Psychedelisch: So wunderschön kann eine Katastrophe aussehen
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PsychedelischSo wunderschön kann eine Katastrophe aussehen

Was an das Werk eines grossen Meisters erinnert, zeigt eine Naturkatastrophe biblischen Ausmasses: die nicht mehr aufzuhaltende Austrocknung des Aralsees.

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Der Schein trügt: Hierbei handelt es sich nicht um das Resultat eines LSD-Trips, sondern um drei übereinander gelegte Radarbilder des Satelliten Sentinel-1A, die den Aralsee zeigen. Ganz in Schwarz erstreckt sich auf der linken Seite der noch mit Wasser bedeckte Bereich.

Der Schein trügt: Hierbei handelt es sich nicht um das Resultat eines LSD-Trips, sondern um drei übereinander gelegte Radarbilder des Satelliten Sentinel-1A, die den Aralsee zeigen. Ganz in Schwarz erstreckt sich auf der linken Seite der noch mit Wasser bedeckte Bereich.

Copernicus data (2014/2015)/ESA
Die Radarbilder zeigen, was vom Aralsee heute noch übrig ist. Es ist kaum zu glauben, wenn man bedenkt. dass er in den 1960er-Jahren einer der fünf grössten Seen der Erde war. Mit 68'000 Quadratkilometern war er fast so gross wie das deutsche Bundesland Bayern.

Die Radarbilder zeigen, was vom Aralsee heute noch übrig ist. Es ist kaum zu glauben, wenn man bedenkt. dass er in den 1960er-Jahren einer der fünf grössten Seen der Erde war. Mit 68'000 Quadratkilometern war er fast so gross wie das deutsche Bundesland Bayern.

Keystone/str
Seit damals (schwarze Linie) hat der See rund 90 Prozent seines Wasservolumens verloren. Und die Austrocknung schreitet in grossen Schritten voran, wie dieses Foto und die folgenden zeigen. Sah der Aralsee im Jahr 2000 noch so aus, ...

Seit damals (schwarze Linie) hat der See rund 90 Prozent seines Wasservolumens verloren. Und die Austrocknung schreitet in grossen Schritten voran, wie dieses Foto und die folgenden zeigen. Sah der Aralsee im Jahr 2000 noch so aus, ...

Nasa/Earth Observatory

Noch vor rund 50 Jahren zählte der Aralsee in Zentralasien zu den fünf grössten Seen der Erde. Mit einer Fläche von 68'000 Quadratmetern war er fast so gross wie das deutsche Bundesland Bayern.

Das zu glauben, fällt heute schwer. Denn von dem Giganten von einst ist kaum noch etwas übrig: Seit den 1960er-Jahren hat der See rund 90 Prozent seines Wasservolumens verloren.

Bald verschwunden

Im Jahr 2014 trocknete das östliche Becken des Sees vollständig aus. Dies nach Angaben der US-Weltraumbehörde Nasa zum ersten Mal seit dem Mittelalter. Auch für den südlichen Teil des Sees (siehe Bildstrecke, Bild 1) kommt jede Hilfe zu spät: Er wird laut Experten Ende des Jahrzehnts komplett ausgetrocknet sein.

Tatsächlich stellt die zunehmende Austrocknung des Aralsees eine der grössten vom Menschen verursachten Umweltkatastrophen dar.

Der Mensch ist schuld

Schuld daran ist das Eingreifen des Menschen in die Natur: Vor etwa 600 Jahren hatten sie den Fluss Amudarja erstmals ins Kaspische Meer umgeleitet. In den 1950er- und 1960er-Jahren liess die sowjetische Regierung ihn erneut umleiten, und mit ihm auch den Syrdarja. Die beiden sollten Baumwoll- und Reisfelder bewässern.

Als der Zustrom Anfang der 1980er-Jahre komplett versiegte, stieg die Konzentration von Salzen und Mineralien an, das Ökosystem des Aralsees wurde radikal verändert, Fischpopulationen verschwanden – und mit ihnen die einst so erfolgreiche Fischereiwirtschaft. Zwar erholte sich der See 2005, aber dies auch nur vorübergehend, wie die Aufnahmen der Nasa belegen. Der Grund: Auch weiterhin werden riesige Wassermengen für die Landwirtschaft abgezweigt.

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