Genug vom Lockdown: So planen Fitnesscenter die Öffnung bis Ende April
Aktualisiert

Genug vom LockdownSo planen Fitnesscenter die Öffnung bis Ende April

Statt Hantel-Training bleibt nur die Liegestütze zu Hause. Fitnesscenter haben längst genug vom Corona-Lockdown. Jetzt forcieren sie ihre Exit-Strategie.

von
gusi
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Mit diesen Regeln und Richtlinien fordert der Schweizer Fitness- und Gesundheitscenter-Verband die Rückkehr zur Normalität.

Mit diesen Regeln und Richtlinien fordert der Schweizer Fitness- und Gesundheitscenter-Verband die Rückkehr zur Normalität.

SFGV
Ein Transparent mit der Aufschrift «Stay the Fuck Home» hängt an einem Fenster über dem Eingang eines Fitnesscenters in Basel. Seit einem Monat sind in der Schweiz aufgrund des Corona-Lockdowns auch die Fitnesscenter geschlossen.

Ein Transparent mit der Aufschrift «Stay the Fuck Home» hängt an einem Fenster über dem Eingang eines Fitnesscenters in Basel. Seit einem Monat sind in der Schweiz aufgrund des Corona-Lockdowns auch die Fitnesscenter geschlossen.

Keystone/Georgios Kefalas
Die Reinigung durch die Mitarbeiter bekommt in der Exit-Strategie noch eine deutlich grössere Wichtigkeit, als sie es vor dem Corona-Lockdown schon hatte.

Die Reinigung durch die Mitarbeiter bekommt in der Exit-Strategie noch eine deutlich grössere Wichtigkeit, als sie es vor dem Corona-Lockdown schon hatte.

Keystone/AP/Jonas Walzberg

Die wegen des Coronavirus geschlossenen Fitnesszentren machen sich fit für die mögliche Wiedereröffnung nach dem 27. April. Ihr Verband verabschiedete Richtlinien für einen risikoarmen Betrieb.

So soll auch beim Indoor-Training der Mindestabstand von zwei Metern strikt eingehalten werden, wie der Schweizerische Fitness- und Gesundheitscenter-Verband (SFGV) am Dienstag mitteilte. Geöffnet werden dürfen Geräteflächen nur, wenn genaue Bedingungen eingehalten werden.

Auf diesen Massnahmen baut die Exit-Strategie auf

Dazu gehört eine Beschränkung auf zehn Trainierende pro 100 Quadratmeter Fläche. Das Personal muss die Einhaltung der Hygienemassnahmen beaufsichtigen. Der Gerätepark ist den Abstandsregeln anzupassen.

In der Garderobe muss das Schrankangebot ausgedünnt und jede zweite Dusche abgestellt werden. Saunen und Wellnessbereiche sowie Kinderhorte bleiben geschlossen. Bei der Instruktion darf es keinen Körperkontakt geben.

Entscheid über Öffnung noch nicht kommuniziert

Der SFGV zeigt sich zuversichtlich, dass es per 27. April zu dieser Lockerung kommen wird. Sicher ist sie allerdings nicht.

Ursprünglich hatte der Bundesrat den Lockdown bis und mit 19. April beschlossen. Erst letzte Woche verlängerte er die strikten Massnahmen um eine weitere Woche. Wie es nach dem 27. April effektiv weitergeht, darüber will die Regierung am Donnerstag informieren.

Ein mögliches Szenario ist – ähnlich wie in Österreich – die Öffnung von Baumärkten, Blumen- und Kleiderläden in einem ersten Schritt. Ob Fitnesscenter in der Schweiz auch unter diese Kategorie fallen, bleibt abzuwarten – in Österreich gehören sie nicht dazu.

«Wir denken, der Peak ist überschritten»

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit, zeigte sich am Dienstag in Bern sehr zuversichtlich in Bezug auf die Ausbreitung des Coronavirus. «Wir denken, dass der Peak überschritten ist», sagte er am Point de Presse in Bern. Darauf würden verschiedene Modellrechnungen hindeuten.

Da es sich hier aber nur um Trends handle, ruft Mathys weiter zur Vorsicht auf. So sei ein entscheidender Faktor für die tiefe Zahl von lediglich 254 neuen Fällen in den letzten 24 Stunden schlicht, dass über Ostern sehr wenig getestet wurde.

Es werde ein «Herantasten» sein, damit die Fallzahlen nicht wieder in die Höhe schnellten, sagte Mathys weiter. Die Meinungen der Wissenschaftler, welche Massnahmen zuerst gelockert werden könnten, gehen derweil immer noch weit auseinander.

(gusi/sda)

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