Boom: Söldnerfirmen machen das ganz grosse Geld
Aktualisiert

BoomSöldnerfirmen machen das ganz grosse Geld

Private Armeen florieren rund um den Globus. Ohne sie wären Kriege wie im Irak oder in Afghanistan nicht möglich.

von
Alex Hämmerli
Dick im Geschäft: Angehörige einer Privatarmee beim Training in Bagdad. (Bild: AFP)

Dick im Geschäft: Angehörige einer Privatarmee beim Training in Bagdad. (Bild: AFP)

Die Söldnerfirma Aegis Defense Ltd. hat neulich ihren Firmensitz von London nach Basel verlegt. Sie ist Teil eines der am rasantesten wachsenden Wirtschaftszweige. 1990 setzte der Sektor der privaten Militärunternehmen weltweit rund 33 Milliarden Dollar um. Heute sind es laut Schätzungen des Europarats bereits 200 Milliarden. Und die Tendenz zeigt weiter steil nach oben. Das schwedische Friedensforschungsinstitut Sipri spricht vom stärksten Wachstum des Söldnertums seit dem 18. Jahrhundert.

Der Europarat geht davon aus, dass derzeit 1,5 Millionen Söldner, Leibwächter, Agenten und sonstige Mitarbeiter für die beschönigend Security Contractors genannten Unternehmen arbeiten. Insgesamt gebe es über 1000 solche Firmen. 80 Prozent der Privatarmeen sind in den USA und England angesiedelt.

Rolf Uesseler, Autor des Buchs «Krieg als Dienstleistung», glaubt, dass Kriege wie jene in Afghanistan oder im Irak ohne private Armeen gar nicht mehr denkbar wären. Sie hätten Aufgaben übernommen, die einst in die staatliche Hoheit gefallen seien. Mittlerweile würden sie sogar direkte Kampfeinsätze ausführen. Uesseler warnt davor, dass die Unternehmen das staatliche Gewaltmonopol unterhöhlen und das Völkerrecht aushebeln.

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