Mositunnel: Sofortmassnahmen im gefährlichsten Tunnel der Schweiz
Aktualisiert

MositunnelSofortmassnahmen im gefährlichsten Tunnel der Schweiz

Die letzte Frontalkollision im Dezember war zu viel: Jetzt handelt das Bundesamt für Strassen (ASTRA). Mit diversen Sofortmassnahmen will es den unfallträchtigen Mositunnel bei Brunnen SZ sicherer machen.

Der Mositunnel hat ein Sicherheitsproblem. In den letzten drei Jahren haben die schweren Unfälle im Gegenverkehrstunnel zugenommen. 2007 und 2008 gab es insgesamt drei Todesopfer. In den meisten Fällen war (verbotenes) Überholen oder unbeabsichtigtes Überfahren der Sicherheitslinie die Ursache.

Richtungspfeile sollen Unfälle verhindern

Nachdem Anfang Dezember 2008 bei einem Unfall drei Personen verletzt wurden und der Tunnel zwei Tage gesperrt blieb, reagiert nun das ASTRA mit Sofortmassnahmen. Laut Medienmitteilung vom Freitag werden in den Portalzonen Richtungspfeile angebracht. Zudem werden die Sicherheitslinien erneuert und zwischen den Sicherheitslinien Reflektoren montiert.

Die Richtungspfeile werden nur beim Mositunnel angebracht. Die beiden anderen Massnahmen werden in allen längeren Tunnels an der Axentrasse zwischen Brunnen SZ und Flüelen UR realisiert. Die Arbeiten werden bis Ende Februar 2009 in verkehrsarmen Zeiten umgesetzt. Sie bedingen jeweils eine Sperrung des Tunnels.

Gefährlichster Tunnel der Schweiz

Der rund 1100 Meter lange Mositunnel der A4 wurde 1964 in Betrieb genommen. Zwischen 1996 und 2000 wurden die elektromechanischen Anlagen umfassend erneuert.

Trotzdem fiel der Tunnel 2007 beim europäischen Tunneltest EuroTAP durch. Als einziger der sieben in der Schweiz getesteten Tunnels wurde bei ihm die Sicherheit als nicht ausreichend beurteilt. Kritisiert wurde insbesondere das Fehlen von Flucht- und Rettungswegen.

(sda)

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