Heisser Herbst: So wollen Linke die Ecopop-Initiative bodigen
Aktualisiert

Heisser HerbstSo wollen Linke die Ecopop-Initiative bodigen

Der Abstimmungskampf zur Ecopop-Initiative ist lanciert. Das Komitee «Solidarische Schweiz - Nein zu Ecopop» hat heute seine Plakatkampagne vorgestellt.

von
Nicole Glaus

Zwei Monate vor der Abstimmung über die Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung - Zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» rüsten sich die Gegner für den Abstimmungskampf. Verschiedene Gegner-Komitees haben sich bereits formiert. Nun bringt auch das Komitee «Solidarische Schweiz - Nein zu Ecopop» seine Plakate aufs Tapet. Dieses besteht aus Mitgliedern linker Parteien, Migrantenorganisationen, Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden an einer Medienkonferenz.

Die Ecopop-Initiative, die eine Beschränkung der Zuwanderung in die Schweiz verlangt, sei «unmenschlich und gefährlich», betonte das Komitee. Mit diesem Slogan werben die Gegner auch auf ihren Plakaten. «Ecopop macht die Zahl der Menschen und nicht die ressourcenverschwendende Lebensweise der Industrie- und Schwellenländer verantwortlich für die globalen Umweltprobleme», erklärt Reguly Rytz, Grünen-Nationalrätin und Co-Präsidentin des Komitees. Das erklärte Ziel sei es, den Weg in die «Ecopop-Sackgasse» zu verhindern.

Die Initiative hätte zudem gravierende Auswirkungen auf den Werkplatz Schweiz, argumentierte Rita Schiavi, Mitglied der Geschäftsleitung Unia und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB). Bei einer Annahme würden in der Schweiz Arbeitsplätze verloren gehen und die Arbeitsbedingungen unter Druck geraten. «Ecopop ist für alle Arbeitnehmenden, für unsere Arbeitsbedingungen und die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz brandgefährlich.»

«Wir lassen uns nicht auf das Niveau der Gegner herunter»

Die Initianten der Ecopop-Initiative reagieren auf die gegnerische Offensive betont gelassen: «Auf ihren Plakaten diffamieren uns die Gegner nur und argumentieren nicht, warum die Initiative unmenschlich und gefährlich sein soll», sagt Andreas Thommen, Geschäftsführer und Mitglied des Initiativkomitees.

Bereits am Dienstag werden die Initianten ihre Plakatkampagne lancieren. «Wir werden dabei wissenschaftlich sachlich bleiben und lassen uns nicht auf das Niveau der Gegner herunter.» Man habe jedoch festgestellt, dass der Originaltext der Initiative - verlangt wird, die jährliche Nettozuwanderung auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung zu beschränken - schwierig zu vermitteln sei. «Darum werden wir auf dem Plakat die Bevölkerungsstabilisierung bei neun Millionen Einwohner bis 2050 thematisieren.» Das Initiativkomitee hoffe, dass es die Stimmbevölkerung mit sachlichen Argumenten besser abholen könne als die Gegnerschaft.

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