Zirkushalle und 85-Meter-Hochhaus - So wird das neue Koch-Areal aussehen
Publiziert

Zirkushalle und 85-Meter-HochhausSo wird das neue Koch-Areal aussehen

Auf dem Koch-Areal sollen über 300 gemeinnützige Wohnungen für rund 900 Menschen entstehen. Auch ein grosses Gewerbehaus und ein neuer Quartierpark sind geplant.

von
Monira Djurdjevic
1 / 5
Der Stadtrat hat die BZO-Teilrevision und den privaten Gestaltungsplan gutgeheissen.

Der Stadtrat hat die BZO-Teilrevision und den privaten Gestaltungsplan gutgeheissen.

Stadt Zürich
Bis frühestens 2025 sollen auf dem Koch-Areal gemeinnützige Wohnungen, ein grosses Gewerbehaus und ein neuer Quartierpark entstehen. 

Bis frühestens 2025 sollen auf dem Koch-Areal gemeinnützige Wohnungen, ein grosses Gewerbehaus und ein neuer Quartierpark entstehen.

Stadt Zürich
Um auf dem Koch-Areal preisgünstige Wohnungen und Gewerbeflächen erstellen zu können, gewährt die Stadt drei Bauträgerinnen Baurechte.

Um auf dem Koch-Areal preisgünstige Wohnungen und Gewerbeflächen erstellen zu können, gewährt die Stadt drei Bauträgerinnen Baurechte.

Stadt Zürich

Darum gehts

  • Die Stadt Zürich hat im Dezember 2013 das rund 30’000 Quadratmeter grosse Koch-Areal für 70 Millionen Franken gekauft.

  • Um auf dem Koch-Areal preisgünstige Wohnungen und Gewerbeflächen erstellen zu können, gewährt die Stadt drei Bauträgerinnen Baurechte.

  • Mit dem Start der Bauarbeiten rechnet die Stadt Zürich ab 2023.

Sobald die Planungsgrundlagen rechtskräftig und die entsprechenden Bewilligungen erteilt sind, sollen die Bauarbeiten auf dem Koch-Areal beginnen. Geplant ist der Baustart ab 2023. Das teile die Stadt Zürich am Donnerstag mit. Bis frühestens 2025 sollen auf dem ehemaligen Industrieareal in Albisrieden/Altstetten über 300 gemeinnützige Wohnungen, ein grosses Gewerbehaus und ein neuer Quartierpark entstehen. Die Stadt Zürich hat im Dezember 2013 das rund 30’000 Quadratmeter grosse Koch-Areal für 70 Millionen Franken gekauft. Zurzeit ist ein Teil des Koch-Areals besetzt. Die Besetzung wird bis zum Baubeginn toleriert. Hier ein Überblick, wie es ab 2025 auf dem ehemaligen Industrieareal aussehen wird.

Wohnen, Leben und Arbeiten

Der von der Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk1 geplante Neubau beinhaltet unter anderem 125 gemeinnützige Wohnungen, einen städtischen Kindergarten sowie eine Zirkushalle für das auf dem Koch-Areal beheimatete Zirkusquartier. Wie die Stadt Zürich in einer Mitteilung schreibt, beläuft sich die Miete für eine 4,5-Zimmer-Wohnung mit knapp 110 Quadratmetern auf rund 2000 Franken pro Monat. Bei einem Drittel der Wohnungen wird die Miete durch Subventionen verbilligt. Kostenpunkt des Projekts liegt bei knapp 83 Millionen Franken. Zudem plant die Immobilienentwicklerin SENN auf einer Nutzfläche von rund 10’000 Quadratmetern Räume für Gewerbebetriebe, Handels- und Dienstleistungsbetriebe, Gastronomie sowie Schulungs- und Bildungsangebote. Kosten für den Bau belaufen sich auf rund 55 Millionen Franken.

Auf dem Koch-Areal sollen über 300 gemeinnützige Wohnungen für rund 900 Menschen entstehen. Auch ein grosses Gewerbehaus und ein neuer Quartierpark sind geplant. 

Auf dem Koch-Areal sollen über 300 gemeinnützige Wohnungen für rund 900 Menschen entstehen. Auch ein grosses Gewerbehaus und ein neuer Quartierpark sind geplant.

