Geri-Gate: Sogar aus Damaskus schickte Müller Sex-SMS
Aktualisiert

Geri-GateSogar aus Damaskus schickte Müller Sex-SMS

Geri Müller soll sich während geheimen Gesprächen in Syrien in Sex-SMS über seine Gesprächspartner lustig gemacht haben. Parteimitglieder fordern eine detaillierte Stellungnahme.

von
ann

Der Nationalrat und Badener Stadtammann Geri Müller (Grüne) hat seiner Internetbekanntschaft nicht nur Nackt-Selfies aus dem Stadthaus geschickt und mit ihr über Sex gechattet. Er soll dies auch getan haben, während er zu geheimen Gesprächen mit einem Diplomatenpass in Damaskus weilte, wie die «Basler Zeitung» schreibt.

Dort soll er während laufenden Vermittlungsgesprächen zwischen Regierung und Opposition immer wieder Sex-SMS an seine Chatpartnerin geschickt haben. Laut der jungen Frau fluchte er über die Amerikaner und machte sich über die Geschlechtsteile seiner Gesprächspartner lustig. Angesichts des Abhör-Übereifers zahlreicher Länder dürfte dies ein grosses Risiko für ihn und die Schweizer Aussenpolitik gewesen sein. Insbesondere, weil er sich aufgrund seiner Hamas-freundlichen Haltung im Nahost-Konflikt wohl längst auf dem Radar internationaler Geheimdienste befindet.

Diplomaten-Pass bleibt zehn Jahre lang gültig

Wieso Müller über einen Diplomaten-Pass verfügt, konnte die «Basler Zeitung» nicht sicher klären. Laut den Parlamentsdiensten könne es sein, dass er diesen noch aus seiner Zeit als Präsident der Aussenpolitischen Kommission (AKP) besitzt. Das Aussendepartement (EDA), das über genauere Informationen verfügt, wollte offenbar keine Stellung nehmen.

Gemäss Carlo Sommaruga, Genfer SP-Nationalrat und AKP-Präsident, erhält jedes AKP-Mitglied, das zum ersten Mal im Rahmen einer parlamentarischen Kommission ins Ausland reise, einen Diplomaten-Pass. Dieser sei zehn Jahre gültig und müsse in der Regel nach einem Auslandsaufenthalt nicht wieder abgegeben werden. Müller informierte das EDA offenbar über seine Reise nach Syrien. Was er dort tat, ist nicht bekannt.

Bis jetzt schweigt sich Müller über seine Chats aus und sagt, diese seien Privatsache. Mitglieder anderer Parteien verlangen nun aber, dass der grüne Stadtammann klar und detailliert Stellung dazu nimmt. Dabei soll er auch Ungereimtheiten bezüglich der Verhaftung der jungen Frau in Baden aus dem Weg räumen. Müller soll die Polizei alarmiert haben, weil die Frau suizidgefährdet sei. Die Polizei fand aber keinen Hinweis darauf, dass die Frau sich das Leben nehmen wollte.

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