Kinderschutz: Solche Fotos sollten Sie nicht ins Netz stellen
Aktualisiert

KinderschutzSolche Fotos sollten Sie nicht ins Netz stellen

Die Kesb muss öfters mal wegen Kinderfotos im Netz eingreifen. Experten erklären, worauf man achten muss.

von
maz
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Ein nacktes Baby sollte laut Expertin nicht gepostet werden.

Ein nacktes Baby sollte laut Expertin nicht gepostet werden.

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Ferienfotos sind grundsätzlich in Ordnung, doch auf diesem ist zu viel nackte Haut zu sehen...

Ferienfotos sind grundsätzlich in Ordnung, doch auf diesem ist zu viel nackte Haut zu sehen...

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Auch sollte man sich überlegen, ob man die Gesichter der Kinder öffentlich zeigen möchte.

Auch sollte man sich überlegen, ob man die Gesichter der Kinder öffentlich zeigen möchte.

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Süsse Kinderfotos werden von stolzen Eltern gerne auf den sozialen Medien geteilt. Manche Eltern gehen dabei aber zu weit, sodass die Kesb eingreifen muss. Welche Fotos problematisch sind und welche nicht, erklärt Yvonne Feri, Präsidentin von Kinderschutz Schweiz und SP-Nationalrätin.

«Ich bin grundsätzlich für Zurückhaltung und den gesunden Menschenverstand beim posten von Fotos», sagt Feri. Eltern sollten vorsichtig sein und es sich drei Mal überlegen, bevor sie etwas posten. «Ferienfotos oder Fotos vom Geburtstag sind in Ordnung, solange damit nicht übertrieben wird.» Ob man das Gesicht des Kindes zeigen möchte, sollte man sich aber gut überlegen. «Die Fotos hinterlassen Spuren im Internet und könnten später den Kindern schaden», so Feri.

Nicht zu viel nackte Haut

Was gar nicht gehe, seien Nacktfotos oder Fotos, die zu viel nackte Haut zeigten. «Die Kinder werden älter und sehen sich später auf ihren Babyfotos oder Kinderfotos öffentlich präsentiert.» Als Kind werde ihnen ja auch eingetrichtert, im Netz vorsichtig zu sein und nicht alles zu posten. «Wieso sollte es dann bei Babyfotos anders sein?» Zudem könnten solche Fotos auch missbraucht werden. «Aus Sicht des Kinderschutzes sind sie deshalb problematisch.»

Leser sind auch vorsichtig im Umgang mit Kinderfotos. «Früher habe ich Fotos meines Sohnes auf Facebook gepostet. Ich habe aber immer nur Fotos gewählt auf denen man ihn nicht erkennt», sagt Jacek K. aus Luzern. Andere gehen noch weiter und verzichten gänzlich auf Fotos im Internet. «Von unseren Kindern existieren keine Bilder im Internet und das soll auch so bleiben», schreibt Patrizia T. aus Windisch. «Unsere Kinder haben eine Privatsphäre».

«Eltern sollten sich fragen, ob sie sich, oder das Kind inszenieren möchten»

Trotz Privatsphäre der Kinder, möchten viele Eltern nicht auf das Teilen von Fotos verzichten. «Viele Eltern posten Fotos ihrer Kinder, weil sie Freude an ihnen haben und andere daran teilhaben lassen möchten», sagt Soziologe Ueli Mäder. Andererseits könne es aber auch sein, dass sie die Kinder zur Selbstdarstellung benutzten. «Es stehen meistens keine bösen Absichten dahinter, sondern eher Unbedachtheit», so Mäder. Eltern sollten deshalb ihre Motivation hinterfragen und sich fragen, ob sie sich, oder das Kind inszenieren möchten.

Eltern sollten zudem die Kinder entscheiden lassen. «Grundsätzlich gehört das Bild des Kindes dem Kind. Wenn das Kind urteilsfähig ist, entscheidet es selber, ob und was veröffentlicht werden darf», sagt Kinderanwältin Rita Jedelhauser. Man sollte die Kinder schon früh in diese Entscheidung miteinbeziehen und ihnen das Recht auf ein Nein gewähren. Jedelhauser: «Wenn das Kind noch sehr klein ist, entscheiden die Eltern für das Kind und im Interesse des Kindes.»

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