Basistunnel: So wird das 12-Millionen-Gotthard-Eröffnungsfest
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BasistunnelSo wird das 12-Millionen-Gotthard-Eröffnungsfest

Tunnelfahrten und Dämonentänze: Die Verantwortlichen haben das Eröffnungsprogramm des Gotthard-Basistunnels vorgestellt.

von
jh

Der Countdown läuft. Am 1. Juni, 17 Jahre nach der ersten Sprengung im Hauptstollen, wird der längste Eisenbahntunnel der Welt offiziell eröffnet. Unter dem Titel «Gottardo 2016» finden am 1. sowie am 4. und 5. Juni eine ganze Reihe von Festlichkeiten und Spektakeln statt. Zu den Organisatoren gehören der Bund, die SBB und die für die Bauarbeiten zuständige AlpTransitGotthard AG.

1100 Gäste und um die 300 Medienvertreter werden am 1. Juni erwartet, wenn die ersten zwei Züge mit Passagieren durch den Tunnel fahren. Der Höhepunkt des Mega-Volksfestes: die erste Tunnelfahrten mit dem Gotthardshuttle mit bis zu 200 km/h. An Bord werden tausend Personen sein, die in der Verlosung Anfang Jahr ein Ticket ergattert haben. Mit dabei sein werden auch alle sieben Bundesräte, die Staats- respektive Regierungschefs der Nachbarländer und der Staaten entlang des Güterkorridors von Rotterdam bis Genua. In der Nähe der Tunnelportale – im Raum Erstfeld/Rynächt im Kanton Uri sowie in Pollegio auf der Tessiner Seite – sind Feierlichkeiten geplant.

Theaterregisseur Volker Hesse inszeniert

Für Unterhaltung sorgen 600 Laiendarsteller und eine internationale Truppe von Boden- und Luftakrobaten, die sich dem Mythos Gotthard und dem hochmodernen Tunnel widmen. Der zuständige künstlerische Leiter der «Gottardo 2016», Theaterregisseur Volker Hesse, will damit nicht zuletzt an die archaisch-dämonischen Kräfte der Natur erinnern: «Auch wenn zivilisatorische Errungenschaften wie der Tunnelbau heute nicht mehr die gleichen Opfer wie früher fordert – das gigantische Bauwerk durch das Gotthardmassiv war nicht etwa Routine, sondern etwas Vermessenes, von Unsicherheit und Gefahren Geprägtes.» Der Kampf mit den Bergen sei so bis heute ein Wagnis für den Menschen.

Allein für die Feier am 1. Juni wird der Bund 8 Millionen Franken ausgeben. Insgesamt schlagen die Feierlichkeiten mit 12 Millionen Franken zu Buche. Das Geld sei vernünftig investiert, sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard Ende April in einem Interview mit dem «Blick». «Wir klotzen nicht, aber eine würdige Feier lohnt sich auch mit Blick auf die weltweite Ausstrahlung.» Der Kanton Uri steuert 570'000 Franken bei, das Tessin 350'000 Franken.

Am darauffolgenden Wochenende findet dann auf den vier Festplätzen in der Nähe der Tunnelportale ein gigantisches Volksfest statt. Erwartet werden um die 100'000 Gäste. Wer vorab ein Ticket kauft, kann mit Extrazügen mit 200 km/h durch den Tunnel fahren.

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