Aktualisiert 26.07.2018 18:09

«Herzensangelegenheit»

So will FDP-Dobler Franz Carl Weber umkrempeln

Kaum aus den Ferien zurück, wird Nationalrat Marcel Dobler mit Fragen zum Franz Carl Weber überhäuft. Nun erklärt er, welche Ansätze er verfolgt.

von
R. Knecht
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Marcel Dobler, FDP-Politiker und Digitec-Mitgründer, ist einer von drei Investoren, die Franz Carl Weber gemeinsam von der französischen Ludendo-Gruppe gekauft haben.

Marcel Dobler, FDP-Politiker und Digitec-Mitgründer, ist einer von drei Investoren, die Franz Carl Weber gemeinsam von der französischen Ludendo-Gruppe gekauft haben.

20 Minuten/rkn
Dobler sitzt im Verwaltungsrat (VR) der FCW Group, die das Unternehmen gekauft hat. Ausser ihm ist auch der Schweiz-Chef von Franz Carl Weber, Yves Hugo Burger, im VR.

Dobler sitzt im Verwaltungsrat (VR) der FCW Group, die das Unternehmen gekauft hat. Ausser ihm ist auch der Schweiz-Chef von Franz Carl Weber, Yves Hugo Burger, im VR.

Keystone/Walter Bieri
Die Pressestelle von Franz Carl Weber bestätigte den Deal am Freitag, dem 20. Juli offiziell.

Die Pressestelle von Franz Carl Weber bestätigte den Deal am Freitag, dem 20. Juli offiziell.

Keystone/Walter Bieri

Bis am Mittwoch war FDP-Nationalrat Marcel Dobler, der letzte Woche zusammen mit zwei weiteren Investoren den Franz Carl Weber (FCW) von der französischen Ludendo-Gruppe zurückgekauft hat, noch in den Ferien. Kaum zurück, musste er Journalisten an einer Medienkonferenz von FCW Rede und Antwort stehen. Eines vorab: Zum Kaufpreis äusserte sich Dobler nicht.

Warum beteiligt sich der Schweizer Politiker und Digitec-Mitgründer überhaupt am Spielwarenhändler? Das sei für ihn eine «Herzensangelegenheit», sagt Dobler. Er habe viele Kindheitserinnerungen, insbesondere aus der Weihnachtszeit.

20 Minuten wollte zudem wissen, was der E-Commerce-Experte mit dem klassischen stationären Geschäft vorhat. «Es ist noch zu früh, um etwas völlig Konkretes anzukündigen», betont Dobler. Was für Ansätze die drei Investoren haben, verrät der Politiker im Gespräch mit 20 Minuten:

• Digitalisierung

Eins ist klar, für Franz Carl Weber ist es höchste Zeit, die Digitalisierung ernst zu nehmen. Eine besondere Herausforderung ist für Dobler dabei, dass der FCW sich gerade durch das Physische auszeichnet. Für ihn sei es etwa eine Kindheitstradition gewesen, den Weihnachtskatalog des Händlers zu durchforsten, Seiten mit gewünschten Spielzeugen herauszureissen und zu markieren. Dieses haptische Element wolle er nicht verlieren. Er könnte sich aber vorstellen, etwa den Wunschzettel zu digitalisieren, damit man ihn so mit den Familienmitgliedern teilen kann.

• Saisonale Branche aufbrechen

Im Vergleich zum Rest des Jahres läuft der Spielzeughandel bekanntlich vor allem zur Weihnachtszeit auf Hochtouren. «Diese Verkaufszyklen müssen wir aufbrechen», sagt Dobler. Da werde insbesondere das Marketing eine grosse Rolle spielen.

• Beratung ausbauen

«Die Beratung im FCW ist ganz klar eine Stärke, auf die wir uns konzentrieren müssen», erklärt Dobler. So sei es denkbar, dass die Beratung auch über neue Kanäle, etwa online, stattfindet. Die physische Präsenz im Franzki und die Möglichkeit, Spielwaren auszuprobieren, sollen aber weiterhin ein zentrales Element sein, was die Kundenberatung anbelangt.

• Mehr Extrawürste

Kundenwünsche sollen künftig mehr im Mittelpunkt stehen. «Wir wollen Kunden Vorteile bringen, die ihnen auch etwas nützen», sagt der neue Investor. Er habe auch schon eine Menge Ideen – mehr verraten will er derzeit aber nicht.

• Gewinn an zweiter Stelle

«Ich bin nicht eingestiegen, um Geld abzuführen», sagt Dobler. Ihm gehe es darum, die Marke zu schützen. Auf die Frage, ob er sich als Retter von FCW sehe, sagt er nur: «Es freut mich, dass ich den FCW unterstützen kann.» Langfristig müsse das Unternehmen aber natürlich auch profitabel sein.

• Kontakte mit China

Zusammen mit den beiden Schweizer Investoren sitzt auch Florian Sieber, stellvertretend für die deutsche Simba Dickie Group, im neuen Verwaltungsrat von FCW. «Der Spielzeughersteller hat extrem gute Kontakte zu Produzenten», erklärt Dobler. Sie sitzen etwa in China. Diese Beziehungen seien äusserst wichtig für die Strategie des Schweizer Händlers.

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