Skandal bei FC Schaffhausen: Sogar eigene Fans halten Plakat für «widerwärtig»
Aktualisiert

Skandal bei FC SchaffhausenSogar eigene Fans halten Plakat für «widerwärtig»

«Winti Fraue figgä und verhaue», schrieben FC-Schaffhausen-Fans beim Spiel gegen Winterthur auf ein Plakat. Die Bierkurve Schaffhausen findet eine Strafe gerechtfertigt.

von
mon
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Dieses Plakat sorgte am Fussballspiel vom Sonntag, den 26. Mai, für Aufregung.

Dieses Plakat sorgte am Fussballspiel vom Sonntag, den 26. Mai, für Aufregung.

Leser-Reporter
Schaffhauser Fans hatten das Transparent im Stadion Schützenwiesen in Winterthur hochgehalten und damit für einen Skandal gesorgt.

Schaffhauser Fans hatten das Transparent im Stadion Schützenwiesen in Winterthur hochgehalten und damit für einen Skandal gesorgt.

Keystone/Eddy Risch/Archiv
Schockiert ist die Schweizer Nationalspielerin Meriame Terchoun.

Schockiert ist die Schweizer Nationalspielerin Meriame Terchoun.

Keystone/Salvatore di Nolfi

FC-Schaffhausen-Fans schockten am Sonntag beim Spiel gegen den FC Winterthur im Stadion Schützenwiese mit einem Skandal-Plakat. Auf dem Banner stand «Winti Fraue figgä und verhaue». Die Aktion wird scharf kritisiert.

Die Stadtpolizei Winterthur hat ein Ermittlungsverfahren wegen öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen oder Gewalttätigkeit eingeleitet. Dafür gibt es bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Bei der Swiss Football League (SFL) hat man den Fall umgehend an die Disziplinarbehörden weitergeleitet. «Wir fordern, dass diese Aktion rigoros sanktioniert wird», so SFL-CEO Claudius Schäfer.

«Es sollte nur eine Provokation sein»

Die Bierkurve Schaffhausen hat sich am Montagmorgen auf Facebook gemeldet. In einem Post spielen sie den Vorfall zuerst runter: «Dass unser Spruchband auf extreme Art und Weise provoziert, war jedem klar, der daran beteiligt war.»

Die Aktion sei aber in erster Linie «unüberlegt und nicht bis ans Ende gedacht» gewesen: «Es sollte nur eine Provokation sein.» Man entschuldige sich bei allen, die sich durch das Spruchband angegriffen fühlen.

«Wir wollten lediglich darauf antworten»

Auf Anfrage von 20 Minuten findet die Schaffhauser Bierkurve deutlichere Worte zur Aktion: «Man kann auf gar keinen Fall ein solch widerwärtiges Spruchband präsentieren, das soll und muss jedem klar sein.»

Trotzdem: Ganz unschuldig an der Aktion seien die Winterthur nicht, so die Bierkurve. Die FCS-Fans rechtfertigen sich: «Im letzten Derby im Lipopark wurden von Winterthurer Seite mehrere provozierende Spruchbänder gezeigt. Wir wollten lediglich darauf antworten.»

«Eine Strafe wäre gerechtfertigt»

Die führenden Köpfe der Kurve hätten bei der Erstellung der Banner einigen Leuten zu viel Freiraum gelassen: «Es gab mehrere Vorschläge. Leider kam es zum verwerflichsten Spruch, der nur möglich war.»

Die einzelnen Fangruppen seien sich einig, dass so etwas nie wieder passieren darf. Bereits am Sonntagabend sollen erste interne Konsequenzen gegenüber den betreffenden Personen gezogen worden sein.

Trotzdem rechne man mit Sanktionen seitens der Polizei und des Fussballverbands: «Auch wenn das Spruchband nicht ernst gemeint, sondern einfach unüberlegt war, wäre eine Strafe definitiv gerechtfertigt.» Wie diese aussehen werde, sei aber unklar: «Es bleibt zu hoffen, dass die Strafen lediglich den Schuldigen zugesprochen werden und keine Kollektivstrafe verhängt wird.»

Ausschreitungen zwischen FCW- und FCS-Fans

Beim Spiel zwischen dem FC Schaffhausen und dem FC Winterthur kam es am Sonntag zu Ausschreitungen.

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