3 mit Sex - «So werde ich euch diesen Sommer abschleppen»
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3 mit Sex«So werde ich euch diesen Sommer abschleppen»

Bald ist Sommer, bald sind wir geimpft – und dann gibts für Bruces angestaute Hormone kein Halten mehr. Schon jetzt überlegt er, mit welchen Flirt-Techniken er euch rumkriegt. Be prepared.

von
Bruce
Zora Schaad
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Bruce kann es kaum erwarten, wieder im echten Leben zu flirten – und gibt Abschlepptipps für den Sommer.

Bruce kann es kaum erwarten, wieder im echten Leben zu flirten – und gibt Abschlepptipps für den Sommer.

Illu: Anna Deér
Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.
Bruce

Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Illu: Anna Deér
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägel umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägel umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Die WG ist bereit für einen Sommer mit Impfung und ohne Quarantäne-Angst.

  • Die Flirt-Skills sind aber im Lockdown ein bisschen eingerostet.

  • Bruce gibt Tipps, wie es im Sommer mit dem Abschleppen garantiert klappen soll.

Der Sommer rückt näher. Ella, Lars und ich können es kaum erwarten, wieder unbeschwert und ohne Quarantäne-Angst zu flirten und zu vö***n. Ich bin sicher: Nach der Pandemie wird die Stadt voll von jungen, schönen Menschen sein, die nur darauf warten, Sodom und Gomorra aufleben zu lassen.

Es ist also höchste Zeit, die angefressenen Netflix-Chips-Pfunde wegzujoggen und mich wieder mit dem Konzept Hosen anzufreunden. Also kurz: meine Bar-Tauglichkeit zu erlangen. Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber meine Flirt-Skills sind während Corona ziemlich eingerostet. Ich kann mich schon gar nicht mehr richtig erinnern, wie ich mich in der freien Single-Wildbahn, ohne Dating-Apps und mit wieder aufgewärmten Gspusis zurecht gefunden habe.

«Die eigentliche Königsdisziplin des Flirtens bleibt das Old-School-Kennenlernen»

Bei Tinder-Dates ist ja alles ziemlich einfach, wenn man denn mal den oder die passende Partner*in gematched hat. Bis dahin ist es allerdings die grösste, zeitverschwendende Hölle auf Erden. Man swiped und swiped und swiped, bevor man sich sinnlose und oft erfolglose Chat-Konversationen antun muss. Sobald jemand date-würdig (beziehungsweise heute: spaziergangstauglich) ist, läuft das Kennenlernen eigentlich nach sehr klarem Drehbuch ab: Aussehen im echten Leben mit Fotos abgleichen, small-talken, Bier trinken, Humor austesten und dann entweder a) verschwinden oder b) zusammen nach Hause gehen. Die Spielregeln sind bekannt, der Algorithmus hat die Bedürfnisse vorab geklärt. Das ist praktisch und ich habe in den letzten Monaten dem Himmel gedankt, dass die Nutzung des Internets zu Dating-Zwecken historisch vor den vermaledeiten Konsum der Fledermaus in Wuhan gefallen ist.

Die eigentliche Königsdisziplin des Flirtens bleibt das Old-School-Kennenlernen. Ohne technische Hilfsmittel. Ich liebe es, wenn ich an einer WG-Party, im El Paso oder in einer Spelunke jemanden von Weitem sehe, beim Tanzen «zufällig» berühre, ein Knistern spüre und dann meinen ganzen Charme, Mut und Intuition einsetzen muss, um bei ihr oder ihm zu landen. Die besten Techniken, approved by Bruce:

1) Der Seismograph

Besonders geeignet für Home-Party-Techtelmechtel oder Bar-Hook-ups. Im Verlauf der Konversation unauffällig den Körperkontakt suchen. Zuerst etwas zu lange in die Augen schauen, dann den Arm berühren und zu guter Letzt im Sitzen Beinkontakt suchen. Dabei munter weiterplappern und abwarten, was zurück kommt. Der Vorteil: Zeigt der Seismograph nichts an, kann man ohne grösseren Gesichtsverlust wieder aussteigen. Schlägt der Zeiger hingegen aus, ist das Messergebnis todsicher.

2) Den Mutantrinker

Wenn der Seismograph nicht eingesetzt werden kann, weil unmittelbar kein Erstkontakt möglich ist (nervige Gruppe, zu laute Bässe usw.), muss ein neuer Plan her. Es gilt: Hemmschelle senken. Etwas Alkohol ist hier sehr hilfreich, um allzu galante Umgangsformen zu überwinden. Nach drei Bier ist der nötige Mut beisammen und es kann, wie oben beschrieben, verfahren werden. Der Nachteil: Äusserst peinliche Auftritte sind durchaus möglich und die Zuverlässigkeit des Seismographen nimmt ab. Im Zweifel kann man es sich so merken: Nur «ja» heisst «ja» und sonst halt weiter trinken zu Schritt 3.

3) Die Angelruten-Technik

Diese etwas entwürdigende Art des Datings kommt zum Einsatz, wenn das Ziel nicht klar ausgemacht werden kann oder alle anderen Methoden gescheitert sind. Wir werfen uns als Köder aus und tanzen im Raum, bis jemand anbeisst und die Arbeit übernimmt, zu der wir nicht mehr fähig sind oder uns nicht trauen. Der Nachteil: Es gelingt meist nur, Männer anzulocken. Aber bei mir hat sie noch (fast) immer funktioniert.

So, und mit diesem Wissen in der Hand sind wir gewappnet für Live-Love. Die Zeiten werden wieder besser!

LGBTQI+: Hast du Fragen oder Probleme?

Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Informationen

Lilli.ch, Informationen und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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