Nach Lockerungen - So wollen die Restaurants ihre Terrassen füllen
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Nach LockerungenSo wollen die Restaurants ihre Terrassen füllen

Trennwände, Sonnenschirme und Privatveranstaltungen: Die Schweizer Gastronomie erwacht aus dem Lockdown und öffnet ihre Terrassen. Damit die Aussenbereiche auch rentieren, müssen die Wirte ihren Platz optimal ausnutzen.

von
Nathan Keusch
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Seit Montag dürfen Restaurants, Bars und Cafés ihre Terrassen wieder öffnen.

Seit Montag dürfen Restaurants, Bars und Cafés ihre Terrassen wieder öffnen.

20min/Matthias Spicher
«Viele Restaurants und Bars in den Städten haben nur kleine Aussenbereiche, die sich auch nicht beliebig vergrössern lassen und der reine Aussenbetrieb ist meistens nicht wirtschaftlich», sagt Maurus Ebneter, Präsident vom Wirteverband Basel-Stadt.

«Viele Restaurants und Bars in den Städten haben nur kleine Aussenbereiche, die sich auch nicht beliebig vergrössern lassen und der reine Aussenbetrieb ist meistens nicht wirtschaftlich», sagt Maurus Ebneter, Präsident vom Wirteverband Basel-Stadt.

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Die Innenräume sind bislang noch leer: Brasserie Jack`s im Schweizerhof. 

Die Innenräume sind bislang noch leer: Brasserie Jack`s im Schweizerhof.

Adrian Moser / Tamedia AG

Darum gehts

  • Restaurants, Bar und Cafés dürfen ihre Terrassen wieder öffnen.

  • Für viele Betriebe sind die Aussenbereiche kaum wirtschaftlich.

  • Die Wirte versuchen, so viele Gäste wie möglich auf den Terrassen zu platzieren.

Nach fast vier Monaten im Lockdown durften am Montag die Schweizer Gastronomen endlich wieder Gäste in ihren Lokalen begrüssen. Zwar sind die Innenräume für die Kunden weiterhin Tabu, Terrassen und Aussenbereiche sollen aber zum Essen, Trinken und Verweilen einladen.

Terrassen kaum rentabel

Maurus Ebneter, Präsident vom Wirteverband Basel-Stadt freut sich über die Wiedereröffnung. «Die Betriebe sind froh, ihren Kunden nun endlich wieder Sitzgelegenheiten im Aussenbereich anbieten zu dürfen.» Aber: «Viele Restaurants und Bars in den Städten haben nur kleine Aussenbereiche, die sich auch nicht beliebig vergrössern lassen und der reine Aussenbetrieb ist meistens nicht wirtschaftlich», sagt er. Auch das Aprilwetter halte die Gastronomie auf Trab. Drohender Regen und kühle Abende könnten den Bars und Restaurants das Geschäft vermiesen. Ebneter: «Bei unstabilen Wetter fehlen die Ausweichmöglichkeiten.»

Um die Gäste vor Wind und Regen zu schützen, ist eine Überdachung der Terrasse laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) erlaubt. Dabei darf auch die Hälfte der Seiten mit Planen oder Wänden abgedeckt sein. Wichtig ist dabei, dass die Luft frei zirkulieren kann. Sonnenschirme gelten daher nicht als Überdachung. Wer auf einer Terrasse etwas essen oder trinken will, muss seine Kontaktdaten angeben. Darüber hinaus gilt für alle Gäste eine Sitzpflicht und die Maskenpflicht entfällt nur dann, wenn die Gäste konsumieren. Auch das Personal muss die Kunden mit Maske bedienen.

Trennwände und Privatveranstaltungen

«Durch die Vorgaben des BAG verlieren die meisten Betriebe mindestens einen Drittel der Terrassen-Kapazitäten», sagt Ruedi Stöckli, Präsident von Gastro Luzern. Damit sich die Terrassen trotzdem rentieren, seien die Gastronomen gezwungen, ihre Aussenbereiche so gut zu füllen wie möglich. Laut den neuen Regeln dürfen maximal vier Personen am selben Tisch sitzen und zu anderen Gästen muss ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden. «Ich rate den Wirten mit durchsichtigen Trennwänden an den Tischen zu arbeiten», erklärt Stöckli. So könnte man mit mehr als vier Personen und sogar fremde Partien an denselben Tisch setzen, ohne das Gesetz zu brechen.

Auch wer in einer grösseren Gruppe als vier Personen auswärts Essen will, kann dies nun wieder tun. «Gemäss Verordnungsänderung sind Veranstaltungen mit bis zu 15 Personen in Innenräumen wieder möglich», sagt GastroSuisse-Sprecherin Daniela Kimmich. Gastrobetriebe hätten die Möglichkeit ihr Lokal für solche Privatveranstaltungen zu vermieten. Bei einem solchen Event im Aussenbereich gelte das Branchen-Schutzkonzept. Im Innenbereich sei ein Konsumationsangebot durch den vermietenden Betrieb aber nicht möglich. «Einzig die Lieferung von Speisen und Getränken ist erlaubt. Die Erarbeitung und Umsetzung des Schutzkonzepts liegt in der Verantwortung des Veranstalters», erklärt Kimmich. Dabei müssen die Waren über ein externes Catering bezogen werden, wobei das externe Personal nicht vor Ort sein dürfe.

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