15.10.2019 14:27

«Bitte wenden!»Sogar mitten im Gotthard folgen sie ihren Navis blind

Trotz doppelter Sicherheitslinie und Gegenverkehr: Viele Navis sind im Gotthard-Strassentunnel verwirrt und fordern, dass die Lenker wenden. Rund 50 Lenker befolgen das im Jahr.

von
mme
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Im Gotthardtunnel herrscht Gegenverkehr: Wenden ist da strengstens verboten.

Im Gotthardtunnel herrscht Gegenverkehr: Wenden ist da strengstens verboten.

Keystone/urs Flueeler
Dennoch wenden immer wieder Autofahrer mitten im Tunnel. Rund 50 Mal pro Jahr passiert das.

Dennoch wenden immer wieder Autofahrer mitten im Tunnel. Rund 50 Mal pro Jahr passiert das.

Kapo UR
Grund: Viele Fahrer vertrauen ihren Navis und fahren zurück, wenn das Gerät angibt, man solle wenden.

Grund: Viele Fahrer vertrauen ihren Navis und fahren zurück, wenn das Gerät angibt, man solle wenden.

Kapo UR

Ihr Vertrauen in ihre Navigationsgeräte in ihren Autos muss grenzenlos sein: Jeden Monat wenden im Gotthard-Strassentunnel auf der A2 vier Lenker ihre Autos, um in die Gegenrichtung zurückzufahren. Trotz Gegenverkehr, der mit 80 km/h anbraust und nicht ausweichen kann, trotz nicht einmal acht Meter breiten Fahrbahn, trotz doppelter Sicherheitslinie, die eigentlich niemals überfahren werden dürfte.

Meist ist das Navi-System der Auslöser für das Fehlverhalten der Autolenker, berichtet das Portal Bluewin. «Bitte wenden!»: Dieser Satz aus einem Navi lässt offenbar jährlich rund 50 Autofahrer im Gotthard alle Verkehrsregeln vergessen. Das Navi weiss es besser.

Navis wähnen sich auf dem Pass statt im Berg

Der Grund, warum viele Navis ihre Lenker im Gotthard-Tunnel zum Wenden bringen wollen, ist kurios: In Fahrrichtung Süden würden einige Navi-Modelle die Route über die Passstrasse berechnen und meinen folglich, sie seien falsch im Tunnel. Vor allem ausländische und ortsunkundige Fahrer würden im Gotthard in die Navi-Falle tappen, berichtete Bluewin weiter.

Polizei rückt im Norden und Süden jeweils sofort aus

Die Chance, dass die Kapo Uri die Falschfahrer erwischt, ist gross: Der Gotthard-Tunnel ist videoüberwacht, und so gibt es von den waghalsigen Wendemanövern Bilder samt Autonummern. Dann wird es für die Navi-Gläubigen richtig teuer: Ausländische Sünder müssen eine Bussenkaution von 950 Franken zahlen. Und zwar sofort: Laut Sonja Aschwanden von der Medienstelle der Kantonspolizei Uri rücken auf der Urner oder auch auf der Tessiner Seite des Tunnels sofort Patrouillen aus, wenn auf den Video-Überwachungsbildern solche Wendemanöver festgestellt werden.

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