Impfstoff: So werden die Impfdosen in der Schweiz verteilt
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ImpfstoffSo werden die Impfdosen in der Schweiz verteilt

Ab Januar erhält die Schweiz monatlich 250’000 Impfdosen. Logistikunternehmer Peter Galliker erklärt, worauf bei Lagerung und Transport der sensiblen Ware geachtet werden muss.

von
Nathan Keusch
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Die Firma Galliker Transport AG übernimmt die Impflogistik in 15 Kantonen. In gekühlten Kleintransportern werden die Impfdosen an die Impfzentren geliefert.

Die Firma Galliker Transport AG übernimmt die Impflogistik in 15 Kantonen. In gekühlten Kleintransportern werden die Impfdosen an die Impfzentren geliefert.

Galliker Transport AG

Nach einer ersten Lieferung von 107’000 Dosen sollen ab Januar monatlich 250’000 Impf-Kits von Pfizer/Biontech an die Armeeapotheke geliefert werden.


Nach einer ersten Lieferung von 107’000 Dosen sollen ab Januar monatlich 250’000 Impf-Kits von Pfizer/Biontech an die Armeeapotheke geliefert werden.

 REUTERS/Jeff Christensen
Galliker hat bereits 20 Jahre Erfahrung in der Lagerung und beim Transport von Medikamenten. «Es ehrt mich sehr, dass wir das Vertrauen der Kantonsregierungen geniessen», sagt Geschäftsführer Peter Galliker.

Galliker hat bereits 20 Jahre Erfahrung in der Lagerung und beim Transport von Medikamenten. «Es ehrt mich sehr, dass wir das Vertrauen der Kantonsregierungen geniessen», sagt Geschäftsführer Peter Galliker.

Galliker Transport  AG

Darum gehts

  • Galliker Transport AG steuert die Impflogistik in 15 Kantonen.

  • Der Impfstoff muss bei minus 75 Grad Celsius gelagert werden.

  • Ohne Kühlung ist er fünf Tage haltbar.

  • Die Impfdosen werden in gekühlten Lieferwagen zu den Impfzentren gefahren.

Die Schweiz macht sich bereit für den Impfstart. Erste Kantone beginnen bereits im Dezember, der Kanton Luzern startet am Mittwoch. Nach einer ersten Lieferung von 107’000 Dosen sollen ab Januar monatlich 250’000 Impf-Kits von Pfizer/Biontech an die Armeeapotheke geliefert werden, sagt Daniel Aeschbach von der Armeeapotheke. Die Verteilung des Impfstoffs unterliegt den Kantonen und bedeutet einen grossen logistischen Aufwand.

In Kantonen, die diesen Aufwand nicht selbst stemmen können, kommen private Logistikdienstleister zum Einsatz. Die Firma Galliker Transport AG mit Sitz in Altishofen LU übernimmt die Auslieferung in 15 Kantonen, unter anderem auch in der Zentralschweiz. Galliker hat bereits 20 Jahre Erfahrung in der Lagerung und beim Transport von Medikamenten. «Es ehrt mich sehr, dass wir das Vertrauen der Kantonsregierungen geniessen», sagt Geschäftsführer Peter Galliker.

Lagerung bei minus 75° Celsius

Galliker steuert die Verteilung der Impfstoffe von vier Standorten in der Schweiz aus. «Unser grösstes Logistikzentrum ist in Dagmersellen LU. Aber wir haben auch welche im Raum Lausanne, in St. Gallen und in Bellinzona», erklärt Galliker. Diese Zentren würden direkt von der Armeeapotheke mit den Impfdosen beliefert. «Bei uns gehen die Bestellungen der Kantone ein, und wir verteilen dann die genaue Anzahl Impfstoffe an die Impfzentren.»

Dass die Lieferungen so genau sein müssen, hängt mit der Qualitätssicherung zusammen. Der Impfstoff von Pfizer/Biontech müsse bei minus 75° Celsius gelagert werden, und die Kühlkette dürfe nicht unterbrochen werden. «Sobald die Dosen unsere Kühlschränke verlassen, sind sie noch fünf Tage haltbar», erklärt Galliker. Nach der Auslieferung muss der Impfstoff also relativ schnell verabreicht werden.

Sicherheit geht vor

Bei sensibler Ware wie den Impfstoffen sei nicht nur die Qualitätssicherung, sondern auch Sicherheit im Allgemeinen wichtig. So gebe es diverse Sicherheitsmassnahmen wie beispielsweise eine Videoüberwachung. «Unsere Logistikzentren sind alle eingezäunt», sagt Galliker. «Die Türen, hinter denen sich die Impfstoffe befinden, sind alle gesichert. Ohne Badge kommt niemand rein.»

Für den Transport in den gekühlten Kleintransportern sei ebenfalls ein Sicherheitskonzept mit den Kantonen abgeklärt. «Wir stufen das Risiko eines Übergriffs auf unsere Fahrzeuge als gering ein», sagt Galliker. Zusätzliche Massnahmen wie Sicherheitspersonal seien bereit und könnten falls nötig eingesetzt werden. Die Einschätzung werde laufend überprüft.

Um möglichst effizient und ökologisch unterwegs zu sein, werde man versuchen, mehrere Lieferorte zu kombinieren und Touren zu fahren. «In der ersten Phase wird das relativ simpel sein, da es nur wenige Standorte sind», sagt Galliker. Das werde sich früher oder später aber noch ändern. «Wir rechnen mit einer Ausweitung auf weitere Standorte.» Aber auch dies sollte kein Problem darstellen. «Wir sind flexibel. Schliesslich ist das unser Tagesgeschäft», sagt Galliker.

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