Marcel Koller: «So weit wie die Schweiz ist Österreich noch nicht»
Aktualisiert

Marcel Koller«So weit wie die Schweiz ist Österreich noch nicht»

Erstmals gegen statt für sein Heimatland: Auf Marcel Koller wartet in Wien ein spezieller Match. Jubeln werde er nicht, falls die Schweiz ein Tor schiesst.

von
Eva Tedesco
Wien

55-mal spielte Marcel Koller für die Schweiz. Am Dienstag tritt er erstmals gegen sein Heimatland an – als Teamchef der Österreicher. (Video: 20 Minuten)

Dafür wird Koller garantiert jubeln, wenn seine Österreicher gegen die Schweizer Nati treffen sollten. Das Ziel von Marcel Koller ist, diese für ihn spezielle Affiche zu gewinnen. «Ich habe 55-mal für die Schweiz gespielt und nie gegen sie. Dieses Gefühl kenne ich nicht und trotzdem wollen wir gewinnen. Wir wissen aber auch, dass die Schweiz ein gutes Team hat, auch wenn sie jetzt gegen die Slowakei verloren hat.»

Als Schweizer kenne er natürlich die Spieler, die Spielidee und auch das System. «Das kann ein kleiner Vorteil sein», so Koller, der nur lobende Worte für die Nati findet. «Die Schweizer mischen seit Jahren oder Jahrzehnten unter den Top 30 in der Weltspitze mit. Da ist Österreich jetzt wieder dazugekommen, aber jetzt gilt es das zu konsolidieren. Die Schweiz war vor der WM ja schon auf Platz 6 in der Weltrangliste und das ist schon eine Duftmarke. So weit ist Österreich noch nicht.»

2015 kein Länderspiel verloren

Allerdings hat Österreich im Länderspieljahr 2015 noch kein Spiel (8 Spiele, 7 Siege, 1 Remis) verloren und liegt im Fifa-Ranking zurzeit einen Rang vor der Schweiz auf Platz 10. Verliert die Koller-Elf das Spiel gegen die Schweiz nicht, überwintert sie gar auf Platz 9 – vor England. Die letzte Niederlage liegt ein Jahr zurück. Am 18. November verloren die Österreicher 1:2 gegen Brasilien. Wird die Schweiz für Österreich heute zum zweiten Brasilien werden?

«Wir wollen die nächsten sein, die hier in Wien gewinnen», sagt Nati-Trainer Vladimir Petkovic. «Wir müssen wieder mehr Leidenschaft und Liebe zum Fussball zeigen, denn nur so können wir eine andere Leistung bringen.» Petkovic spricht von einem guten Test gegen einen Gegner, der im nächsten Sommer auch an die EM reisen wird, aber nicht von einem besonderen Prestige-Duell. «Für mich ist jedes Spiel ein Prestige-Duell.» Gewinnen will auch Johan Djourou. Der Schweizer Abwehrchef: «Die Liebe zum Fussball ist immer da – bei mir und bei der Mannschaft. Wir lieben unseren Beruf und das wollen wir heute zeigen.»

In der Gesamtbilanz liegt die Schweiz gegen Österreich aber noch im Hintertreffen und hat von 41 Partien 25 verloren (11 Siege, 5 Remis). Aber bei den vergangenen fünf Duellen haben die Schweizer viermal gewonnen. Das letzte Mal 1:0 am 11. August 2010 in Klagenfurt. Der Torschütze damals war Moreno Costanzo.

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