Frau sucht ihren Halbbruder – «Solange ich noch lebe, werde ich es versuchen»
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Frau sucht ihren Halbbruder «Solange ich noch lebe, werde ich es versuchen»

Ursula John aus Walenstadt SG sucht seit Jahrzehnten nach ihrem unbekannten Halbbruder. Nun geht sie mit ihrem Unterfangen an die Öffentlichkeit.

von
Leo Butie
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Ursula John heute. Ein Treffen mit ihrem Halbbruder ist für sie ein Herzenswunsch.

Ursula John heute. Ein Treffen mit ihrem Halbbruder ist für sie ein Herzenswunsch.

Privat
Ursula John zusammen mit ihrer Mutter. Sie kam als uneheliches Kind auf die Welt, ihren Vater hat sie nie kennengelernt.

Ursula John zusammen mit ihrer Mutter. Sie kam als uneheliches Kind auf die Welt, ihren Vater hat sie nie kennengelernt.

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Sie wuchs zusammen mit ihrer Mutter sowie deren Partner auf, den sie als Vater akzeptierte. 

Sie wuchs zusammen mit ihrer Mutter sowie deren Partner auf, den sie als Vater akzeptierte.

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Darum gehts

  • Ursula John sucht ihren Halbbruder.

  • Er soll einige Jahre jünger sein und im Kanton St. Gallen leben.

  • Als uneheliches Kind hatte John nie ihren leiblichen Vater kennengelernt.

  • Dass sie einen Halbbruder hat, aber nie kennenlernen durfte, beschäftigt sie ihr Leben lang.

Ein Gedanke plagt Ursula John schon fast ihr ganzes Leben lang: «Irgendwo habe ich einen Halbbruder.» Immer wieder versucht sie in Etappen ihren Bruder ausfindig zu machen. Bis jetzt ohne Erfolg. John kam 1965 als uneheliches Kind zur Welt und wuchs zusammen mit ihrer Mutter und deren Partner auf. Ihren leiblichen Vater lernte sie nie kennen. Dass ihr Vater wieder heiratete und einen weiteren Sohn zeugte, erfuhr sie von ihrer Mutter erst als junge Erwachsene. «Es wurde mir jahrelang verschwiegen», sagt die 56-Jährige aus Walenstadt SG zu 20 Minuten.

Sie habe zwar den Partner ihrer Mutter als Vater akzeptiert und mit ihm eine väterliche Beziehung gepflegt. Dennoch war sie stets neugierig auf ihre echte Herkunft. «Es hat mich immer interessiert, zu welcher Familie ich gehöre», so John. Dass sie als uneheliches Kind auf die Welt kam, habe ihr im späteren Leben auch Probleme bereitet. «Als ich heiraten wollte, stellte sich heraus, dass ich gar keinen Geburtsschein hatte. In den Akten existierte ich gar nicht», erzählt John.

«Solange ich noch lebe, werde ich es versuchen»

Aufgrund ihrer Bemühungen fand sie schliesslich heraus, dass ihr Vater, der Peter Hostettler hiess, von Beruf Metzger war und in Wolfhalden AR lebte. «Als ich ihn treffen wollte, war er bereits tot», sagt John. Sie konnte lediglich sein Grab besuchen. Auch dessen spätere Frau konnte sie antreffen, wenn auch nur flüchtig. «Sie gab mir ein Bild meines Vaters und erzählte mir von ihrem Sohn Stefan. Mehr wollte sie aber nicht sagen», erzählt sie. Sie vermutet daher, dass ihr Halbbruder Stefan Hostettler heisst und in St. Gallen arbeitet. «Er ist wohl einige Jahre jünger als ich.»

Nun hat sie sich via Social Media auf die Suche nach ihrem Bruder begeben. «Ich habe bereits einige Hinweise erhalten», so John. Mit einem Treffen würde für sie ein lebenslanger Traum in Erfüllung gehen. «Es lässt mir einfach keine Ruhe», seufzt John. Falls sie ihn endlich finden könnte, würde sie einfach mit ihm reden. «Ich möchte mit ihm quatschen und mehr über meinen Vater erfahren. Wer weiss, vielleicht haben wir auch Gemeinsamkeiten», sagt John. Damit würde sie Antworten auf Fragen erhalten, die sie sich bereits ein Leben lang stellt. «So lange ich noch lebe, werde ich es versuchen, ihn zu finden», sagt sie abschliessend.

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