Tokyo Game Show: Social Games sind seine Goldgrube
Aktualisiert

Tokyo Game ShowSocial Games sind seine Goldgrube

Sie haben weder ausgeklügelte Handlungsstränge noch tolle Grafiken: Trotzdem haben simple Smartphone-Spiele den 34-jährigen Yoshikazu Tanaka zum Milliardär gemacht.

von
Yuri Kageyama
ap
An der Spielemesse in Tokyo stahlen die Social Games den teureren Produkten die Schau. Dabei stand das Unternehmen von Yoshikazu Tanaka im Mittelpunkt.

An der Spielemesse in Tokyo stahlen die Social Games den teureren Produkten die Schau. Dabei stand das Unternehmen von Yoshikazu Tanaka im Mittelpunkt.

Die gerne auf Smartphones gespielten sogenannten «Social Games» waren die Stars der Spielemesse «Tokyo Game Show», die am Wochenende zu Ende ging. Die Social Games stahlen den teuren Software-Paketen und auch Spielkonsolen die Schau. Dabei stand eine Firma im Mittelpunkt, das vor sieben Jahren gegründete japanische Unternehmern Gree, das im Tokioter Vorort Chiba erstmals auf einer Messe auftrat.

Ziel: eine Milliarde Nutzer

Bei Gree sind die Mobile Games ein Zusatzfeature zum sozialen Netzwerk. Expandieren will das Unternehmen vor allem auch im Ausland, wie der 34-jährige Gründer Yoshikazu Tanaka erklärt. In den nächsten Jahren wolle man eine Milliarde Nutzer weltweit haben, sagt Tanaka. Bislang sind es schon 140 Millionen, Gree eröffnete Büros in San Francisco und London.

Das Geschäftsmodell von Gree, das Tanaka zum Milliardär machte, unterscheide sich grundlegend von dem herkömmlicher Spielehersteller, erklärt der Spielexperte Serkan Toto. Der Auftritt der Firma auf der Messe sei schon beeindruckend gewesen und habe eigentlich alles gesagt, sagt Toto: «Es war eine Demonstration der Macht: Wir sind die Zukunft. Wir haben das Geld.»

Neue Bevölkerungsgruppen für Spiele erschlossen

Geld verdient wird in den Social Games mit dem Verkauf virtueller Güter. Gespielt werden kann immer, wenn gerade Zeit ist, gerne auf dem Smartphone oder dem Tablet-PC. Ausgeklügelte Handlungsstränge oder tolle Grafiken gibt es meist nicht.

Ein Grund für den Erfolg der Social Games ist, dass sie völlig neue Bevölkerungsgruppen ansprechen, die bislang von den herkömmlichen Spielen nicht erreicht wurden. Gerade auch etwas ältere Menschen spielen diese Spiele gerne: Man braucht kein Vorwissen, keine teuren Zusatzgeräte. Und ab und zu kauft jemand einen der virtuellen Gegenstände, neue Kleider, virtuelle Haustiere oder was auch sonst. Allein durch die Masse wird Geld verdient - viel Geld.

Sony und Nintendo unter Druck

Unter Druck geraten dadurch Firmen wie Sony und Nintendo, deren Spiele meist an die eigenen Konsolen gebunden sind. Beide Unternehmen erklärten schon, es werde schwer werden, das bisherige Wachstum beizubehalten.

Bei Gree soll das ganz grosse Wachstum erst noch kommen. Die Social Games hätten eine ganze Industrie verändert, erklärte Tanaka in einer Rede. Er sehe schon eine Zeit vor sich, in der Handys und Smartphones in Afrika und Südamerika weitverbreitet seien und Menschen, die nie daran gedacht hätten, sich eine teure Konsole anzuschaffen, im Gree-Netzwerk spielen.

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