Food Save Luzern: So wollen Gastrobetriebe Food-Waste reduzieren

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Food Save LuzernSo wollen Gastrobetriebe Food-Waste reduzieren

Mit dem Grossprojekt «Food Save Luzern» sagt der Kanton Luzern der Lebensmittelverschwendung den Kampf an. Bereits 22 Betriebe sind angemeldet und möchten ihre Lebensmittelabfälle langfristig reduzieren.

von
Vanessa Federli
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Mit dem Projekt «Food Save Luzern» geht der Kanton Luzern zusammen mit United Against Waste die Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie an.

Mit dem Projekt «Food Save Luzern» geht der Kanton Luzern zusammen mit United Against Waste die Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie an.

United Against Waste
Im Durchschnitt können 35 Prozent der Lebensmittelabfälle längerfristig mit einfachen Massnahmen reduziert werden. Dieses Jahr sind bereits 22 Betriebe angemeldet, für 2023 sind noch Plätze frei.

Im Durchschnitt können 35 Prozent der Lebensmittelabfälle längerfristig mit einfachen Massnahmen reduziert werden. Dieses Jahr sind bereits 22 Betriebe angemeldet, für 2023 sind noch Plätze frei.

Pixabay (Symbolbild)
Das Verkehrshaus Luzern ist ebenfalls unter den Teilnehmenden. Das Team der ZFV-Gastronomie trennt und misst Lebensmittelabfälle seit dem Frühling 2022 unter Beobachtung des Projektes.

Das Verkehrshaus Luzern ist ebenfalls unter den Teilnehmenden. Das Team der ZFV-Gastronomie trennt und misst Lebensmittelabfälle seit dem Frühling 2022 unter Beobachtung des Projektes.

United Against Waste

Darum gehts

Viel zu oft landen Lebensmittel im Abfall. Jährlich verursacht die Schweiz 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle, von denen mindestens zwei Drittel vermeidbar gewesen wären. Etwa ein Zehntel der Lebensmittelverschwendung fällt in der Gastronomie an. Mit dem Projekt «Food Save Luzern» will der Kanton Luzern zusammen mit United Against Waste (UAW) dagegen ankämpfen. «Unser Ziel ist es, die Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren. Mit diesem Projekt unterstützen wir die Luzerner Gastronomie, das Ziel zu erreichen», sagt Markus Hurschler, Geschäftsleiter von UAW. Gastronomische Teams werden dabei jeweils sensibilisiert, sodass Food-Save statt Food-Waste die Devise werde. In den letzten Jahren hat das Unternehmen mit dem Projekt schweizweit bereits mehr als 250 Betriebe geschult.

Das Projekt hat uns extrem die Augen geöffnet und ein paar Ergebnisse waren ziemlich schockierend.

Ursina Ponti, Leiterin Gastronomie im Hotel Schweizerhof Luzern

Innert zwei Jahren wird der Lebensmittelabfall der teilnehmenden Gastronomiebetriebe mithilfe eines kategorisierenden Prozesses sowie einer Software gemessen. Dieser Messprozess hilft den Betrieben, das Bewusstsein über die Abfälle zu stärken und Lösungen zu entwickeln. Nach der Analyse zeigt ein Massnahmenplan auf, wie Abfälle und damit Kosten eingespart werden können. «Das Projekt hat uns extrem die Augen geöffnet und ein paar Ergebnisse waren ziemlich schockierend», sagt Ursina Ponti, Leiterin Gastronomie im Hotel Schweizerhof Luzern. Die Erfahrung zeigt laut UAW, dass Lebensmittelabfälle auf einfache Weise nachhaltig reduziert werden können. Durch gezielte Massnahmen, wie etwa ausgewogene Portionen und einen angepassten Produktionsplan, können die Lebensmittelabfälle im Durchschnitt um 35 Prozent verringert werden. «Die grössten Abfall-Quellen sind in vielen Betrieben Überproduktionen sowie die Tellerrückläufe, also alles, was von Gästen übrig bleibt – hier sind auch die Gäste in der Pflicht», erklärt Hurschler.

Kantonsspital Luzern als Vorreiter

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) hat der Lebensmittelverschwendung schon länger den Kampf angesagt. Bis zu 322 Tonnen Esswaren musste das LUKS jährlich entsorgen. Zusammen mit UAW leitete der Betrieb in einem Pilotprojekt über 30 Massnahmen ein, die dazu führen sollten, dass weniger Esswaren im Müll landen. Mit Erfolg: Heute wirft es nur noch halb so viel Essen weg wie früher. Noch erfolgreicher zeigen sich Betriebe des Pilotprojekts in Basel. Dort konnten Betriebe ihren Lebensmittelabfall langfristig gar bis zu 70 Prozent senken.

Die Reduktion von Food-Waste sei eine Massnahme aus dem Planungsbericht Klima und Energie und könne einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, teilte der Kanton Luzern mit. Dieses Jahr nehmen 22 Gastrobetriebe am Projekt teil, darunter etwa die ZFV-Gastronomie im Verkehrshaus Luzern. Es sind noch acht Plätze für den Start im März 2023 zu vergeben. Anmelden dürfen sich Betriebe aus Gastronomie, Gesundheitsgastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsgastronomie.

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