Basel: «Solche Leute haben es nicht begriffen»
Aktualisiert

Basel«Solche Leute haben es nicht begriffen»

Unbekannte haben beim Basler Zeughaus ein Graffiti angebracht, das zu Gewalt an weissen Polizisten aufruft. Ein Leser ist entsetzt.

von
Lukas Hausendorf
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«Erschiesst weisse Polizisten» fordert das Graffiti, das am Pfingstwochenende an der St. Jakobs-Strasse in Basel angebracht wurde. Es steht vermutlich in Zusammenhang mit den Protesten gegen Polizeigewalt nach dem Tod von George Floyd in Minneapolis in den USA.

«Erschiesst weisse Polizisten» fordert das Graffiti, das am Pfingstwochenende an der St. Jakobs-Strasse in Basel angebracht wurde. Es steht vermutlich in Zusammenhang mit den Protesten gegen Polizeigewalt nach dem Tod von George Floyd in Minneapolis in den USA.

Leser-Reporter
Die Mauer, an der das Graffiti angebracht wurde, gehört zum Basler Zeughaus, wo sich auch eine Garage der Basler Kantonspolizei befindet.

Die Mauer, an der das Graffiti angebracht wurde, gehört zum Basler Zeughaus, wo sich auch eine Garage der Basler Kantonspolizei befindet.

Google Maps
Das Graffiti erfüllt den Straftatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit.

Das Graffiti erfüllt den Straftatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit.

bs.ch/Juri Weiss

Darum gehts

  • Der Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis in den USA hat international Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst. Auch in der Schweiz kam es zu Kundgebungen.
  • In Basel tauchte derweil ein Graffiti auf, das zu Gewalt an weissen Polizisten aufruft und mutmasslich in Zusammenhang mit den Protesten steht.

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd, der am 25. Mai in Minneapolis in wehrlosem Zustand vom Polizisten Derek Chauvin, der acht Minuten und 46 Sekunden lang auf dessen Hals kniete, erstickt wurde, hat über die USA hinaus zu Protesten gegen Polizeigewalt geführt. So wurde auch vor der US-Botschaft in Bern am Samstag demonstriert und am Montag marschierten über 1000 Teilnehmer an einer «Black Lives Matter»-Kundgebung in Zürich mit.

In Basel ist derweil ein Graffiti aufgetaucht, das dazu aufruft, auf weisse Polizisten zu schiessen, wie ein Leser meldet. Er ist empört. «Leute, die sowas platzieren, sind in der Gesellschaft fehl am Platz. Sie haben es nicht begriffen», sagt er. Pikant: Das Graffiti wurde an einer Mauer an der St. Jakobs-Strasse angebracht, die zum Basler Zeughaus gehört. Dort bewahrt die Basler Kantonspolizei eingesammelte Velos auf und hier unterhält sie auch eine Garage für ihre Fahrzeuge.

Das Graffiti erfüllt den Straftatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit. Dies kann mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden. Ob die Basler Staatsanwaltschaft Kenntnis von der Schmiererei hat und schon Ermittlungen aufgenommen hat, ist nicht bekannt. Am Montag war die Medienstelle nicht erreichbar. Mutmasslich stammt das Graffiti von Linksextremen. Auf einschlägigen Online-Portalen ist aber noch kein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Black Lives Matter

Die Bewegung Black Lives Matter entstand 2013 zunächst als Hashtag auf Social Media, nachdem der Wachmann, der den afroamerikanischen Teenager Trayvon Martin erschossen hatte, freigesprochen wurde. Unter dem gleichen Label formierten sich 2014 Strassenproteste, nachem in Ferguson der Afroamerikaner Michael Brown durch Polizeigewalt zu Tode kam. Die Bewegung kämpft gegen Polizeigewalt, Racial Profiling und Rassismus, dem Schwarze in den USA vielerorts ausgesetzt sind. In den USA ist die Bewegung inzwischen über Ortsverbände organisiert, die es in praktisch allen grösseren Städten gibt.

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