Aktualisiert 31.07.2019 11:41

Nach Erdbeben in Konstanz (D)

«Solche Beben kann es auch hier jederzeit geben»

In den vergangenen Tagen bebte die Erde in der Bodenseeregion gleich mehrfach. Auch die Schweiz kann jederzeit betroffen sein.

von
juu
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Die Erde bebte in den vergangenen zwei Tagen im Bodenseeraum gleich mehrmals.

Die Erde bebte in den vergangenen zwei Tagen im Bodenseeraum gleich mehrmals.

Screenshot/SED
Wie Marcus Herrmann vom Schweizerischen Erdbebendienst (SED) auf Anfrage von 20 Minuten sagt, gab es insgesamt bisher zehn Beben.

Wie Marcus Herrmann vom Schweizerischen Erdbebendienst (SED) auf Anfrage von 20 Minuten sagt, gab es insgesamt bisher zehn Beben.

Screenshot/SED
«Darunter ein Vorbeben und acht Nachbeben», führt er aus.

«Darunter ein Vorbeben und acht Nachbeben», führt er aus.

Screenshot/SED

In der Nähe von Konstanz (D) wurden in den letzten zwei Tagen gleich mehrere Erdbeben registriert. Laut dem Schweizerischen Erdbebendienst (SED) ereignete sich das erste Beben in der Nacht auf Dienstag um etwa 1.06 Uhr mit einer Stärke von 2,7 auf der Richterskala. Das zweite folgte um 1.17 Uhr mit einer Stärke von etwa 3,7. Zudem bebte die Erde nahe der Schweizer Grenze um 4.31 Uhr wiederum mit einer Magnitude von 2,7.

Auch in der Nacht auf Mittwoch ereigneten sich in der Bodenseeregion mehrere kleine Beben. Wie Marcus Herrmann vom Schweizerischen Erdbebendienst auf Anfrage von 20 Minuten sagt, gab es bisher zehn Beben. «Darunter ein Vorbeben und acht Nachbeben», wie er ausführt.

Die Erschütterungen sollen im gesamten Stadtgebiet von Konstanz deutlich spürbar gewesen sein und hätten viele Menschen aus dem Schlaf gerissen, wie Anwohner gegenüber Erdbebennews.de bestätigen. Einige von ihnen gaben an, dass das ganze Haus vibriert habe und ein Geräusch wie splitterndes Glas zu hören gewesen sei. Laut der Website wurde in der Region seit Monaten eine erhöhte Erdbebenaktivität verzeichnet.

Bei weitem nicht das stärkste Beben

Doch was hat eine solche Anzahl an Erdbeben verursacht? Laut dem Schweizerischen Erdbebendienst liegt die Ursache in der Plattentektonik. Im aktuellen Fall war also das Aufeinanderzubewegen der Eurasischen und Afrikanischen Kontinentalplatte schuld. Dies führe zu Spannungen im Untergrund, die sich in zahlreichen Störungszonen über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte stetig aufbauen. «Wenn die Spannung in einer Störungszone zu hoch wird, führt dies zu einem ruckartigen Bruch, was an der Erdoberfläche als Erdbeben wahrzunehmen ist», erklärt Herrmann.

Erdbeben sollen aber gar nicht so selten sein. Denn laut dem SED tritt auch in der Schweiz ein- bis fünfmal pro Jahr ein Beben der Stärke 3,5 bis 4,0 auf. «Dementsprechend ist ein solches Beben ebenfalls jederzeit in der Schweiz möglich.» An das stärkste Beben seit Messbeginn kommen sie aber nicht heran: Dieses ereignete sich im Jahr 1946 in Sierre (VS) mit einer Magnitude von 5,8. Das stärkste bekannte Schweizer Beben überhaupt ist jenes, das sich 1356 bei Basel ereignete und grosse Teile der Stadt zerstört hat. Es hatte eine geschätzte Stärke von 6,7.

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