Kanton Zürich: Solaranlagen sind das neue Statussymbol
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Kanton ZürichSolaranlagen sind das neue Statussymbol

Die Zahl der Solaranlagen auf den Dächern hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Umweltbewusstsein und sinkende Preise sind Gründe dafür.

von
mon
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Eine Solaranlage ist laut den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) zu einem Lifestyle-Produkt und Statussymbol geworden.

Eine Solaranlage ist laut den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) zu einem Lifestyle-Produkt und Statussymbol geworden.

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Auch Familie Käppeli besitzt eine Solaranlage und ist stolz darauf, ihren Strom selber produzieren zu können.

Auch Familie Käppeli besitzt eine Solaranlage und ist stolz darauf, ihren Strom selber produzieren zu können.

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Anfänglich mussten sie viel Aufklärungsarbeit leisten. Mittlerweile konnten sie auch andere davon überzeugen.

Anfänglich mussten sie viel Aufklärungsarbeit leisten. Mittlerweile konnten sie auch andere davon überzeugen.

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Kochen, Licht anknipsen oder heiss duschen: Dafür produzieren Franziska und Pascal Käppeli den Strom seit kurzem selber – mit ihrer Solaranlage auf dem Dach. «Darauf sind wir stolz», sagen sie. Sie sind nicht die Einzigen, wie Annette Hirschberg, Sprecherin der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), bestätigt: «Ähnlich wie das neuste Auto oder den gepflegten Garten will man heute eine eigene Solaranlage.» Sogenannte Photovoltaik-Anlagen seien zu einem Lifestyle-Produkt geworden.

Der Aufstieg begann 2012. Damals verzeichnete man im EKZ-Gebiet, also im Kanton ohne die Stadt Zürich, 779 Anlagen im Haushaltssegment. 2017 waren es bereits 3190. Gemäss amtlicher Auswertung hat allein im vergangenen Jahr bei den Einfamilienhäusern die Zahl der Solaranlagen um knapp 30 Prozent zugenommen – bei Mehrfamilienhäusern um 14 Prozent.

Solaranlagen sind normal geworden

«Vor allem bei jungen Leuten, die ein Einfamilienhaus besitzen und in nächster Zeit eine Familie gründen möchten, ist dieser Trend zu beobachten», sagt Hirschberg. Viele wollten zeigen, dass sie sich mit dem Thema Stromverbrauch auseinandersetzen: «Und wenn der Nachbar eine Solaranlage hat, will man erst recht eine.»

David Stickelberger von Fachverband Swisssolar bestätigt diesen Trend. Eine Solaranlage sei mittlerweile völlig normal: «Auch anfänglich misstrauische Leute finden zunehmend Gefallen daran. Nicht zuletzt weil der Nachbar oder jemand aus dem Bekanntenkreis schon eine hat.»

Solaranlagen ab 15'000 Franken erhältlich

Aber auch das Umweltbewusstsein spiele bei der Anschaffung eine Rolle. Laut Stickelberger kommen viele auf den Geschmack, wenn sie sich ein derzeit angesagtes Elektroauto zulegen. Zudem seien die Preise für Solaranlagen in den letzten zehn Jahren um 80 Prozent gesunken: «Heute kann man eine Solaranlage bereits für 15'000 bis 20'000 Franken haben.»

Die Preisfrage war auch bei der Familie Käppeli anfänglich ein Hindernis: «Wir spielten vor fünf Jahren während des Hausbaus mit dem Gedanken, entschieden uns aber aus Kostengründen dagegen», erklärt Pascal Käppeli. Jetzt seien sie aber froh, dass es dank den sinkenden Kosten geklappt habe. Er erwarte, dass er in den nächsten Jahren durchaus sparen könne. Wenn so eine Anlage mal amortisiert sei, entstünden danach kaum Kosten.

Trotzdem hatte das Umfeld viele Fragen: «Wir mussten viel Aufklärungsarbeit leisten», so Franziska Käppeli. Mittlerweile konnten sie aber auch andere überzeugen: «Es macht einfach Sinn, sich eine Solaranlage zuzulegen. Wir sind nun mal eine Generation, die sehr viel Strom braucht.»

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