Aktualisiert 01.04.2020 16:14

Notpaket des Bundes

Soforthilfe für viele – für Ärzte aber nicht

Viele Arztpraxen sind derzeit leer, bei Zahnärzten oder Therapeuten gehen die Umsätze drastisch zurück. Einen Anspruch auf «Corona-Erwerbsersatz» haben sie jedoch nicht.

von
kle
1 / 8
Bei vielen Arztpraxen gehen in der Corona-Krise die Umsätze drastisch zurück.

Bei vielen Arztpraxen gehen in der Corona-Krise die Umsätze drastisch zurück.

Keystone/Martin Ruetschi
Weil viele Betriebe Auftragseinbrüche erlitten haben, hat der Bundesrat vor einigen Tagen ein Notpaket angekündigt.

Weil viele Betriebe Auftragseinbrüche erlitten haben, hat der Bundesrat vor einigen Tagen ein Notpaket angekündigt.

Keystone/Gaetan Bally
Doch Arztpraxen sind davon ausgeschlossen, denn es handelt sich in diesen Fällen nicht um eine «behördlich verordnete Schliessung», wie die Verordnung für die Notfallzahlungen vorsieht.

Doch Arztpraxen sind davon ausgeschlossen, denn es handelt sich in diesen Fällen nicht um eine «behördlich verordnete Schliessung», wie die Verordnung für die Notfallzahlungen vorsieht.

Keystone/Martin Ruetschi

Die Corona-Krise hat massive Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft. Weil viele Betriebe Auftragseinbrüche erlitten haben, hat der Bundesrat vor einigen Tagen ein 30-Milliarden-Notpaket angekündigt. Viele Berufsgruppen aber fallen durch die Maschen des Soforthilfebündels – darunter paradoxerweise das Gesundheitspersonal.

Bei vielen Arztpraxen gehen dieser Tage die Umsätze drastisch zurück, wie das Portal «Medinside» berichtet. Mediziner würden nicht dringende Untersuchungen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, der Betrieb in vielen Praxen wird aufs Notwendigste zurückgefahren. Auch temporäre Schliessungen von Praxen kommen vor.

Ärzte- und Zahnärztevereinigungen werden vorstellig

Nur: Ärzte, Zahnärzte, Physiotherapeuten oder Chiropraktiker haben keinen Anspruch auf «Corona-Erwerbsersatz». Denn es handelt sich in diesen Fällen nicht um eine «behördlich verordnete Schliessung», wie die Verordnung für die Notfallzahlungen vorsieht. Mit anderen Worten: Eine faktische Betriebsschliessung genügt für den Anspruch auf Soforthilfe durch den Bund nicht.

Das wollen der Ärzteverband FMH sowie die Zahnärztevereinigung SSO nicht hinnehmen. Sie versuchen nun, eine Änderung dieser Verordnung zu erwirken. Ihre Anliegen haben sie bereits bei den Departementen Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und Inneres (EDI) vorgebracht, so die Ärztevereinigung.

Beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) wird der Antrag geprüft, schreibt «Medinside» weiter. «Die FMH steht in Kontakt mit den Behörden, hat die Interessen und Anliegen der Ärzteschaft eingebracht und hofft, dass eine gute Lösung gefunden werden kann», teilt der Ärzteverband dem Portal mit. Entschieden wurde bis jetzt noch nichts.

Fehler gefunden?Jetzt melden.