Stadtentwicklung: So will Basel verdichten, ohne eng zu werden
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StadtentwicklungSo will Basel verdichten, ohne eng zu werden

Mit der Bebauung des Schorenareals zeigt das Baudepartement, wie Basel zu mehr Wohnflächen kommen soll, ohne dass dabei die Wohn- und Lebensqualität verloren geht.

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fh
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Basel wächst jedes Jahr und wird so um viele Einwohner und Arbeitsplätze reicher. Was es braucht sind neue Wohnflächen.

Basel wächst jedes Jahr und wird so um viele Einwohner und Arbeitsplätze reicher. Was es braucht sind neue Wohnflächen.

20 Minuten/fh
Mit der Bebauung des Schorenareals zeigt das Baudepartement, wie Basel zu mehr Wohnflächen kommen soll, ohne dass es den Bewohnern dabei zu eng wird.

Mit der Bebauung des Schorenareals zeigt das Baudepartement, wie Basel zu mehr Wohnflächen kommen soll, ohne dass es den Bewohnern dabei zu eng wird.

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Hier sollen 43 Reihenhäuser, zwei Hochhäuser, eine Schule und 97 Genossenschaftswohnungen Platz für insgesamt 800 Bewohner bieten.

Hier sollen 43 Reihenhäuser, zwei Hochhäuser, eine Schule und 97 Genossenschaftswohnungen Platz für insgesamt 800 Bewohner bieten.

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Basel wächst von Jahr zu Jahr: Immer mehr Leute kommen vom Land in die Stadt zurück und suchen hier nach einer Arbeit und einem Wohnsitz. Während in den vergangenen zehn Jahren nahm die Einwohnerzahl um 9000 auf aktuell 197'204 Personen zu. Will die Stadt weiter wachsen, braucht sie dringend neuen Wohnraum. Aktuell ist der Wohnungsmarkt bei einer Leerstandsquote von 0,3 Prozent praktisch ausgetrocknet. «Derzeit ist es schwierig, passende Wohnräume zu finden», sagt Peter Näf, Projektleiter Wohnraumentwicklung.

Da der Kanton kaum über freie Flächen für Bebauungen verfügt, muss bestehender Wohnraum verdichtet werden. Dichtestress soll aber nicht aufkommen. «Es geht darum, mehr Dichte zu schaffen, ohne dabei auf Wohn- und vor allem Lebensqualität verzichten zu müssen», sagt Martin Sandtner, Leiter des Planungsamts. Dass dies durchaus gelingen kann, zeigte das Baudepartement am Montag bei einer Begehung des Schorenareals beim Eglisee.

Siedlungsentwicklung als zukünftiges Wohn-Ideal

Entsprechend dem Bedarf nach vielfältigem Wohnraum enstehen dort drei verschiedene Wohntypen. Bereits bewohnbar ist die Schorenstadt. Hier leben 120 Leute, mehrheitlich Familien, in 43 Reihenhäusern und zwei Mehrfamilienhäusern. Trotz der hohen Anzahl an Gebäuden bietet die Siedlung genügend Platz für Spielplätze, Grünflächen und andere Rückzugsorte. «Das Schorenareal zeigt idealtypisch, wie mit dem knappen Boden im Kanton Basel-Stadt umgegangen weden soll», so Näf.

Zusätzlich zu den Familienhäusern entstehen auf dem Areal neben einem Schulhaus zwei Hochhäuser und 97 Genossenschaftswohnungen. Letztere sollen zu erschwinglichen Preisen gemietet werden können. Die Wohnungen in den Hochhäusern fallen dagegen etwas exklusiver aus. 3700 Franken kostet hier eine Vier- bis Fünfzimmer-Wohnung – top Aussicht inklusive.

Ganz im Sinne einer nachhaltigen Energie- und Umweltpolitik leben die Bewohner nach den Regeln der 2000-Watt-Gesellschaft. Durch die Einsparung von Ressourcen wird die Energieeffizienz gesteigert. «Die Bewohner müssen beim Einzug eine Schoren-Charta unterschreiben», so Husmann. Mit der Unterzeichnung dieser Erklärung verpflichten sie sich dazu, nachhaltig und umweltbewusst zu leben.

Mehr Wohnungen dank Areal-Umnutzungen

Die Schaffung von zusätzlichen Wohnflächen ist und bleibt ein Dauerthema. Das grösste Potenzial für die Schaffung von mehr Platz stellen laut Näf die stark unternutztem Industrieareale dar. Noch dieses Jahr soll dem Grossen Rat der Bebauungsplan Volta Nord überrreicht werden.

Hier soll zusätzlicher Wohnraum unter anderem für gemeinnützige Wohnbauträger entstehen. Längerfristig sollen mehrere Areale transformiert und teils für Wohnnutzungen geöffnet werden. «Ziel des Kantons ist es, dass möglichst viele der Beschäftigten und ihre Familien in Basel wohnen können», erklärt Näf.

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