Offene Werkstatt: Sogar Gottschalk schaut Luzerner Uhrmachern zu
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Offene WerkstattSogar Gottschalk schaut Luzerner Uhrmachern zu

Eine Uhrmacherei mit Schauwerkstatt, die für jedermann zugänglich ist: Das ist am neuen Hauptsitz der Chronoswiss in Luzern möglich.

von
msa

Einem Uhrmacher live bei der Arbeit über die Schulter schauen? Das ist nun in der Schauwerkstatt am neuen Hauptsitz der Chronoswiss an der Löwenstrasse möglich. Die Chronoswiss eröffnete am Donnerstag ihren neuen Hauptsitz. «Uns liegt am Herzen, dass die Besucher rein kommen und unseren Uhrmachern bei der Arbeit zusehen können», sagte CEO Oliver Ebstein bei der Führung durch die Uhrmacherei. Im Zentrum steht ein verglastes Atelier, in dem bis zu fünf Uhrmacher arbeiten können. Die Schauwerkstatt ist dabei isoliert und staubfrei. So werden die Mitarbeiter nicht von den Besuchern bei der filigranen Arbeit gestört und es kommen keine Staubpartikel zwischen die Kleinteile.

Mehrwert für den Uhrenplatz Luzern

Ebstein sagte weiter, dass das House of Chronoswiss kein Museum sein solle. «Es soll mehr eine Tour sein, für die man keinen Guide braucht. Es soll den Wow-Effekt geben, wenn man sieht, wie Uhren gemacht werden.» Auf Touch-Screens können sich die Besucher durch die Frimengeschichte klicken. Man zeige zwar viele Details, aber nicht alles. «Wir wollen transparent sein, aber dann doch nicht kopiert werden», sagt Ebstein.

Auch Stadtpräsident Stefan Roth ist bei der Eröffnung anwesend und freut sich über die Standortwahl: «Die Uhrenbranche ist von grosser Bedeutung für Luzern. Sie zieht nicht nur Einheimische, sondern auch Touristen an. Die Chronoswiss erzielt einen Mehrwert, indem sie hier produziert. Das passt sehr gut zum Uhrenplatz Luzern.»

«Luzern ist immer schön!»

Im Gespräch mit den Mitarbeitern, die im Schaukasten arbeiten und ausgestellt sind, zeigt sich, dass sie keine Angst haben, durch Besucher bei der Arbeit gestört zu werden. «Die Türen sind ja zu und die Räume sind gut gegen Geräusche isoliert. Zudem ist man bei der Arbeit dermassen auf die kleinen Teile fokussiert, da vergisst man schnell die Welt um sich herum», so einer der Mitarbeiter.

Ebenfalls anwesend und Star der Eröffnung war der berühmte Fernseh-Moderator Thomas Gottschalk. Gottschalk appelliert an die Zeitlosigkeit der Uhrenindustrie: «Die Jugend heutzutage liest die Zeit nur noch ab dem iPhone. Aber das ist halt etwas anderes. Es gibt heutzutage die Youtube-Stars, die kurze Zeit Erfolg haben aber es gibt auch Menschen wie Elton John oder Eric Clapton. So ist es mit der Uhrenindustrie, man muss es einfach zu schätzen wissen.» Auf die Frage, ob ihm Luzern auch nach mehreren Besuchen noch gefällt, antwortet er: «Luzern ändert sich ja nicht - wie ich! Luzern ist immer schön.»

Gegründet wurde die Chronoswiss von dem Deutschen Gerd-Rüdiger Lang. 2012 wurde die Marke an die Schweizer Unternehmerfamilie Oliver und Eva Ebstein verkauft. Aufgrund des Verkaufs wurde auch der Hauptsitz nach Luzern verlegt. Jährlich werden etwa 5000 Uhren produziert, die preislich im drei- bis vierstelligen Bereich liegen.

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