Murat Yakin: «Solche Dinge dulden wir nicht mehr»
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Murat Yakin«Solche Dinge dulden wir nicht mehr»

Hier eine Undiszipliniertheit, da ein Wortgefecht unter Spielern. Beim FCB rumort es. Jetzt hat Trainer Murat Yakin genug. Er will andere Saiten aufziehen.

von
ete

FCB-Trainer Murat Yakin äussert sich über die Duelle gegen den FCZ und zu den Nebengeräuschen der letzten Tage. (Video: 20 Minuten)

David Degen mault in Valencia so lange von der Ersatzbank aus aufs Feld, bis Taulant Xhaka entnervt zurückbrüllt. Marcelo Díaz läutet das 0:5-Debakel in Spanien ein, sieht Rot, schwächt die Mannschaft und wird für das Sion-Spiel von Yakin zum Nachdenken verdonnert («Er kann sich die Berge anschauen») . Die Reaktion des Chilenen: Er twittert aus Sitten Bilder der besagten Berge, provoziert auch noch Giovanni Sio – bis der Stürmer austickt.

«So etwas dulden wir nicht mehr», sagt Yakin am Dienstag vor dem Spiel gegen den FCZ. Wie und welche Konsequenzen es geben soll, sagt er nicht. FCB-Präsident Bernhard Heusler sagte auf Teleclub am Sonntag: «Das ist vergessen und verarbeitet. Es geht hier um Menschen, die viel geleistet haben. Es wurde besprochen und wird abgehakt, weil es weitergeht und wir wie Sprinter das letzte Meisterschaftsdrittel absolvieren müssen. Nach dem Motto: »

Auf die Frage, ob er sich in dem Fall mehr Unterstützung seitens der Klubbosse erhofft hätte, sagt Yakin, dass solche Dinge «intern besprochen werden und intern bleiben.» Vielleicht auch mit der Faust im Sack, weil er mit Díaz den Rank finden muss, zumal der FCB den Vertrag mit dem 4,5 Millionen Franken teuren Chilenen erst bis 2017 verlängert hat.

Frustrierte Spieler

«Ich weiss nicht, warum immer nach Problemen gesucht wird, wenn es sportlich gut läuft», so Yakin. «Jeder muss Profi genug sein, sich nur auf den Sport zu konzentrieren. Es geht jetzt um Titel. Wenn das jemandem nicht klar ist, wird er nicht spielen.» In Valencia sei man «unter die Räder gekommen» und damit seien einige nicht so gut fertig geworden.

Yakin ist sicher, dass er seinen Laden in den Griff bekommt für die entscheidende Phase der Meisterschaft. «Nach dem Valencia-Spiel gab es den einen oder anderen frustrierten Spieler, was nach einem 0:5 nur klar ist. Wir haben in Sion eine tolle Reaktion gezeigt. Nicht nur das Resultat fiel zu unseren Gunsten aus, wir waren auch spielerisch dominant.»

Laue Basler Bilanz gegen Zürcher

Für persönliche Befindlichkeiten ist in den nächsten zwei Wochen kein Platz. Denn nach dem Liga-Spiel am Mittwoch trifft der FCB am Ostermontag im Cupfinal wieder auf die Zürcher und weitere sechs Tage später in der Meisterschaft auch noch auf GC. Heisse zwei Wochen, denn ausgerechnet gegen GC (1:1, 1:1, 1:1) und den FCZ (1:2, 0:0, 0:0) haben die Basler keine der sechs Partien in der laufenden Saison gewonnen. Gegen den FCZ kassierte Rotblau sogar die einzige Saisonniederlage (1:2) bisher.

Von einem «Züri-Komplex» will Yakin nichts wissen: «Das Spiel beim 1:2 in Basel haben wir dominiert und das 0:0 im Letzigrund kam drei Tage nach unserem Kraftakt in Salzburg. Die Konstellation ist diesmal eine andere, zumal auch der FCZ nur drei Tage Pause hatte.»

Hoffnung macht auch das sich lichtende Lazarett. Kay Voser und Valentin Stocker trainieren bereits wieder mit der Mannschaft und Captain Marco Streller spürt keine Nachwehen aus dem Spiel in Sion. Ein fitter FCB-Captain kommt gegen den FCZ goldrichtig. Denn die Zürcher liegen Streller: Ausser gegen YB (21 Spiele/13 Tore) hat er gegen keine Mannschaft mehr Tore erzielt als gegen den FCZ – 11 in 23 Begegnungen.

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