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Lingerie Football LeagueSoftporno mit Mundschutz

Dass Frauen Football spielen liegt wohl ganz im Sinne der Emanzipation. Dass die Damen das beinahe nackt tun, wohl eher nicht. Willkommen beim Lingerie Football, der real gewordenen Männerphantasie mit Mundschutz.

von
Patrick Toggweiler

Gestern startete die Lingerie League – das Nachfolgeprodukt der erfolgreichen Super-Bowl-Halbzeitshow Lingerie Bowl. Das Konzept der Liga ist so simpel wie erfolgreich. Es wird Football gespielt. Statt 100-Kilo Bären treten durchtrainierte Beautyqueens gegeneinander an. Damit es zu weniger Dreckwäsche kommt, werden Shirt und Hosen weggelassen. Die Damen spielen also in BH und Panty.

Ran an die Wäsche

Während die Teams in der NFL furchterregende Namen wie «Cowboys», «Lions» oder «Vikings» tragen, deuten die Teamnamen der leicht bekleideten Damen in eine andere Richtung: «Desire», «Passion» oder «Seduction» - «Begierde», «Leidenschaft» oder «Verführung». Hugh Hefner hätte es nicht treffender sagen können. 10 Teams spielen in der neuen Liga. Zum ersten Spiel zwischen den Chicago Bliss und den Miami Caliente kamen 10'000 Zuschauer. Wer auf der offiziellen Homepage der Liga nach einem Resultat sucht, wird einen Tag nach der Partie nicht fündig – Nebensache.

Baywatch ohne Hasselhoff und Meer

Weniger nebensächlich ist die Vermarktung der Liga: Einzelne Spiele können für knapp 8 Dollar, die gesamte Saison (20 Spiele) für 125 Dollar über Internet-TV empfangen werden. Wenn schöne Mädchen in wenig Textil egal welcher Tätigkeit nachgehen, dann funktioniert die weltweite Vermarktung. Baywatch wurde mit demselben Konzept die erfolgreichste US-Fernsehserie des 20. Jahrhunderts. In der Lingerie League wird halt Football gespielt. Man könnte auch halbnackt Autos waschen oder das Wetter ansagen. Oh, das gibt es ja alles schon.

Ein Klischee will Lingerie-Football-Spielerin Nyasha Zimucha von den «Miami Caliente» dann aber dennoch widerlegt sehen: «Wir sind dort draussen, um uns richtig zu tackeln. Wir sind alles hübsche und athletische Mädchen. Wir entsprechen nicht dem Stereotyp und werden beweisen, dass süsse Mädels doch nicht so zimperlich sind.» Übrigens: Chicago Bliss schlug Miami Caliente mit 29 zu 19.

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