25.03.2018 12:15

Gränichen AG

«Sogar die Kirche betet für das Hexenmuseum»

Das Hexenmuseum auf dem Schloss Liebegg hat am Sonntag seine Türen geöffnet. Im Vorfeld wehrten sich christliche Fundamentalisten gegen die Eröffnung.

von
mon

Wicca Meier-Spring hat am Sonntag das Hexenmuseum eröffnet.

Zaubersprüche aus aller Welt, Tarot oder Kaffeesatzlesen, Erzählungen über Hexenjagden oder unkonventionelle Heilmethoden – auf dem Schloss Liebegg in Gränichen AG hat am Sonntag das Schweizer Hexenmuseum eröffnet. Museumsleiterin ist Wicca Meier-Spring, die sich in den Medien immer wieder als moderne Hexe präsentiert: «Wir sind froh, dass nun alles fertig ist.» Man habe insgesamt 2500 Stunden in das neue Museum investiert – «aber es hat sich gelohnt».

Bis vor kurzem war das Museum noch im aargauischen Auenstein beheimatet. «Wir sind das einzige Museum im deutschsprachigen Europa, das sich ausschliesslich mit Hexen und Hexenverfolgung befasst», so Meier-Spring.

Über 1000 Exponate rund um das Thema Hexerei

Schon seit sie denken kann, sei sie von Mystik und Magie fasziniert: «Die Kleine Hexe hat mich in meiner Kindheit inspiriert.» Auch die vielen Reisen mit ihren Eltern haben sie geprägt: «Ich kam in Kontakt mit den unterschiedlichsten Bräuchen und Sitten – das hat meine Sicht- und Lebensweise stark beeinflusst und mein Interesse fürs Mystische geweckt.»

Seitdem sammelt sie alles, was mit Hexen und Magie zu tun hat – dazu gehören Geschichten wie auch Gegenstände. Aber genau diese Leidenschaft sei eine Voraussetzung, «um überhaupt ein Museum zu eröffnen». Über 1000 Exponate zum Thema Hexerei werden im Museum auf dem Schloss Liebegg gezeigt.

Auch Geister-Kurse werden angeboten

Neben dem Museum gibt Meier-Spring auch Kurse, die sich mit Themen wie Aberglaube, Geister und Hexenverfolgung befassen: «Viele lehnen Magie und Mystik ab, weil es ihnen Angst macht – aber am Ende sind wir doch alle ein bisschen abergläubisch.»

Das Hexenmuseum sorgte bereits in den Tagen vor der Eröffnung für Schlagzeilen. Christliche Fundamentalisten riefen in zwei Aargauer Lokalzeitungen zum Widerstand auf, wie die «Aargauer Zeitung» berichtete: «Betet für den Aargau und um Verhinderung des Hexenmuseums auf Schloss Liebegg.»

Solidarität statt Widerstand

Der Widerstand habe aber nicht die gewünschte Wirkung gehabt. Im Gegenteil: «Wir haben aus der ganzen Bevölkerung eine grosse Solidarität erlebt, die uns berührt hat», sagt Meier-Spring. Viele würden sie unterstützen und ihr den Rücken stärken: «Die Leute finden unser Projekt gut und freuen sich, dass es uns gibt.» Sogar die Kirche habe ihr Beistand angeboten: «Sie haben gesagt, dass sie für uns beten – und nicht gegen uns.»

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