Raub brutal: Sogar Kinder überfallen Taxis
Aktualisiert

Raub brutalSogar Kinder überfallen Taxis

Immer wieder Überfälle auf Ostschweizer Taxis – die Chauffeure wollen sich mit neuen Massnahmen schützen.

von
upz
Daniel Holenstein, Geschäftsführer von Herold Taxi: «In der Ostschweiz wollen noch immer fast alle bar bezahlen.» (Bild: upz)

Daniel Holenstein, Geschäftsführer von Herold Taxi: «In der Ostschweiz wollen noch immer fast alle bar bezahlen.» (Bild: upz)

Zwei Jugendliche haben in der Nacht auf gestern eine 44-jährige Taxifahrerin in Wil überfallen: Die etwa 14- bis 16-Jährigen, die Dialekt sprachen, stiegen um Mitternacht am Bahnhof ins Taxi und liessen sich zum Mattschulhaus fahren. Dort angekommen würgte einer die Frau von hinten. Der zweite packte die Fahrerin und forderte Geld. Nach einem Gerangel flüchteten sie ohne Beute. Es ist der zweite Fall in kurzer Zeit: Letzte Woche wurde in St. Gallen ein Taxifahrer von drei Männern attackiert. Sie erbeuteten 500 Fr. und Handys.

Keiner zahlt mit Karte

Doch ohne das viele Bargeld, das Taxiräuber anlockt, läuft auch in Zeiten von Kredit- und EC-Karten nichts in der Taxi-Branche: «Nicht einmal 20 Prozent der Fahrgäste zahlen bargeldlos, obwohl wir die Möglichkeit aktiv bewerben», sagt Iman Nahvi von Taxi Frosch in St. Gallen. Es gebe sogar Kunden, die lieber zuerst Geld holen, anstatt mit Karte zu bezahlen. Auch Daniel Holenstein, Geschäftsführer von Herold Taxi, sagt: «In Zürich funktioniert bargeldlos zahlen eher, doch in der Ostschweiz bestehen fast alle auf Bargeld.» So bleibt den Fahrern nichts anderes, als sich zu wappnen: «Viele haben einen Pfefferspray dabei», sagt der Wiler Taxiunternehmer Peter Seiler. Wichtig sei auch, bestimmt aufzutreten. Mehrere Taxifahrer sagten gegenüber 20 Minuten zudem, man überlege sich, Kameras im Auto zu installieren. «Das würde wohl Kunden abschrecken», glaubt jedoch Holenstein: Diskretion sei den Fahrgästen wichtig.

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