Fürstliche Gehälter: Solche Summen zahlen Premier-League-Klubs

Aktualisiert

Fürstliche GehälterSolche Summen zahlen Premier-League-Klubs

Die Klubs von der Insel sind trotz Überschuldung bekannt für ihre astronomischen Gehälter. Doch wo kassieren die Kicker und Angestellten am meisten?

von
als

Die Premier League, die reichste Liga der Welt, generiert Jahr für Jahr Rekordumsätze. In der Saison 2011/2012 waren dies insgesamt 2,4 Milliarden Pfund (3,5 Milliarden Franken). Wie nun der «Guardian» aufzeigt, wurden im Schnitt zwei Drittel dieser astronomischen Summe in Form von Löhnen ausbezahlt.

Durchschnittlich sind dies also rund 67 Prozent der Umsätze der Klubs. Die Zahl hat sich im Vergleich zu den Vorjahren minim gesenkt: 2010/11 waren es 68 Prozent, 2009/10 gar ein Prozent mehr. Wer das Geld schlussendlich bekommt, ist den Zahlen nicht zu entnehmen: Die Klubs machen in den Lohnabrechnungen keinen Unterschied zwischen Spielern oder sonstigen Angestellten. Es steht jedoch ausser Zweifel, dass die Spieler jeweils das grösste Kuchenstück abkriegen.

2008 stellte sich heraus, dass die Premier-League-Klubs etwa Reinigungskräften oder Shop-Angestellten lediglich den Minimallohn bezahlten. Londons Bürgermeister Boris Johnson forderte die Klubs der englischen Hauptstadt damals auf, einen angemessenen Lohn zu bezahlen. Befolgt wurde dieser gut gemeinte Rat bislang nicht. Dass die Klubs die Weltstars mit fürstlichen Gehältern locken können, hat aber nicht nur mit den reichen Besitzern zu tun. In den Jahren 2013 bis 2016 wird die Premier League allein an TV-Geldern etwa 7,13 Milliarden Franken einnehmen.

Tévez verdient 282'000 Franken pro Woche

Der spendabelste Arbeitgeber ist Manchester City, der Verein von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan. Seine Kapitalspritzen sorgen unter anderem dafür, dass Carlos Tevez 282'000 Franken pro Woche kassiert. Das macht auf das Jahr gerechnet 14,6 Millionen. Hinter dem amtierenden Meister nimmt der FC Chelsea Rang zwei ein. Auch dort sitzt ein generöser Oligarch an der Spitze: Roman Abramowitsch. Manchester United, Arsenal und Liverpool komplettieren die Top fünf im Lohn-Ranking.

Vor kurzem einigten sich die 20 Premier-League-Klubs auf eine Gehaltsobergrenze und eine Schuldenbremse. Bei Verstössen drohen Punktabzüge. Damit wird verhindert, dass ein Investor einem Klub in kürzester Zeit ein Starensemble zusammenkaufen kann. Die Massnahme dürfte als Vorsorge-Plan für die künftigen Financial-Fairplay-Vorgaben gelten. International aktive Vereine müssen künftig ausgeglichene Finanz-Haushalte vorweisen. Es ist zu erwarten, dass die Spitzenklubs ihre Schuldenberge in naher Zunkft zu tilgen oder zumindest schrittweise zu verkleinern versuchen.

Swansea, Wolverhampton und Norwich vorbildlich

Im Gegensatz zu Manchester City oder Chelsea muss sich Swansea City nicht vor dem Financial Fairplay fürchten. Die Waliser hatten in der Saison 2011/12 die tiefsten Lohnkosten und zudem keinen Schuldenberg vorzuweisen. Auch sportlich läuft es Swansea: Derzeit belegen die Waliser mit Coach Michael Laudrup den neunten Platz, die vergangene Saison endete für den Aufsteiger mit dem sensationellen elften Platz. Die Wolverhampton Wanderers schrieben ebenfalls Schwarze Zahlen, stiegen allerdings als Tabellenschlusslicht ab. Das Vermögen wird vom «Guardian» auf 18,5 Mio geschätzt. Auch Norwich City überstand die Saison 2011/12 schuldenfrei.

Deine Meinung