Shimon Hayut: So wollte Tinder-Playboy Schweizerinnen abzocken

Aktualisiert

Shimon HayutSo wollte Tinder-Playboy Schweizerinnen abzocken

Unter dem Namen Michael Biton und Simon Leviev war der Tinder-Schwindler auch in der Schweiz unterwegs. Mit seinem Jetset-Leben wollte er Frauen um den Finger wickeln.

von
D. Krähenbühl

Mit seinem Jetset-Leben versuchte er die Frauen zu beeindrucken. (Video:privat)

Shimon Yehuda Hayut zeigt sich gern am Steuer eines Porsches oder Maseratis, in der ersten Klasse im Flugzeug oder gar im eigenen Flieger. Für den Tinder-Schwindler, der unter falschem Namen und als angeblicher Erbe eines milliardenschweren Diamantenimperiums zahlreiche Frauen um über 600'000 Franken betrog, galt die Devise: Hauptsache mondän und luxuriös (20 Minuten berichtete). Mittlerweile wird in mehreren Ländern nach ihm gefahndet.

Auf der Datingplattform Tinder flirtete er unter dem Namen Michael Biton oder Simon Leviev mit den Frauen, wollte mit seinem angeblichen Reichtum beeindrucken – nur um sie einige Zeit später um Geld anzupumpen. Auch Jennifer* aus Dübendorf ZH geriet so in den Fokus des israelischen Playboys. Wie die anderen Frauen im Visier von Hayut ist sie jung, blond und bildhübsch. «Ich hatte mir Tinder aus Neugierde runtergeladen und wollte einfach wissen, was für ein Typ das ist», sagt sie zu 20 Minuten. Nach dem Match habe er sie gleich gefragt, ob sie sich nicht treffen wollten.

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Shimon Yehuda Hayut liess es sich gut gehen. Auf Bildern und Videos präsentierte er sich als Erbe eines milliardenschweren Imperiums.

Shimon Yehuda Hayut liess es sich gut gehen. Auf Bildern und Videos präsentierte er sich als Erbe eines milliardenschweren Imperiums.

privat
Seine Reisen führten ihn auch nach Zürich. Mit diesen Bildern versuchte er eine Frau aus Dübendorf zu beeindrucken.

Seine Reisen führten ihn auch nach Zürich. Mit diesen Bildern versuchte er eine Frau aus Dübendorf zu beeindrucken.

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Unter dem Namen Michael zeigte er reges Interesse an ihr.

Unter dem Namen Michael zeigte er reges Interesse an ihr.

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Ungutes Gefühl

Doch der Instinkt warnte die 25-Jährige. «Ich hatte schon von Anfang an ein ungutes Gefühl», sagt Jennifer. «Zuerst dachte ich, das ist einer, der dich nach Dubai einlädt und dann irgendwo an Menschenhändler verkauft.» Weil sie aber neugierig gewesen sei, habe sie ihm weiterhin geschrieben, worauf er ihr mehrere Fotos und Videos von sich habe zukommen lassen.

«Ich liess mich jedoch nicht blenden, sondern wollte wissen, wie sein Nachname lautet und wieso er als schwerreicher Milliardenerbe kein eigenes Privatflugzeug besitzt, sondern dieses immer chartern muss.» Daraufhin habe er beleidigt reagiert und bald den Kontakt abgebrochen. «Zum Glück», sagt Jennifer. Sie hätte sich jedoch sowieso nicht auf ihn eingelassen. «Und Geld geschickt hätte ich ihm noch viel weniger.»

Tochter in Schweden

Auch Tamara* aus Luzern passte ins Beuteschema Hayuts. Die 30-jährige blonde Frau lernte den Betrüger unter dem Namen Michael auf Tinder kennen. «Im September 2018 trafen wir uns das erste Mal im Hotel Savoy und gingen essen», so Tamara. Insgesamt habe er sie vier Mal ausgeführt, das letzte Mal Anfang Februar ins Flughafenrestaurant Raddison Blu am Flughafen Zürich.

Geld habe für ihn anscheinend keine Rolle gespielt. «Wir bestellten immer die teuersten Flaschen Wein und er hat mich immer eingeladen.» Nichts hätte darauf hingewiesen, dass er ein Trickbetrüger sei. Zudem sei die Beziehung rein platonisch gewesen. «Michael trat mir gegenüber als gläubiger Jude auf, der jeden Schabbat begeht und ausserhalb der Ehe keinen Sex hat», sagt Tamara.

Dazu habe gepasst, dass er ihr von seiner rund fünfjährigen Tochter erzählt habe, die in Schweden lebe. «Er zeigte mir sogar Bilder und Videos von ihr.» Sie zeigt sich geschockt: «Ich hätte niemals gedacht, dass er mich die ganze Zeit angelogen hat.»

20 Minuten hat versucht, Shimon Hayut auf seiner Handynummer zu erreichen, die in Israel registriert ist. Bis jetzt blieben die Anfragen jedoch unbeantwortet.

Kennen Sie den betreffenden Mann persönlich? Haben Sie ihn auf Tinder gesehen oder wissen, wo er sich gerade befindet? Dann melden sie sich per Whatsapp: 076 420 20 20

*Name der Redaktion bekannt

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