Autobahn A1: So wollte ein Chauffeur die Polizei täuschen
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Autobahn A1So wollte ein Chauffeur die Polizei täuschen

Ein LKW-Chauffeur hat bei seinem Fahrzeug den Fahrtenschreiber manipuliert. Die St. Galler Kantonspolizei kam ihm bei einer Kontrolle auf der A1 auf die Schliche.

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Mit dieser elektronischen Box konnte die Lenkzeit manipuliert werden.

Mit dieser elektronischen Box konnte die Lenkzeit manipuliert werden.

Kapo SG
Das Manipulationsgerät wurde fachmännisch ausgebaut.

Das Manipulationsgerät wurde fachmännisch ausgebaut.

Kapo SG

Der 48-jährige Chauffeur sei am Donnerstagvormittag in Richtung Wil unterwegs gewesen, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Laster wurde zur Kontrolle zum Rastplatz Thurau geleitet. Dort wurde der Lastwagen von Schwerverkehrsspezialisten der Kantonspolizei St. Gallen überprüft. Dabei wurden am digitalen Fahrtenschreiber Unstimmigkeiten festgestellt. Die Manipulationen ermöglichten es dem Chauffeur, seine Ruhe und Lenkzeiten nach Belieben zu beeinflussen.

Der Verdacht, dass eine gezielte elektronische Manipulation am Fahrtenschreiber-System vorliegen könnte, habe sich im Verlaufe der Kontrolle erhärtet. Der Chauffeur habe schliesslich zugegeben, dass im Lastwagen ein Zusatzsystem eingebaut sei. Mit diesem kann eine Aufzeichnung am Fahrtenschreiber-System verhindert oder manipuliert werden. Dem Chauffeur konnten aber seit dem Grenzübertritt in die Schweiz keine direkten Verstösse nachgewiesen werden.

Ruhe- statt Lenkzeit registriert

In der Führerkabine fand die Polizei hinter der Lautsprecherabdeckung eine elektronische Box. Diese konnte der Chauffeur durch eine gezielt gewählte Kombination zwischen dem Betätigen des Gas- oder Bremspedals einschalten. Bei der anschliessenden Probefahrt durch die Polizisten konnte dieses Gerät aktiviert werden, der Fahrtschreiber registrierte während der Fahrt die Ruhe- und nicht wie vorgeschrieben die Lenkzeit.

Danach wurde der LKW laut Mitteilung zur weiteren Überprüfung in eine Lastwagenreparaturwerkstatt überführt. Dort wurde das gesamte Fahrtenschreiber-System überprüft und das Manipulationsgerät ausgebaut. Für diese Kosten müsse der Chauffeur aufkommen. Durch die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen wurde zudem ein Bussen- und Kostendepot von 2000 Franken erhoben. (sda)

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