Aus Homeoffice gesteuert – Solar Orbiter kehrt noch einmal zur Erde zurück
Publiziert

Aus Homeoffice gesteuertSolar Orbiter kehrt noch einmal zur Erde zurück

Erster und letzter Besuch am Heimatplaneten: Der Solar Orbiter wird am Wochenende in geringer Höhe über die Erde fliegen. Danach macht er sich auf den Weg zur Sonne.

1 / 3
Bevor sich der Solar Orbiter auf den Weg zum Zentrum unseres Sonnensystems macht, fliegt er noch einmal an der Erde vorbei.

Bevor sich der Solar Orbiter auf den Weg zum Zentrum unseres Sonnensystems macht, fliegt er noch einmal an der Erde vorbei.

AFP/Nasa
Der Orbiter ist im Februar 2020 in Florida gestartet. (8. Februar 2020)

Der Orbiter ist im Februar 2020 in Florida gestartet. (8. Februar 2020)

NurPhoto via AFP/Paul Hennessy
Der Vorbeiflug an der Erde birgt das Risiko, mit Weltraumschrott zu kollidieren. 

Der Vorbeiflug an der Erde birgt das Risiko, mit Weltraumschrott zu kollidieren.

REUTERS/Joe Skipper

Darum gehts

  • Im Februar 2020 wurde von Florida aus die Raumsonde Solar Orbiter ins All gebracht.

  • Nun fliegt der Orbiter am Wochenende ein letztes Mal an der Erde vorbei.

  • Danach macht sich die Sonde auf den Weg zum Zentrum unseres Sonnensystems.

Die Raumsonde Solar Orbiter wird vor ihrer Reise zum Zentrum unseres Sonnensystems noch ein letztes Mal zur Erde zurückkehren. Am kommenden Samstag um 5.30 Uhr (MEZ) wird das Raumschiff in einer Höhe von 460 Kilometern über Nordafrika und den Kanaren an seinem Heimatplaneten vorbeirasen. Ein Manöver, das der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa zufolge ein kleines Risiko birgt. Die aus dem Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt gesteuerte Sonde muss durch zwei Umlaufbahnen fliegen, in denen Weltraumschrott zu einer Gefahr werden könnte.

«Das ist sehr, sehr unwahrscheinlich», sagte der Leiter des Esa-Missionsbetriebs im Kontrollzentrum in Darmstadt, Simon Plum, der Deutschen Presse-Agentur über eine mögliche Kollisionsgefahr. «Da liegen wir weit unterhalb einer Promillegrenze.» Man habe einen Notfallslot vorgesehen. «Bis sechs Stunden vor der Annäherung können wir noch ein Manöver fliegen.»

Manöver wird aus Homeoffice geflogen

Hintergrund der ersten und letzten Annäherung der Sonde an die Erde ist, den Orbiter auf dem Weg zu seiner Sonnenmission abzubremsen. Der komme mit fast 29 Kilometern pro Sekunde rein und bremse um 7,2 Kilometer pro Sekunde ab, sagte Plum. Die Erde habe einen deutlichen Effekt. Geflogen wird das Manöver coronabedingt wieder aus dem Homeoffice. «Wir sind tatsächlich wieder dazu übergegangen, dass wir von zu Hause fliegen.»

Bei dem Vorbeiflug selber kann Plum zufolge nicht mehr eingegriffen werden. Teils werde es auch keine Verbindung zu dem Orbiter geben. «Wahrscheinlich wird man ihn mit blossem Auge sehen können, aber er wird so schnell sein, dass man ihn wohl kaum wahrnimmt.»

«So nah war er noch nie»

Nach dem Vorbeiflug sollen in den kommenden Wochen alle Instrumente an Bord gemeinsam in Betrieb gehen. Im März soll Solar Orbiter dann bis zu 50 Millionen Kilometer an das Zentrum des Sonnensystems heranfliegen. «So nah war er noch nie», sagte Plum. Das sei dann nur noch ein Drittel der Entfernung zwischen Erde und Sonne. Dann werde es auch die nächsten Bilder geben.

Die rund 1,5 Milliarden Euro teure Mission der Esa und der US-Raumfahrtbehörde Nasa war im Februar 2020 von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet. An Bord des 1,8 Tonnen schweren Orbiters sind zehn wissenschaftliche Instrumente. Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Sonne und das Magnetfeld. Solar Orbiter soll schliesslich bis auf 42 Millionen Kilometer an die Sonne heranfliegen.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(DPA/chk)

Deine Meinung

3 Kommentare