27.11.2019 17:23

MuskelhypeSocial Media führt zu Anabolika-Importrekord

Der Missbrauch von Anabolika in der Schweiz nimmt zu. Immer häufiger konsumieren Minderjährige illegale muskelaufbauende Substanzen.

von
ihr
1 / 8
In der Schweiz konsumieren Minderjährige immer häufiger illegale muskelaufbauende Substanzen. (Symbolbild)

In der Schweiz konsumieren Minderjährige immer häufiger illegale muskelaufbauende Substanzen. (Symbolbild)

Keystone/Martial Trezzini
Laut einer Studie der Stadt Zürich wünschten sich drei Viertel aller männlichen Sekundarschüler mehr Muskeln. Im Vordergrund stehe dabei – angetrieben durch die likebasierten sozialen Medien – der Wunsch nach einem muskulösen Körper, sportliche Leistung sei zweitrangig. (Symbolbild)

Laut einer Studie der Stadt Zürich wünschten sich drei Viertel aller männlichen Sekundarschüler mehr Muskeln. Im Vordergrund stehe dabei – angetrieben durch die likebasierten sozialen Medien – der Wunsch nach einem muskulösen Körper, sportliche Leistung sei zweitrangig. (Symbolbild)

Keystone/Martial Trezzini
Konsumiert würden vor allem Testosterone und dessen künstliche Varianten, also anabole Steroide, aber auch Wachstumshormone und Antiöstrogene. Viele würden sich die Stoffe per Post aus dem Ausland bestellen.

Konsumiert würden vor allem Testosterone und dessen künstliche Varianten, also anabole Steroide, aber auch Wachstumshormone und Antiöstrogene. Viele würden sich die Stoffe per Post aus dem Ausland bestellen.

Keystone/Alessandro Della Bella

Der Fitnessboom führt nicht nur zu gesünderen Menschen. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, greifen viele Schüler im Sekundarschulalter zu Anabolika. Gemäss einer Studie der Stadt Zürich wünschten sich drei Viertel aller männlichen Sekundarschüler mehr Muskeln. Im Vordergrund stehe dabei – angetrieben durch die likebasierten sozialen Medien – der Wunsch nach einem muskulösen Körper, sportliche Leistung sei zweitrangig.

Konsumiert würden vor allem Testosterone und dessen künstliche Varianten, also anabole Steroide, aber auch Wachstumshormone und Antiöstrogene. Viele würden sich die Stoffe per Post aus dem Ausland bestellen. Noch nie seien von den Schweizer Zollbehörden so viele Dopingmittel beschlagnahmt worden. Die Organisation Antidoping Schweiz rechne bis Ende Jahr mit über 650 Fällen, ein neuer Rekord. Herkunftsländer der Dopingmittel seien die USA, osteuropäische und asiatische Länder.

Gefährlicher Trend

Der Trend sei den Behörden bekannt. Die Aargauer Staatsanwaltschaft teilte der Zeitung mit: «Anabolika haben mittlerweile epidemieartige Züge angenommen. Die jungen Erwachsenen haben das Gefühl, sie konsumieren Haribo.» Doch das Thema werde in der Gesellschaft verharmlost. Dies sei gefährlich, denn die Stoffe würden häufig grosse gesundheitliche Schäden anrichten. Sie können zu Leberschäden, Schlaganfällen, Herzinfarkten oder auch psychischen Krankheiten führen.

Trotzdem stehe der Eigenkonsum von Anabolika bislang nicht unter Strafe. Der Handel mit Anabolika sei ein Millionengeschäft, und in diesem würden auch prominente Bodybuilder mitmischen.

Bodybuilder-Spitze mit dabei

Das Recherchedesk von Tamedia konnte aufdecken, dass – nebst weiteren Grössen aus der Szene – beispielsweise ein früherer Bodybuilder-Weltmeister aus dem Aargau Doping-Stoffe verkauft hat. Dies obschon er öffentlich wiederholt gesagt hat, er sei «der lebendige Beweis», dass es im Body-Builder-Business auch ohne Doping gehe.

Im Jahr 2018 ist er zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden, da er Substanzen im Wert von 550'000 Franken verkauft haben soll. Der Ex-Champion hat Rekurs eingelegt, der Fall ist nun vor dem Obergericht hängig.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.