Aesch BL: «Sobald er geflickt ist, machen sie ihn wieder kaputt»
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Aesch BL«Sobald er geflickt ist, machen sie ihn wieder kaputt»

Anwohner klagen über Lärm und Vandalismus am Bahnhof Aesch, wo schon mehrfach ein Selecta-Automat beschädigt wurde. Polizei und Gemeinde sind indes keine aussergewöhnlichen Vorkommnisse bekannt.

von
Lea Lozano
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Der Selecta-Automat am Bahnhof in Aesch BL fällt immer wieder Vandalen zum Opfer. 

Der Selecta-Automat am Bahnhof in Aesch BL fällt immer wieder Vandalen zum Opfer.

Facebook
Die Facebook-Community der Gemeinde wundert sich mittlerweile nicht mehr darüber: «Der ist irgendwie immer kaputt», heisst es dort. 

Die Facebook-Community der Gemeinde wundert sich mittlerweile nicht mehr darüber: «Der ist irgendwie immer kaputt», heisst es dort.

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Die Anwohner rund um den Bahnhof haben jedoch nicht nur mit Vandalismus zu kämpfen. So kommentieren mehrere, dass es stets zu Lärmstörungen und Littering käme. 

Die Anwohner rund um den Bahnhof haben jedoch nicht nur mit Vandalismus zu kämpfen. So kommentieren mehrere, dass es stets zu Lärmstörungen und Littering käme.

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Darum gehts

  • Anwohner klagen auf Facebook über Lärm und Vandalismus am Bahnhof Aesch.

  • Ein Selecta-Automat wurde bereits mehrfach schwer beschädigt und ausgeräumt.

  • Die Klagen drange bislang nicht bis zur Gemeinde durch und auch der Polizei ist der Bahnhof nicht als Hotspot bekannt.

«Chaos am Bahnhof, kaputte Selecta Automaten und praktisch jeden Tag liegen Dosen und Alkflaschen herum», regt sich ein User in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Aesch BL, wenn…» über die Zustände am Bahnhof der Gemeinde auf. Der Post sorgt für Gesprächsstoff. Mehrere Anwohner, die unter der Situation leiden, machen im Ärger Luft.

Es seien vor allem Jugendliche, die sich am Bahnhof treffen würden, wobei es oft zu Lärm, Littering und Vandalismus käme. Er wohne selbst gegenüber, schreibt ein Anwohner. «Ich bin schon etliche Male aktiv geworden, aber irgendwie ist es der Gemeinde egal, was dort passiert.» Ein anderer berichtet, er sei erst vor kurzem an die Bahnhofstrasse gezogen und «hätte es nie für möglich gehalten, dasss es in einem 10’000 Einwohner-Dorf so heftig zu und her geht.»

Viele User monieren, dass die Polizei kaum etwas dagegen unternehme und vor allem beim Bussen-Verteilen rigoros sei und weniger mit den «Aggro-Typen», die am Bahnhof abhängen.

«Der ist irgendwie immer kaputt»

Eine beliebte Zielscheibe der Aggressionen der Jugendlichen sei einer der Selecta-Automaten am Bahnhof, wie eine Nutzerin schreibt: «Sobald er geflickt ist, machen sie ihn wieder kaputt.» Dabei würde jeweils auch der gesamte Inhalt entwendet werden.

Sarina Künzli, Sprecherin von Selecta Schweiz, erklärt auf Anfrage von 20 Minuten, dass es in der ganzen Schweiz immer wieder zu Fällen von Vandalismus an den Automaten kommt. «Natürlich ist es so, dass einige Standorte anfälliger sind als andere. Explizit dieser Automat in Aesch fiel schon öfters dem Vandalismus zum Opfer», sagt sie.

Gemeinde hat keine Beschwerden erhalten

So bestätigt Adrian Gaugler, Sprecher der Baselbieter Polizei, dass es im Anfangs Januar zu einer Anzeige wegen Sachbeschädigung am Automaten gekommen ist. Ansonsten sei der Bahnhof Aesch jedoch nicht als Hotspot bekannt.

Obwohl mehrere Personen auf Facebook angeben, sich bei der Gemeinde gemeldet zu haben, sagt Roman Cueni, Verwaltungsleiter der Gemeinde auf Anfrage: «Bisher sind bei der Gemeindeverwaltung Aesch deswegen keine direkten Reklamationen aus der Bevölkerung eingetroffen.» Auch bei der Gemeindepolizei, die für die Einhaltung der Nachtruhe ab 23 Uhr zuständig ist, sei es zu keinen Einsätzen am Bahnhof gekommen.

Deine Meinung

115 Kommentare
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BL-53

16.01.2021, 23:27

Für den Gemeindepolizist ist es gemütlicher an der Hauptstrasse Parkbussen zu verteilen als so weit zum Bahnhof zu laufen um nach Ordnung zu sorgen. Da könnte er ja auf Konfrontation stossen. Da ist es einfacher ein Knöllchen zu schreiben und dann wieder im nahegelegenen warmen Gemeindehaus ein Café zu dringen.

Fredi Wagner

16.01.2021, 16:16

Schilder anbringen mit einer Bussenandrohung vom 120.000 Franken und Videoüberwachen und das Problem ist gesöst.

Man kann es Verstehen

16.01.2021, 09:05

Liegt vielleicht auch an der Politik. Jugendliche haben in der Region keinen Ort um zu sein, dann ist man halt am Bahnhof und trinkt. Ich heisse dies aber nicht gut mit meinem Kommentar ich will nur anmerken mit mehr plätzen für Jugendliche hätten wir dieses Problem nicht.