Ferien-Tipps : So wird die Handy-Rechnung kein Albtraum

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Ferien-Tipps So wird die Handy-Rechnung kein Albtraum

Am Strand surfen, telefonieren oder Fotos nach Hause versenden: Das böse Erwachen kommt oft, wenn nach den Ferien die Telefonrechnung eintrifft. Mit diesen Tricks lassen sich unschöne Überraschungen vermeiden.

Strandfotos in die Heimat versenden kann teuer werden. Günstiger wirds womöglich mit einer ausländischen SIM-Karte.

Strandfotos in die Heimat versenden kann teuer werden. Günstiger wirds womöglich mit einer ausländischen SIM-Karte.

Den Schnappschuss am Strand ins Internet hochgeladen, die Eltern über das heile Ankommen per E-Mail informiert und der Freundin über Videotelefonie einen Eindruck des Hotelzimmers vermittelt: Das böse Erwachen kommt, wenn nach den Ferien die Handyrechnung eintrifft. Ohne Zusatzoptionen schnellen die Kosten für das Surfen im Ausland im Nu in die Höhe. Doch das muss nicht sein, sagen Experten.

Dass das Telefonieren im Ausland teuer ist, daran hat sich manch einer schon fast gewöhnt. Noch deutlicher sind die Preisunterschiede zwischen der Nutzung in- und ausserhalb der Schweiz beim mobilen Internet. Jedes Megabyte genutzter Daten über einen ausländischen Telefonanbieter kostet zusätzlich.

Das wissen auch die drei grossen Schweizer Telekomanbieter Swisscom, Orange und Sunrise. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA verrieten sie Tipps, wie sich ihre Kunden vor hohen Kosten schützen können.

Swisscom mit Kostenlimite im Ausland

Für Swisscom-Kunden kommt während eines Auslandaufenthalts eine Kostenschranke zum Einsatz. Diese funktioniert so: Wenn für die Kunden 50 Fr. für mobiles Surfen anfallen, erhalten sie ein kostenloses Info-SMS. Bei Kosten ab 200 Fr. greift dann die standardisierte Kostenlimite, die automatisch aktiviert ist. Mobiles Surfen ist dann nicht mehr möglich.

Die Schranke kann individuell angepasst werden. Die Swisscom-Kunden werden bis zur Erreichung der gewählten Limite immer per SMS informiert, wenn 50 Fr. fürs Datenroaming angefallen sind. Zusätzlich empfiehlt die Swisscom, Datenpakete zu einem fixen Preis fürs Ausland zu buchen.

Ausserdem stellt die Swisscom ihren Kunden eine Roaming-App zur Verfügung. Darin können Tarife im Reiseland, Verfügbarkeiten von MMS und Daten sowie weitere Tipps nachgelesen werden. Mit der neuen iO-App können Kunden - beispielsweise in einem WLAN-Netz - zudem gratis mit anderen iO-Nutzern kommunizieren.

Orange bietet Reisepakete und Sperrfunktionen

Auch die Orange bietet verschiedene Optionen an, hohe Roaming-Gebühren zu verhindern. Während für Ferienaufenthalter sogenannte Reisepakete zu einem festgesetzten Preis angeboten werden, gibt es für regelmässig Reisende personalisierte Abonnemente, die individuell zusammengesetzt werden können.

Um bei der Nutzung des Mobiltelefons im Ausland zusätzlich Kosten zu sparen, empfiehlt Orange ferner die Anrufumleitung auf die Orange Box zu deaktivieren oder alle Anrufe auf eine Schweizer Festnetznummer umzuleiten. Bei der ersten Option bleibt der Kunde erreichbar, bei der zweiten Möglichkeit sind nur noch abgehende Anrufe möglich. Alternativ kann auch die Anrufsperrung während eines gewünschten Zeitraums aktiviert werden.

Abos und Kostenkontrolle bei der Sunrise

Auch die Sunrise hat in den vergangenen Monaten Massnahmen ergriffen, um ihren Kunden günstigere Roaming-Gebühren anbieten zu können. Darunter befinden sich verschiedene Abonnemente, mit denen der Datenverkehr im Ausland mit einer Pauschalen geregelt ist.

Zudem gibt es auch bei der Sunrise eine Kostenkontrolle. So werden die Kunden automatisch via SMS gewarnt, wenn der Betrag fürs Datenroaming die Schwelle von 100 Fr. überschreitet. Ab 300 Fr. muss der Kunde per SMS bestätigen, dass er weitersurfen möchte. Sonst wird das Surfen blockiert.

WLAN oder ausländische SIM-Karte

Der Tarif-Vergleichdienst Comparis rät Schweizer Touristen im Ausland, wenn möglich auf das Surfen über das Mobilfunknetz zu verzichten. Für alle Internetanwendungen nutze man besser das Gratis-WLAN.

Wer nicht darauf verzichten könne, solle auf jeden Fall eine Datenoption oder ein Datenpaket kaufen. Noch viel grösser sei das Sparpotenzial, wenn direkt im Ferienland eine lokale SIM-Karte gekauft und diese genutzt werde.

Der Trick hat allerdings Haken. Die meisten von Netzbetreibern verbilligten Schweizer Handys weigern sich, mit fremden SIM-Karten zu arbeiten . Zweiter Nachteil ist, dass die Kunden unter der Schweizer Mobilnummer nicht erreichbar sind, solange die ausländische Karte im Telefon steckt.

Fernsehen für 7500 Franken

Generell ist laut Comparis vor allem die Internetnutzung im Ausland problematisch. Die Kunden seien sich nicht bewusst, welche Datenmengen sie überhaupt übertragen. Insbesondere auf Videos und Radio beziehungsweise Musik über das Mobilfunknetz solle verzichtet werden. Ein Stunde Fernsehen könne sonst theoretisch bis zu 7500 Franken kosten.

Weitere Tipps seien das Ausschalten der Combox, mehr Textnachrichten zu verfassen, statt zu telefonieren Ferner sollte sich jeder Schweizer Tourist im Ausland bewusst sein, dass auch eingehende Anrufe kosten. (sda)

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