Sein Übername: «Psycho»: Sohn und Mutter hielten Mädchen gefangen
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Sein Übername: «Psycho»Sohn und Mutter hielten Mädchen gefangen

Steven Johnson (25) soll ein Mädchen während dreier Jahre gefangen gehalten und geschwängert haben. Johnson, in der Nachbarschaft als «Psycho» bekannt, erhielt Hilfe von seiner Mutter.

von
gux

Der jungen Frau, die als 15-Jährige am 9. April 2009 aus der Nähe von St. Louis, Illinois, verschwunden war, gelang nach Angaben der Polizei die Flucht aus dem Haus von Steven Elliot Johnson und dessen Mutter Owida (54). Die heute 19-Jährige berichtet von einem wahren Martyrium: Sie sei täglich geschlagen und missbraucht worden. Dabei schwängerte Johnson die damals noch Minderjährige.

Die Polizei fand in seinem Haus zwei Kinder vor, von denen eines der zweijährige Bub der Gefangenen sein soll. Noch ist unklar, wer das andere Kind, ein 16-jähriger Junge, ist.

Wie amerikanische Medien berichten, habe die junge Frau Johnson über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt. Er lud sie zu sich nach Hause ein – und liess sie danach drei Jahren lang nicht mehr in ihr Elternhaus zurückkehren. Dabei habe sie mehrmals zu fliehen versucht, zumal Johnsons Haus an einer vielbefahrenen Strasse und gleich bei einem kleinen Supermarkt stehe. Doch Johnson sei es, auch mit Hilfe von Mutter Owida, jedes Mal gelungen, sie wieder einzufangen und mit Waffengewalt zurückzubringen.

Enges Verhältnis zur Mutter

Als die junge Frau durch die täglichen Vergewaltigungen vor zwei Jahren schwanger wurde, konnte Johnson ebenfalls auf die Hilfe seiner Mutter zählen: Sie soll medizinische Unterlagen gefälscht und die junge Frau gezwungen haben, bei der Entbindung einen falschen Namen anzugeben.

Das enge Verhältnis zu seiner Mutter dürfte auch der Grund dafür sein, dass Johnson in der Nachbarschaft auch unter dem Übernamen «Psycho» bekannt war. Dennoch können Nachbarn kaum glauben, dass sich vor ihrer Haustür ein derartiges Drama abgespielt haben soll. «Ich sah die Frau immer wieder ein- und aus gehen, das sah nicht nach einer Gefangenschaft aus», so eine Nachbarin gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Auch Mitglieder der Johnson-Familie bestreiten, dass die junge Frau jemals gegen ihren Willen festgehalten worden sei. Sie habe das Haus jederzeit verlassen können, beteuern sie. Dennoch hat die Polizei gemäss «Washington Post» kaum Zweifel an den Aussagen des Opfers: «Indizien aus dem Johnson-Haus und Aussagen der Frau stimmen insgesamt überein, so dass an der Geschichte etwas dran sein muss», sagte Polizeichef David Clark.

Die Polizei nahm Steven Johnson und dessen Mutter Owida fest, nachdem sie deren Haus gestürmt hatte. Johnson drohen bis zu dreissig Jahre Haft.

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