Afghanistan: Soldat schiesst um sich - Tote
Aktualisiert

AfghanistanSoldat schiesst um sich - Tote

Ein Soldat hat im Verteidigungsministerium in Kabul eine Schiesserei angezettelt. Es gab Tote.

Ein Soldat hat laut afghanischen Behördenangaben am Montag im Verteidigungsministerium in Kabul das Feuer eröffnet und eine bislang unbestimmte Zahl Menschen getötet. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Ihr Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, die Aufständischen hätten das Ministerium infiltriert und den Angriff so geplant, dass er mit dem Besuch des französischen Verteidigungsministers zusammentreffe, von dem sie geglaubt hätten, dass er sich zu Gesprächen in dem Gebäude aufgehalten habe. Der Schütze sei von Selbstmordattentätern unterstützt worden.

Verteidigungsminister Gerard Longuet habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in dem Ministerium aufgehalten, sagte Oberstleutnant Eric de Lapresle, Sprecher der französischen Truppen in Afghanistan. Er bestätigte, dass für Montag Gespräche zwischen Longuet und afghanischen Vertretern geplant gewesen seien, sagte aber nicht wo oder wann.

Der Attentäter habe innerhalb des Ministeriumsgeländes das Feuer auf seine Kameraden eröffnet und sei beim anschliessenden Schusswechsel getötet worden, sagte Militärsprecher Mohammad Sahir Asimi. Es habe weitere Tote gegeben, er wisse aber nicht wie viele, sagte er.

Journalisten wurde nach dem Angriff der Zugang zum Ministerium verwehrt. Zusätzliche Wachen standen am Eingang und die Sicherheitskräfte riegelten die Strasse vor dem Ministerium ab. Asimia sagte, er habe keine Informationen darüber, ob ein Selbstmordattentäter an dem Anschlag beteiligt gewesen sei, oder ob es Explosionen gegeben habe.

Tödliche Proteste in Nachbarprovinz

Vor dem Anschlag in der Hauptstadt kam es am Montag bei Protesten gegen die Festnahme eines Mullahs in der benachbarten Provinz Parwan zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. In der Provinzhauptstadt Charikar hätten Bewaffnete aus der Menge heraus das Feuer eröffnet, sagte der Provinzchef der Polizei, Scher Ahmad Maladani. Den Sicherheitskräften sei es zunächst nicht gelungen, die Lage wieder in den Griff zu bekommen.

Mindestens ein Mann sei getötet worden, sagte der Direktor des Krankenhauses von Charikar, Abdul Chalil Farhangi. Die meisten Verletzungen seien Schusswunden, sagte er. Fünf Patienten lägen im Koma. Unter den Verletzten seien auch ein Polizist und drei Kinder.

Mullah Sajed Ahmad sei am späten Sonntagabend gemeinsam mit zwei weiteren Personen von afghanischen und NATO-Einheiten festgenommen worden, sagte der afghanische, für die Provinz Parwan zuständige Verbindungsoffizier Abdullah Adil. Die beiden anderen Männer seien bereits freigelassen worden. Ahmad werde allerdings weiter festgehalten, weil der Verdacht bestehe, dass er Verbindungen zu den Aufständischen unterhalten habe, sagte Adil.

(sda/dapd)

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