Stadt Zürich

85-Meter-Hochhaus

Die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ) plant ein 85 Meter hohes Hochhaus entlang der Flurstrasse, einen achtgeschossigen Zeilenbau am Quartierpark sowie verschiedene Gewerbenutzungen im öffentlich zugänglichen Erdgeschoss, dem Sockelbau. Wie die Stadt Zürich in einer Mitteilung schreibt, wird auf dem Dach dieses Sockelbaus ein grossflächiger Garten mit einem Gemeinschaftspavillon angelegt. Der soll den Bewohnenden als Treffpunkt dienen. Geplant sind rund 200 Wohnungen. Eine 4,5-Zimmer-Wohnung mit 94 Quadratmetern soll rund 1600 Franken pro Monat kosten. Auch hier wird bei einem Drittel der Wohnungen die Miete durch Subventionen verbilligt. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf rund 78 Millionen Franken.

Die Wohnungen in dem 85-Meter-Hochhaus sind voraussichtlich frühestens 2025 bezugsbereit. 

Die Wohnungen in dem 85-Meter-Hochhaus sind voraussichtlich frühestens 2025 bezugsbereit.

Stadt Zürich

Quartierpark

Der knapp 12’000 Quadratmeter grosse Quartierpark soll die künftige grüne Mitte des Koch-Areals bilden. Wie es in einer Mitteilung heisst, ist er ein wichtiger Teil der Freiraumversorgung für die Bevölkerung in den Quartieren Albisrieden und Altstetten. Die ehemals als Kohlenlager genutzte Halle ist samt der dazugehörigen Gleisinfrastruktur ein wertvoller und seltener Bauzeuge der städtebaulichen Entwicklungsgeschichte von Albisrieden und Altstetten. Dem heute im Rahmen einer Zwischennutzung auf dem Koch-Areal beheimateten Zirkus Chnopf soll künftig die zeitweise Nutzung des nördlichen Hallenteils als Probebühne und für Veranstaltungen ermöglicht werden. Die Kosten für den Bau des Quartierparks sowie für die Instandsetzung und den Teilersatz der schutzwürdigen Kohlenlagerhalle belaufen sich auf rund 15.8 Millionen.

Grün Stadt Zürich (GSZ) wird den Quartierpark erstellen. Damit der Quartierpark seiner künftigen Nutzung zugeführt werden kann, ist die Übertragung einer rund 12’000 Quadratmeter grossen Grundstücksfläche vom Finanzvermögen von Liegenschaften Stadt Zürich ins Verwaltungsvermögen von Grün Stadt Zürich erforderlich. Für die Übertragung zum Buchwert sind 7.1 Millionen Franken notwendig. Aufgrund der Höhe von insgesamt 22.9 Millionen Franken entscheidet die Stimmbevölkerung der Stadt Zürich über den Objektkredit. Die dafür vorgesehene Volksabstimmung findet voraussichtlich im Mai 2022 statt.

«Der Park wird das Quartier beleben und ist ein wichtiger Teil der Freiraumversorgung», sagt Richard Wolff, Stadtrat und Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements.

«Der Park wird das Quartier beleben und ist ein wichtiger Teil der Freiraumversorgung», sagt Richard Wolff, Stadtrat und Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements.

Stadt Zürich

Baurechte und Teilevision

Im September 2017 gab die Stadt Zürich der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ) und der Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk1 den Zuschlag für den Bau von gemeinnützigen Wohnungen sowie der Immobilienentwicklerin SENN den Zuschlag für den Bau eines Gewerbehauses. Grün Stadt Zürich (GSZ) wird den Quartierpark erstellen. Die Projekte gehen aus den Architekturwettbewerben hervor, die im Sommer 2018, nach der Zustimmung der Zürcher Stimmbevölkerung zugunsten des gemeinnützigen Wohnungsbaus, gestartet wurden. Alle Baurechte haben eine Laufzeit von 62 Jahren, mit der Möglichkeit für eine zweimalige Verlängerung um jeweils 15 Jahre. Die Baurechtsverträge sichern der Stadt Zürich jährliche Einnahmen von rund 0.58 Millionen Franken.

Damit die geplanten Nutzungen auf dem Koch-Areal möglich werden, ist eine Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO) nötig. Daneben ist ein privater Gestaltungsplan aufgrund des geplanten Hochhauses notwendig. Beide Planungsinstrumente lagen im Sommer 2020 öffentlich auf. Dabei ging ein Einwendungsschreiben mit drei Anträgen zum Gestaltungsplan ein. Wie es in einer Mitteilung weiter heisst, wurden die Anliegen soweit wie möglich bei der Überarbeitung des Gestaltungsplans berücksichtigt und wie üblich im Bericht zu den Einwendungen aufgeführt und beantwortet. Der Stadtrat legt dem Gemeinderat nun die planungsrechtlichen Massnahmen zur Zustimmung vor.

Deine Meinung