Aktualisiert 21.08.2012 08:00

Botanicus InteracticusSo wird der Kaktus zum Touchscreen

Forscher des Disney-Konzerns haben eine Technologie entwickelt, die Pflanzen interaktiv macht. Eine Elektrode im Blumentopf genügt und das Grünzeug reagiert auf jede Berührung.

von
dsc

Disney steht für familientaugliche Unterhaltung «Made in USA». Daneben betreibt das Traditionsunternehmen eine Forschungsabteilung, die an ziemlich abgefahrenen Dingen tüftelt. Wie zum Beispiel das Projekt namens Botanicus Interacticus. Das ist eine neuartige Technologie, die lebende Pflanzen in berührungsempfindliche «Eingabegeräte» verwandelt.

Das Ganze funktioniert dank der elektrischen Impulse, die beim Kontakt mit den Blättern oder jedem anderen Pflanzenteil übertragen werden. Diese Signale werden von einem Sensor im Erdreich erfasst und über ein Kabel an den Computer gesendet.

Mit Touchscreen vergleichbar

Botanicus Interacticus ist Anfang August an der Computer-Fachtagung Siggraph in Los Angeles vorgestellt worden. Die interaktive Pflanzen-Technologie kann von der Funktionsweise her mit Touchscreens verglichen werden, wie man sie von Tablets und Smartphones kennt. Laut den Disney-Forschern wird aber ein ganzes Spektrum von elektrischen Impulsen erfasst.

Ob Kaktus, Gummibaum oder Bambus: Jede Pflanzenart hat ihre spezifischen elektrischen Eigenschaften. Zudem variiert das Signal je nach Pflanzenteil, der gerade berührt wird. Das System kann dadurch erfassen, wo und wie intensiv die Pflanze angefasst wird. Wer etwa die Blätter streichelt, sendet andere Signale aus, als beim kräftigen Drücken des Stammes.

Preis ist nicht bekannt

Das Prinzip ist laut Disney einzigartig, weil der Pflanze kein Schaden zugefügt wird. Der Sensor funktioniere mit natürlichen Pflanzen und künstlichen Objekten. Auf der Website von Disney Research in Pittsburgh wird ein kunstvoller Garten gezeigt, der auf die Eingaben der Besucher reagiert.

Ob und wann Botanicus Interacticus als kommerzielles Produkt erhältlich sein wird und was der Pflanzen-Streichler-Sensor kostet, ist nicht bekannt.

Ein ähnliches Vorhaben haben Forscher vom MIT bereits realisiert. Ihr MaKey-MaKey-Bausatz wurde über die Kickstarter-Plattform vermarktet (20 Minuten Online berichtete).

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