Asteroid flog vorbei: So wurde «2012 DA14» entdeckt
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Asteroid flog vorbeiSo wurde «2012 DA14» entdeckt

Nachdem «2012 DA14» die Erde in der Rekordnähe von rund 28'000 Kilometern passiert hat und nichts weiter geschehen ist, lohnt sich ein Blick auf die Entdeckungsgeschichte des Asteroiden.

Eben erst ist Asteroid «2012 DA14» in einer Entfernung von etwa 27'500 Kilometern an der Erde vorbeigeschrammt. Als der Himmelskörper vor knapp einem Jahr von einem Team von spanischen Astronomen entdeckt worden war, befand er sich mehr als vier Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Doch wie geht eine solche Entdeckung eines Asteroiden eigentlich vonstatten? «Sie war das Ergebnis unserer Alltagsarbeit», erinnert sich der spanische Astronom Jaime Nomen vom Observatorium OAM auf Mallorca. Das kleine Team von acht Mitarbeitern, darunter einige Amateur-Astronomen, hatte den Asteroiden vor einem Jahr aufgespürt.

Tag und Nacht am Computer

«Wir verbringen Tag und Nacht am Computer, denn so ein Asteroid kann jeden Augenblick auftauchen», berichtete der 52-Jährige der Zeitung «ABC». «Dann muss man sofort reagieren, weil man sonst das Objekt wieder verliert.»

In der Nacht zum 23. Februar 2012 hatte ein Teleskop der OAM-Beobachtungsstelle La Sagra (LSSS) im Südosten Spaniens die ersten Bilder des Asteroiden aufgefangen. Die Daten wurden automatisch von einem Computerprogramm ausgewertet und gefiltert.

Da aufgrund der aufgespürten Koordinaten die Möglichkeit bestand, dass der Himmelskörper sich der Erde nähern und als ein «Near Earth Object» (Neo) erweisen könnte, wurden automatisch die Wissenschaftler alarmiert.

«Ich hatte in jener Nacht die Beobachtungen auf einem Segelschiff vor der Küste von Tarragona ausgewertet», berichtete Nomen der Online-Zeitung «lainformacion.com». «Wir entdecken jede Nacht fünf oder sechs solche Objekte. Aber an der Flugbahn konnte ich sehen, dass dies ein besonders interessanter Fall war.»

Als erste entdeckt

Ein zweites Teleskop wurde darauf ausgerichtet, den Himmelskörper zu verfolgen. Die Spanier sind stolz, dass sie trotz ihrer bescheidenen Mittel den Asteroiden als erste entdeckt haben.

«Die allermeisten ‹Near Earth Objects› werden von den USA aus aufgespürt, aber wir stehen weltweit an zweiter Stelle», sagt Nomen. Er und seine Kollegen entdeckten in den vergangenen fünf Jahren mehr als 6500 Asteroide, darunter 67 erdnahe Objekte.

Ähnliche Umlaufbahn wie Erde

Das Besondere am Himmelskörper «2012 DA14» ist, dass seine Umlaufbahn dem Orbit der Erde ähnelt. «Er benötigt für einen Umkreis 366,24 Tage, etwa einen Tag mehr als die Erde», erläutert Nomen.

«Zweimal im Jahr kreuzen sich die Umlaufbahnen. Wenn die Erde auf die Aussenbahn gerät, wird sie vom 2012 DA14 überholt. Und wenn sie die Innenbahn einnimmt, zieht sie an dem Asteroiden wieder vorbei.»

Der Himmelskörper mit etwa 50 Meter Durchmesser war am Freitag in einer Entfernung von etwa 27'500 Kilometern an der Erde vorbeigeschrammt. Als die Spanier ihn vor knapp einem Jahr entdeckten, war er mehr als vier Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Das ferngesteuerte LSSS-Observatorium La Sagra liegt in 1700 Meter Höhe in einer einsamen Bergregion in der Provinz Granada. Dort sind die Nächte besonders dunkel, es gibt fast keine künstlichen Lichtquellen, die die Beobachtung des Himmels beeinträchtigen. (sda)

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