Aktualisiert 09.10.2012 04:46

«Baggern, Saufen, Party»So wild treiben es junge Schweizer im Ausgang

Jeder fünfte Schweizer trinkt zu viel, wie die erste offizielle Studie des Bundes zum Thema zeigt. Besonders Junge lassen es im Ausgang gerne richtig krachen.

von
L. Hanselmann

«Jung, wild & sexy» ist mehr Reality als Soap. Ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung schaut oft zu tief ins Glas. Doch ganz besonders die Generation der Unter-25-Jährigen trinke «schnell und viel», heisst es im ersten Suchtmonitoring des Bundesamt fürs Gesundheit (BAG), für das rund 11 000 Schweizer befragt worden sind.

Jeder Vierte 15- bis 19-Jährige besäuft sich demnach mindestens einmal pro Monat, 13 Prozent wöchentlich. Bei den 20- bis 24-Jährigen zählen sogar 39 Prozent zu den monatlichen und 22 Prozent zu den wöchentlichen Rauschtrinkern.

Cannabis in, Kokain out

Im Schnitt zechen zwei von drei Jungen im Ausgang, jeder 12. Teenager nimmt zusätzlich Drogen – meistens Cannabis. «Ecstasy, LSD oder Kokain sind hingegen weniger verbreitet, als angenommen», so Ursula Koch, Leiterin der Präventionsabteilung des BAG.

Durchschnittlich geht die U-25-Generation viermal pro Monat in den Ausgang – am liebsten in Bars und Discos. Frauen bechern in der Regel vier Drinks, Männer fünf Bier.

Besoffene landen eher mit Fremden im Bett

Wer weniger als 750 Franken pro Monat verdient, bunkert Alkohol vor den Clubs im Gebüsch oder im Kofferraum. Zudem trinkt jeder Siebte schon vor dem Ausgang. Im Sommer lassen sich Junge gerne auch in Parks und auf öffentlichen Plätzen volllaufen.

«Wer viel trinkt, geht zudem eher Risiken ein», so Koch. 14 Prozent der Jungen gerieten schon in Schlägereien, 6 Prozent waren in Verkehrsunfälle verwickelt, 5 Prozent mussten sich im Notfall behandeln lassen. Und jeder Zwölfte hat nach dem Ausgang Sex. Wer stockbesoffen ist, steigt dabei oft mit einem Fremden ins Bett.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.