Basel: So werden psychisch Kranke Häftlinge betreut
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BaselSo werden psychisch Kranke Häftlinge betreut

Im Basler Untersuchungsgefängnis Waaghof wird eine Station für psychisch Kranke Insassen eröffnet. Solche Haftplätze sind in der Schweiz noch Mangelware.

von
lha

So sieht es in der neuen Station für psychisch erkrankte Häftlinge im Untersuchungsgefängnis Waaghof aus. (Video: Wibbitz/20 Minuten)

In Basel nimmt Anfang Oktober eine neue Station zur Betreuung psychisch erkrankter Insassen im Untersuchungsgefängnis Waaghof den Betrieb auf. Die Station mit zehn Plätzen entspricht einem akuten Bedürfnis im Strafvollzug. Jeder dritte Häftling ist psychisch erkrankt und gar die Hälfte der Insassen hat ein Suchtproblem.

Diese Häftlinge können in der neuen Station ganzheitlich betreut und ärztlich versorgt werden. Die Patienten bleiben aber nur vorübergehend auf der «Spezialsation 6». Nämlich solange, bis sie wieder fit für den normalen Strafvollzug sind. Die schweren Fälle werden hier aber nicht behandelt. Straftäter mit schweren Persönlichkeitsstörungen landen nach wie vor in der forensischen Abteilung der Psychiatrie.

Die neue Station ist für Schweizer Gefängnisse eine Seltenheit. In Zürich wurde kürzlich ebenfalls eine solche eröffnet, landesweit bestehe aber noch ein grösserer Mangel an solchen Therapieplätzen in Gefängnissen, hiess es an einem Medientermin am Freitag.

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