Besuch in Doha zeigen sich die Kataris als gute Gastgeber, freundlich und offen gegenüber der westlichen Kultur. Zudem sprechen alle perfekt Englisch. «Einheimische haben teilweise strenge Regeln im Vergleich zum Westen – Touristen haben hier aber viele Freiheiten und wir haben dafür Verständnis, wenn es mal zu einem Fehltritt kommt oder man die Regeln nicht versteht», sagt ein Einheimischer bei unserem Besuch.

Schliesslich seien die Kataris mit 12 Prozent der Bevölkerung in der Unterzahl und man wolle in den kommenden Jahren noch viel mehr Expats nach Katar locken. «Da ist es selbstverständlich, dass wir uns auch öffnen müssen.» Ganz so offen ist man aber dann doch nicht. Homosexualität ist in Katar beispielsweise weiterhin strafbar. Und bei Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz muss schon bei geringsten Mengen mit langjährigen Haftstrafen gerechnet werden.

Spezielle Zonen

Glaubt man den Einheimischen, plant die Regierung Katars während der Fussball-WM mehrere Fanzonen, wo das Konsumieren von Alkohol gar in der Öffentlichkeit erlaubt sein soll. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das kaum vorstellbar: Möchte man ein Glas Wein oder ein Bier trinken, gibt es das ausschliesslich in Hotelbars und -restaurants im neuen Teil von Doha. In der Altstadt wird auch in den Hotels keinerlei Alkohol ausgeschenkt. Ausserdem wurde Anfang 2019 bekannt, dass Katar eine sogenannte Sündensteuer eingeführt hat. Dabei wurden Preise für alkoholische Getränke bis zu 100 Prozent erhöht.

Reisetipps

Anreise: Qatar Airways fliegt zweimal täglich von Zürich nach Doha.

Tour: Die Agentur Q Explorer bietet diverse Touren in Katar an – von der Wüstensafari, über eine City-Tour in Doha bis zum Tauchausflug.

Diese Reise wurde unterstützt von der Qatar Tourism Authority.

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