30.01.2020 07:49

Unter Quarantäne in BaselSo werden Coronavirus-Verdachtsfälle isoliert

Rund 50 Coronavirus-Verdachtsfälle gab es bisher in der Schweiz. Unter Quarantäne steht derzeit ein Patient in Basel. So läuft die Isolation ab.

von
J. Probst
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Patienten mit Coronavirus-Verdacht werden in einem Isolationszimmer einquartiert. Im Bild die Quarantänestation im Unispital Zürich.

Patienten mit Coronavirus-Verdacht werden in einem Isolationszimmer einquartiert. Im Bild die Quarantänestation im Unispital Zürich.

Keystone/Alessandro Della Bella
Zu einem regulären Spitalzimmer gebe es zwei Unterschiede, erklärt der Sprecher des Unispitals Basel, Nicolas Drechsler. Ein Patient mit Verdacht auf Coronavirus liege dort im Spital.

Zu einem regulären Spitalzimmer gebe es zwei Unterschiede, erklärt der Sprecher des Unispitals Basel, Nicolas Drechsler. Ein Patient mit Verdacht auf Coronavirus liege dort im Spital.

«Im Isolationszimmer herrscht Unterdruck, damit die Keime nicht im Spital herumgeblasen werden.»

«Im Isolationszimmer herrscht Unterdruck, damit die Keime nicht im Spital herumgeblasen werden.»

Keystone/Alessandro Della Bella

Herr Drechsler*, bei einem Patienten im Universitätsspital Basel besteht der Verdacht auf das Coronavirus. Wie wurde er isoliert?

Er liegt in einem speziellen Isolationszimmer. Dieses sieht identisch aus wie ein normales Einzel-Spitalzimmer, es gibt aber zwei Unterschiede: Im Isolationszimmer herrscht Unterdruck, damit die Keime nicht im Spital herumgeblasen werden. Zudem hat es vor dem Zimmer eine Schleuse.

Wie schützen sich Ärzte und Pflegepersonal?

Wenn sie zu einem Patienten mit Coronavirus-Verdacht müssen, öffnen sie zuerst die Tür vom Gang in den Vorraum. Dort hat es Schutzutensilien: Schutzbrillen, Einwegschürzen aus Papier und Schutzmasken. Haben sich Ärzte und Pflegepersonal damit ausgerüstet, öffnen sie die zweite Tür und gehen ins Zimmer. Beim Verlassen des Zimmers werfen sie die Schutzausrüstung weg und desinfizieren die Hände. Bei einer Grippeerkrankung ist das Prozedere fast dasselbe, dann braucht es aber keine Schutzbrille und nur eine weniger leistungsfähige Schutzmaske. Wichtigste Vorsichtsmassnahmen für alle im Spital sind die Händehygiene und dass man ein Taschentuch benutzt beim Niesen und Husten und dieses danach ordentlich entsorgt.

Welche Regeln gelten für den Patienten in Quarantäne?

Grundsätzlich gibt es keinen Zwang. Das Spital darf den Patienten nicht im Isolationszimmer einsperren oder am Bett anbinden. Er sollte aber im Zimmer bleiben. An diese Regel hielten sich bisher noch alle, wir hatten noch nie das Problem, dass jemand weggelaufen ist. Auch Besucher sollte er möglichst wenige empfangen. Trotzdem ist der Besuch mit Schutzausrüstung möglich.

Können Patienten unter Quarantäne draussen eine Rauchpause machen?

Nein, davon raten wir ab, gerade weil das Coronavirus die Atemwege der Patienten infiziert. Im Notfall können Patienten bei uns mit Nikotin-Ersatzprodukten versorgt werden. Das Verlassen des Zimmers ist den Isolationspatienten wie gesagt nicht gestattet.

Wie lange werden Patienten mit Coronavirus-Verdacht isoliert?

Etwa 24 Stunden. So lange geht es, bis das Universitätsspital Genf getestet hat, ob der Patient tatsächlich das Coronavirus hat. Ist der Test negativ, kann er wieder nach Hause gehen. Ausser es geht ihm dafür zu schlecht, dann wird er in ein normales Spitalzimmer verlegt.

Wie viele Isolationszimmer hat das Universitätsspital Basel?

Wir haben acht dafür vorgesehene Unterdruck-Isolationszimmer. Zur Not kann aber auch jedes normale Zimmer für eine Isolation genutzt werden.

*Nicolas Drechsler ist Mediensprecher des Universitätsspitals Basel.

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