18.10.2020 19:22

«Yodeling Event»Sogar die «New York Times» berichtet über Corona-Hotspot Schwyz

Die Corona-Zahlen im Kanton Schwyz sind nicht nur hierzulande ein Thema. Weltweit angesehene Zeitungen wie die «New York Times» und «The Daily Beast» berichten über die prekäre Situation.

von
Nadine Wechsler
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Mit diesem Bild illustrierte die «New York Times» ihren Ticker-Eintrag zur Corona-Situation im Kanton Schwyz.

Mit diesem Bild illustrierte die «New York Times» ihren Ticker-Eintrag zur Corona-Situation im Kanton Schwyz.

New York Times
«Die Schweizer Jodler haben einen der schlimmsten Covid-Hotspots in Europa geschaffen», titelt das Online-Magazin «The Daily Beast».

«Die Schweizer Jodler haben einen der schlimmsten Covid-Hotspots in Europa geschaffen», titelt das Online-Magazin «The Daily Beast».

thedailybeast.com
Auch die Situation des Schwyzer Krankenhauses wird in dem Artikel der «New York Times» thematisiert.

Auch die Situation des Schwyzer Krankenhauses wird in dem Artikel der «New York Times» thematisiert.

spital-schwyz.ch

Darum gehts

  • Der Kanton Schwyz gilt seit vergangener Woche als Corona-Hotspot.

  • Die «New York Times» ist auf den starken Anstieg der Infektionszahlen aufmerksam geworden.

  • Auch andere grosse internationale Newsportale berichten über die prekäre Lage in Schwyz.

  • In einem Artikel schreibt «The Daily Beast» von einem «Covid-19-Superspreader-Event».

Die Corona-Fallzahlen im Kanton Schwyz sind in der vergangenen Woche sprunghaft angestiegen. Am Freitag hat der Kanton Schwyz bekannt gegeben, dass 633 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet wurden.

Auch die «New York Times» ist auf den starken Anstieg aufmerksam geworden. Der Corona-Ticker der angesehenen US-amerikanischen Tageszeitung erwähnt am Samstagnachmittag in den «Live Updates» den Corona Hotspot Schwyz. Der Covid-19-Ticker der «New York Times» findet weltweit Beachtung.

«A Swiss canton explodes with virus cases after a yodeling event», heisst es in der Überschrift im Tickerbeitrag der «Times». Das Portal berichtet von steigenden Fallzahlen im Zusammenhang mit zwei Jodelkonzerten mit rund 600 Besuchern. Eine Person sei neun Tage nach dem Event positiv auf das Coronavirus getestet worden, schreibt die «Times». Gemeint sind laut dem «Boten der Urschweiz» die Jodelmusical-Darbietungen im MythenForum Schwyz Ende September.

«Covid-19-Superspreader-Event»

Die «New York Times» berichtet ausserdem vom Youtube-Video des Schwyzer Kantonsspitals von letzter Woche, in dem die Führung des Krankenhauses an die Bewohner des Kantons appellierte, Masken zu tragen und sich nicht in grossen Gruppen zu versammeln. Abschliessend schreibt die US-amerikanische Tageszeitung, dass die Schweiz lockerere Massnahmen verabschiedet habe als die meisten Staaten in Europa, dies könne sich allerdings bald ändern.

Auch auf der Daily-Beast-Website wurde über die Corona-Situation im Kanton Schwyz berichtet. Von einem Jodelkonzert, das zum Covid-19-Superspreader-Event geworden sei, ist die Rede. Titel des Artikels: «Switzerland’s Yodelers Created One of Europe’s Worst Covid Hot Spots». «The Daily Beast» berichtet weiter von der höchsten Ansteckungsrate in ganz Europa und dass sich die Fallzahlen in der letzten Woche jeden Tag verdoppelt hätten.

Das Personal des Spitals Schwyz appelliert an die Bevölkerung.

Spital Schwyz

Weiter berichtete auch das Portal «Voice of America» über den Kanton Schwyz aufgrund einer Agenturmeldung der Agence France-Presse. Ebenfalls wird beim US-Portal im Titel das Jodelkonzert als «Superspreader-Event» bezeichnet. Auch in England ist Schwyz als Corona-Hotspot bekannt, nachdem die Daily Mail über das «Yodelling Superspreader Concert» berichtete.

Michael Schär, Gemeindeschreiber in Schwyz, sagte Ende letzter Woche zu 20 Minuten: «Grossveranstaltungen haben grundsätzlich unter strengen Schutzmassnahmen stattgefunden.» Dennoch sei auch entscheidend, wie sich die Leute vor und nach der Veranstaltung verhalten würden. Es seien «unglückliche Umstände», die zur Situation in Schwyz geführt hätten. Am Montag wird die Situation im Kanton Schwyz von den Behörden neu analysiert:

Archiv-Video 20 Minuten (15. Oktober 2020)

Beim Zentralschweizer Jodlerverband ZSJV glaubt Präsident Fabian Niklaus nicht, dass das Jodeln durch die aktuellen internationalen Schlagzeilen Schaden nehmen könnte; die Situation in Schwyz «hätte genauso gut einen anderen Ursprung als ein Jodler-Anlass haben können».

Aber natürlich wisse man, dass Singen, egal in welcher Form, das Potenzial habe, das Virus zu verbreiten. Niklaus verweist auf die Schutzkonzepte des Eidgenössischen Jodlerverbandes für Proben; für Veranstaltungen gäbe es keines, da bisher in den Kantonen ganz unterschiedliche Vorgaben gelten. Er erhalte jedoch viele Meldungen von Jodel-Klubs, die von sich aus alle Proben oder Konzerte abgesagt hätten.

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