Aktualisiert 09.12.2014 06:49

Prognose

So werden wir in Zukunft bezahlen

Das klassische Bargeld hat laut Experten bald ausgedient. Armbänder, Handabdrücke oder Iris-Scans werden schrittweise dessen Funktion übernehmen.

von
kwo
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Quixter
Quixter

Das Start-up Quixter aus Schweden möchte das Bargeld duch Handflächen-Scans ersetzen.

Bpay Wristband
Bpay Wristband

Die britische Bank Barclay's hat hierfür ein Zahlungsarmband lanciert.

David Dench
Smartphone-Payment
Smartphone-Payment

Apple und Swisscom setzen auf Smartphone-Bezahlsysteme.

Keystone/AP/Eric Risberg

Bargeld könnte als Zahlungsmittel bald verschwinden. Grund hierfür sind neue Technologien, die das Bezahlen via Fingerabdruck, Gürtelschnalle, Smartwatch, Armband oder sogar Kontaktlinsen ermöglichen. Steven Lewis von Ernst & Young, meint: «Die Zukunft gehört dem kontaktlosen Bezahlen. Dabei werden vor allem auch biometrische Daten eine immer grössere Rolle spielen und zum Beispiel den PIN-Code ersetzen.»

Bereits heute existieren mehrere Systeme, die zeigen, was die Zukunft bringen könnte. So lancierte die englische Bank Barclay's unter dem Namen Bpay vor kurzem ein intelligentes Armband. Dieses können Kunden in den Geschäften kurz ans Bezahlterminal halten, schon ist die Rechnung beglichen.

Bezahlen per Hand- oder Iris-Scan

Einen Schritt weiter geht das Start-up Quixter aus Schweden. Es möchte Geräte und Kreditkarten dank eines neuartigen Bezahlterminals gleich ganz unnötig machen. Dieses scannt die Handflächen seiner Kunden und wird bisher in 15 Geschäften in der Stadt Lund eingesetzt. 1600 Konsumenten haben sich schon für die Nutzung registriert. Firmengründer Frederik Leifland erklärt, dass der Bezahlvorgang mit seinem Handscan-System ungefähr fünf Sekunden dauert.

Eine Alternative zu den Handabdrücken wären Iris-Scans. Laut Experten interessiert sich Apple, dessen neue Geräte bereits über Fingerabdruck-Sensoren verfügen, für solche Technologien. Wie man sich den Bezahlvorgang dann vorstellen müsste, zeigen Erfahrungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese verwenden bereits seit 2001 bei Grenzkontrollen Iris-Scans, um die Einreise unliebsamer Personen zu verhindern. Auch Einkäufe könnten so vonstattengehen. Der grosse Vorteil beider Alternativen: Die Sicherheit. PIN-Codes und Passwörter können gestohlen werden, Augen und Hände nicht.

Anstatt Armbändern, Händen und Augen kann man auch noch das Smartphone einsetzen. Apples in den USA lanciertes mobiles Bezahlsystem Apple Pay und die Tapit-App der Swisscom tun dies. Der Dienstleister Paypal wiederum bietet ein Zahlsystem via Smartwatch.

Was sich durchsetzt

Doch welche dieser Technologien wird sich als Erstes gegen das Bargeld durchsetzen? «Hand- und Iris-Scans werden es schwer haben», erklärt ZHAW-Zahlungsexperte Sandro Graf. Der Grund sei, dass den Leuten das Vertrauen fehlt, bei der Weitergabe ihrer biometrischen Daten. Zuerst werde das Bargeld vom Bezahlen via Smartphone und ähnlicher Devices abgelöst: «Es ist ebenfalls sicher, lässt sich gut mit weiteren praktischen Funktionen verknüpfen und die Kunden erhalten somit einen echten Mehrwert.»

Matthias Meihofer, Projektleiter bei der IG Schweizer Kartenanbieter, bestätigt diese Einschätzung: «Wir gehen davon aus, dass bis 2020 mehr als 50 Prozent aller Zahlungen über ein mobiles Endgerät erfolgen werden.» Dabei werde aber auch eine Zunahme klassischer Plastikkreditkarten zum Rückgang des Bargelds beitragen.

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