GLP-Vorstoss: Solar-Skilifte sollen das Klima retten
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GLP-VorstossSolar-Skilifte sollen das Klima retten

Weil es in den Bergen auch im Winter sehr sonnig ist, fordern die Grünliberalen mehr Subventionen für Solaranlagen in hohen Lagen.

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Die Grünliberalen wollen Skilifte und Bergbahnen mit Solarpanels betreiben. Auch an Stauseen sollen Photovoltaikanlagen installiert werden. (Im Bild: Solarskilift in Tenna GR)

Die Grünliberalen wollen Skilifte und Bergbahnen mit Solarpanels betreiben. Auch an Stauseen sollen Photovoltaikanlagen installiert werden. (Im Bild: Solarskilift in Tenna GR)

Solarskilift Tenna
«In den Alpen erreichen wir für die Solarenergie mit bis zu 1600 kWh/m2 sogar spanische Verhältnisse», sagt GLP-Vizepräsident Pascal Vuichard.

«In den Alpen erreichen wir für die Solarenergie mit bis zu 1600 kWh/m2 sogar spanische Verhältnisse», sagt GLP-Vizepräsident Pascal Vuichard.

Keystone/Peter Schneider
Bereits seit 2011 ist in Tenna GR ein Solarskilift im Einsatz. Die Solarpanels sind beim Bügellift direkt über der Fahrbahn montiert.

Bereits seit 2011 ist in Tenna GR ein Solarskilift im Einsatz. Die Solarpanels sind beim Bügellift direkt über der Fahrbahn montiert.

Solarskilift Tenna

Nebelsuppe im Mittelland, strahlender Sonnenschein in den Bergen: So zeigt sich das Wetter dieser Tage regelmässig. Von diesem Umstand könnten nicht nur die Wintersportler profitieren, sondern auch das Klima, finden die Grünliberalen. Im Rahmen ihrer Klimaoffensive fordern sie vom Bundesrat, Solaranlagen in Berggebieten stärker zu subventionieren. So könne man etwa Skilifte und Bergbahnen mit Solarpanels betreiben, auch an Stauseen sollen Photovoltaikanlagen installiert werden.

«In den Alpen erreichen wir für die Solarenergie mit bis zu 1600 kWh/m2 sogar spanische Verhältnisse», sagt GLP-Vizepräsident Pascal Vuichard. Während Solaranlagen im Mittelland starken saisonalen Schwankungen unterliegen würden, gebe es in den Bergen konstant hohe Einstrahlungswerte. «In den Alpen lässt sich im Winter aufgrund der vielen nebelfreien Tagen gleich viel Strom produzieren wie im Sommer. Zudem kann die vom Schnee reflektierte Sonneneinstrahlung noch zusätzlich zur Stromerzeugung genutzt werden.»

«Der Solar-Skilift ist ein voller Erfolg»

Die Partei will darum eine Motion im Parlament einreichen, die den Bundesrat beauftragt, für Photovoltaikanlagen in Bergregionen eine höhere Einmalvergütung festzulegen. Wer also in den Bergen eine Solaranlage installieren will, soll vom Bund mehr Geld für den Bau bekommen.

Bereits seit 2011 ist in Tenna GR ein Solarskilift im Einsatz. Die Solarpanels sind beim Bügellift direkt über der Fahrbahn montiert. «Der Lift ist ein voller Erfolg, wir produzieren je nach Jahr 12- bis 17-mal so viel Strom wie der Lift benötigt, letztes Jahr waren es 100'000 Kilowattstunden», sagt Betreiber Edi Schaufelberger.

«So eine Anlage wäre heute nicht mehr möglich»

Den Strom bringe jährlich rund 40'000 Franken ein, die Ammortisation der rund 700'000 Franken teuren Anlage laufe gut. «Es ist also absolut sinnvoll, in den Bergen auf Solarstrom zu setzen.» Es gebe nur einen Nachteil: «Die Solarpanels müssen natürlich oft vom Schnee befreit werden, ausser man kann die Panels wie bei unserer Anlage kippen.» Anfangs habe es noch Widerstand von Pro Natura und dem Landschaftsschutz Schweiz gegen den Solar-Skilift gegeben, weil die Solarpanels im Sommer stark sichtbar seien. Doch auch sie hätten sich vom Projekt überzeugen lassen.

Die Bestrebungen der Grünliberalen seien zu begrüssen, auch wenn Schaufelberger lieber höhere Ansätze bei der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) sähe. Diese erhält, wer Strom ins Netz einspeist. «Die Ansätze sind in den letzten Jahren massiv gesunken, heute würde es sich nicht mehr lohnen, so einen Solarlift zu bauen», so Schaufelberger. Denn: Die Zeit für die Ammortisation sei heute massiv länger. Der Bundesrat begründet die Senkung der Ansätze mit den tieferen Kosten für die Anschaffung einer Solaranlage.

«Kurze Tage und schlechtes Wetter»

Für SVP-Nationalrat Christian Imark hingegen ist die Idee der Grünliberalen «nicht mehr als ein PR-Gag», der das Problem nicht löse. «Auch in den Alpen sind die Tage im Winter kurz, oft ist es neblig und gefroren. Solarenergie ist also auch hier keine verlässliche Stromquelle.» Was man stattdessen brauche, sei ein konstanter, verlässlicher Energieflus – sogenannte Bandenergie.

Das Volk wolle den Atomausstieg – die AKW-Energie zu ersetzen, sei aber weiterhin ein ungelöstes Problem. «Vielleicht taucht eine neue Technologie auf, aber die Zeit drängt.» Im schlimmsten Fall müsse man auf Gaskraftwerke setzen. Erhöhe man die staatlichen Beiträge an Solarpanels, werfe man nur Geld aus dem Fenster. «Bei gutem Wetter ein Überschuss, bei schlechtem Wetter fehlt plötzlich die Energie. Das nützt niemandem etwas und das investierte Geld fehlt anderswo.»

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