Taifun Neoguri: «Sogar das Haus fing an zu wackeln»
Aktualisiert

Taifun Neoguri«Sogar das Haus fing an zu wackeln»

Der gewaltige Taifun Neoguri hat die südwestjapanische Inselregion Okinawa mit heftigen Sturmböen und Regen überzogen. Es gilt die höchste Alarmstufe.

von
woz

Ein heftiger Taifun hat am Dienstag den Verkehr auf den japanischen Okinawa-Inseln lahmgelegt. Ein Mann kam ums Leben, als sein Boot in den hohen Wellen unterging, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Mehr als ein Dutzend Bewohner mussten mit Verletzungen wie gebrochenen Handknochen oder eingequetschten Fingern ins Spital gebracht werden, wie die «Okinawa Times» am Nachmittag meldete. Berichte über grössere Schäden lagen jedoch zunächst nicht vor.

Mit gewaltigem Tosen peitschte «Neoguri» durch die Strassen auf Okinawa, riss Zweige von den Palmen, stürzte Mopeds um. «Der Sturm ist so stark, dass sogar das Haus anfing zu wackeln», schilderte ein Bewohner der Provinzhauptstadt Naha im Fernsehen.

Laut des japanischen Meteorologiezentrums hatte Taifun Neoguri Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Stundenkilometern.

(Video: Youtube euronews)

Die Behörden riefen rund 550'000 Menschen dazu auf, ihre Häuser zu verlassen. Das Meteorologiezentrum warnte vor peitschenden Regenschauern und bis zu 14 Meter hohen Wellen.

In Zehntausenden Haushalten fiel der Strom aus. Berichte über grössere Schäden lagen zunächst nicht vor. Die meteorologische Behörde hatte am Vortag die höchste Alarmstufe für die Region ausgegeben. Sämtliche Flüge in Okinawa wurden am Dienstag abgesagt. Der öffentliche Verkehr wurde ebenfalls eingestellt und die Autobahnen gesperrt.

Der Astronaut Reid Wiseman twitterte ein eindrückliches Bild des Taifuns:

The interesting shaped #eye of super #TyphoonNeoguri - 2155 GMT, 7 July pic.twitter.com/raNonr8qbK- Reid Wiseman (@astro_reid) 7. Juli 2014

Stärkster Sturm seit Jahrzehnten

Es handelt sich um einen der stärksten Stürme in Japan seit Jahrzehnten. Von nicht unbedingt notwendigen Aktivitäten im Freien sei dringend abzuraten, sagte Behördensprecher Satoshi Ebihara vor Reportern. «Alles, was nicht festgemacht ist, auch Kleinteile, können tödliche Geschosse werden», sagte Kommandant James Hecker. Auf Facebook gibt es inzwischen eine Gruppe mit dem Namen «Typhoon Neoguri Photos & Info», auf welcher die Betroffenen Infomationen über den Taifun und seine Folgen austauschen können.

Die Regierung richtet einen Krisenstab ein. Es wird erwartet, dass Neoguri Kurs auf die Insel Kyushu und dann auf die japanische Hauptinsel Honshu nimmt. Im Verlauf dürfte der Taifun über Land an Kraft verlieren, doch Windböen und heftiger Regen könnten für Erdrutsche und andere Schäden sorgen, warnte Ebihara vom nationalen Meteorologiezentrum.

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